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Lehrveranstaltungen Wintersemester 2008/2009

Proseminar BK II: Wir machen eine Ausstellung. Von der Konzeption bis zur Eröffnung II

Dr. Anna Greve

Beschreibung:
Im Zentrum der Veranstaltung stehen die praktischen Abläufe im heutigen Museumsbetrieb einerseits und die kritische Reflexion der entsprechenden materiellen und politischen Zwänge andererseits. Neben der Lektüre und Diskussion von Texten über das Ausstellen von Kunstwerken und die Aufgaben eines Kurators/einer Kuratorin soll jede Teilnehmerin/jeder Teilnehmer sich in einer spezifischen Rolle ausprobieren.

Am Anfang steht die Aufgabe, eine Ausstellung zum Thema „Das Fremde und das Eigene“ mit Reproduktionen von Werken aus der Kunsthalle Karlsruhe im Foyer des Gebäudes der Fakultät für Architektur durchzuführen. Dafür müssen zahlreiche Fragen geklärt werden, wie: Was ist Ziel der Ausstellung? Welche Werke kommen in Betracht? Wie kann ein roter Faden gestaltet werden? Anschließend simulieren wir über das ganze Semester einen Museumsbetrieb mit den Abteilungen Architektur, Grafik, Redaktion, Logistik, Presse, Marketing, Eröffnung. Sie bearbeiten Spezialfragen wie: Welche Textmengen und Schriftgrößen sind angemessen? Was ist bei dem Transport eines Kunstwerkes zu berücksichtigen? Wie schreibt man einen Pressetext? Wie kann ein Kunstwerk auf einer halben Seite erklärt werden? Wie soll die Eröffnung gestaltet werden? Wie kann die Umsetzung des Projektes finanziert werden? Dabei ist ein großes Maß an Eigeninitiative und Kreativität gefordert. Die Abteilungen sind dem Plenum, das die wissenschaftlichen Kuratoren darstellt, berichtspflichtig. Das Plenum wiederum vergibt die Aufgaben an die Abteilungen, stimmt Überschneidungen im Netzwerk ab und ist für die inhaltliche Qualität als Kollektiv verantwortlich. Für alle Teilnehmerinnen besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Textsorten zu verfassen: Presseerklärung, Werbebroschüre, Objektbeschriftung, Kapiteltext, Katalogartikel, Dokumentation. Ziel der Veranstaltung ist ein Bewusstsein für die Verzahnung von Theorie und Praxis des kunsthistorischen Arbeitens am Museum und eine erste Berufsorientierung in diesem Bereich.

Literatur zur Einführung:

  • Cuno, James (Hg.): Whose Muse? Art Museums and the Public Trust, Boston 2003.
  • Greub, Suzanne/Greub, Thierry (Hg.): Ausstellung Museen im 21. Jahrhundert: Ideen, Projekte, Bauten (2006-2009), Ausst.-Kat. K20K21, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, München 2006.
  • Heid, Klaus/Jahn, Ruediger (Hg.): Transfer: Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft, Baden-Baden 2003.
  • Kritische Berichte 4/2005: „Museen im Umbruch“
  • Mai, Ekkehard (Hg.): Sammler, Stifter und Museen. Kunstförderung in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert, Köln 1993.
  • Wall, Tobias: Das unmögliche Museum. Zum Verhältnis von Kunst und Kunstmuseen der Gegenwart, Bielefeld 2006.
  • Weibel, Peter/Buddensieg, Andrea (Hg.): Contemporary art and the museum: a global perspective, Ostfildern 2007.
  • Zeiger, Mimi: Museen heute. Neue Häuser für die Kunst, München 2006.
  • www.globalartmuseum.de

Hauptseminar BK II: Tizians mythologische Gemälde

Prof. Dr. Norbert Schneider

Literatur zur Einführung:

  • Harold E. Wethey: The Paintings of Titian. Vol. III: The Mythological and Historical Paintings. London 1975.
  • Erwin Panofsky: Problems in Titian, mostly iconographic. New York 1969.
  • Charles Hope: Titian. London 1980.

Proseminar BK II: Französische Malerei von David bis Delacroix

Prof. Dr. Norbert Schneider

Literatur zur Einführung:

  • Klaus Lankheit: Revolution und Restauration. Baden-Baden 1965 (u.ö.).
  • Walter Friedlaender: Hauptströmungen der französischen Malerei von David bis Delacroix. Köln 1977 (zuerst 1930).
  • Fritz Baumgart: Vom Klassizismus zur Romantik 1750-1832. Die Malerei im Jahrhundert der Aufklärung, Revolution und Restauration. Köln 1974.
  • Stephen F. Eisenman, Hg.: Nineteenth Century Art. A Critical History. London 1994, S.14-77 (Thomas Crow)
  • Jutta Held/Norbert Schneider: Sozialgeschichte der Malerei vom Spätmittelalter bis ins 20. Jahrhundert. 4. Aufl. Köln 2006
  • Alvar Gonzales-Palacios: David und die Malerei zur Zeit Napoleons. Herrsching 1988
  • Louis Bergeron/ François Furet/Reinhart Koselleck: Das Zeitalter der europäischen Revolution 1780-1848. Frankfurt/M. 1969 u.ö.(Fischer Weltgeschichte Bd. 26 )

Hauptseminar BK II: Balthasar Neumann

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Balthasar Neumann ist einer der wichtigsten Baumeister des 18. Jahrhunderts. Als sein Meisterwerk gilt das Würzburger Schloss, die Residenz des Fürstbischofs, insbesondere das prächtige Treppenhaus mit dem Deckengemälde Tiepolos. Überhaupt ist er ein Meister des Treppenhauses, vor allem, wenn er in schwierigen Situationen als auswärtiger Architekt hinzugezogen wird, so in Schloss Brühl oder in Schloss Bruchsal. Diese Architekturen zeigen ihn im Zentrum politischen Bauens für verschiedene Reichsfürsten. Es wird zu zeigen sein, in welcher Form er deren politisches Anspruchsdenken in architektonische Form umzusetzen wusste. Mit dem Treppenhaus ist zudem ein Bauteil benannt, das dem Apparat des Staatsappartements zugehörig ist. D.h. ein anderer Aspekt der Betrachtung von Architektur wird das Hofzeremoniell sein, das die höfische Architektur ebenso bestimmt, wie die Liturgie die sakrale Architektur. Die Schlosskapelle der Würzburger Residenz wie die Grabkapelle der Schönborn bilden hier das Bindeglied zu den berühmten Sakralbauten Neumanns, etwa Gößweinstein oder Vierzehnheiligen usw.
Mit Balthasar Neumann als Architekt und den Schönborn als eine Reichsgrafenfamilie, die nicht auf uralte Traditionen zurückblicken konnte, haben wir ein Auftraggeber-Architektenverhältnis, das durch seine exzessive und exzellente Bautätigkeit diese Tradition über zwei Generationen Herrschaft zu erschaffen suchte. Die Residenzstadt Würzburg ist dabei durch eine geringe Anzahl von Bauten zu einer unverwechselbaren Schönbornresidenzstadt geworden, die man bis heute ohne weiteres als solche erkennen kann.

Literatur

Allgemein
Meinrad von Engelberg: "Reichsstil, Kaiserstil, „teutscher Gusto“? Zur 'politischen Bedeutung des deutschen Barock' “, in: Ottomeyer, Hans/Götzmann, Jutta (Hrsg.), Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806. Altes Reich und neue Staaten 1495 bis 1806. 29. Ausstellung des Europarates in Berlin und Magdeburg, Ausst.Kat.: Berlin, Deutsches Historisches Museum, 28.8.-10.12.2006, 2 Bde., Dresden 2006, Bd. 2: Essays, S. 288-300.
Erik Forssman: Dorisch, jonisch, korinthisch. Studien über den Gebrauch der Säulen-ordnungen in der Architektur des 16.-18. Jahrhunderts, Stockholm/Göteborg/Uppsala 1961.
Wilfried Hansmann: Barock. Deutsche Baukunst 1600 – 1760, Leipzig 1997.
Peter Hawel: Der spätbarocke Kirchenbau und seine theologische Bedeutung. Ein Beitrag zur Ikonologie der christlichen Sakralarchitektur, Würzburg 1987.
Stephan Hoppe: Was ist Barock. Architektur und Städtebau Europas 1580-1770,
Darmstadt 2003.
ChristofThoenes: „Die Formen sind in Bewegung geraten“. Zum Verständnis der Architektur Borrominis, in: Imorde, Joseph/Neumeyer, Fritz/Weddigen, Tristan (Hrsg.), Barocke Inszenierung. Akten des Internationalen Forschungscolloquiums an der Technischen Universität Berlin, 20. – 22. Juni 1996, Emsdetten 1999, S. 126-135 (zur Gestaltanalyse barocker Architektur).

Zu Neumann
Ausst.-Kat. Kurfürst Lothar Franz von Schönborn, Bamberg 1955.
Ausst.-Kat. Aus Balthasar Neumanns Baubüro, Mainfränkisches Museum, Würzburg 1987.
Ausst.-Kat. Die Grafen von Schönborn: Kirchenfürsten, Sammler, Mäzene, Nürnberg 1989.
Ausst.-Kat. Baltasar Neumann, Jagdschlösser in den Schönbornlanden, Würzburg 1994.
Versteigerungs-Katalog der Bibliothek der Grafen von Schönborn-Buchheim III., hg.v. Reiss und Auvermann, Königstein i.T. 1994: zum Bestand an Architekturbüchern in der Schönbronbibliothek.
Wolfgang Braunfels: Abendländische Stadtbaukunst. Herrschaftsform und Baugestalt,
Köln 1976.
Wolfgang Braunfels: Die Kunst im Heiligen Römischen Reich, Bd. 2, München 1980, S. 288ff.
Dietrich von Frank: Die „maison de plaisance“. Ihr Entwicklung in Frankreich und Rezeption in Deutschland. Dargestellt an ausgewählten Beispielen (=Beiträge zur Kunstwissenschaft 27), München 1989.
Max H. von Freeden: Quellen zur Geschichte des Barocks in Franken unter dem Einfluß des Hauses Schönborn I, 2, Würzburg 1955.
Max H. von Freeden: Balthasar Neumann als Stadtbaumeister, Berlin 1937, Nachdruck Würzburg 1978.
Ute Hassler: "Die Gesetzgebung Damian Hugo von Schönborns für fürstliche Bauvorhaben", in: Ausst.-Kat. Barock in Baden-Württemberg. Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur französischen Revolution, Bd. 2, Karlsruhe 1981.
Walter Jürgen Hofmann: "Balthasar Neumann und die Formierung seiner Architektur", in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung, Bd. 42, 1982, S. 249ff.
Joachim Hotz: Das „Skizzenbuch" Balthasar Neumanns. Studien zur Arbeitsweise des Würzburger Meisters und zur Dekorationskunst im 18. Jahrhundert, Wiesbaden 1981, Bd.1.
Erich Hubala, Otto Meyer und Wolf Christian von der Mülbe: Die Residenz zu Würzburg, Würzburg 1984.
Erich Hubala: "Balthasar Neumann. Seine Kunst zu bauen", in: Ausst.Kat. Balthasar Neumann 1687-1753. Der Barockbaumeister aus Eger, Wendlingen am Neckar 1987.
Thomas Korth, Joachim Poeschke (Hrsg.), Balthasar Neumann. Kunstgeschichtliche Beiträge zum Jubiläumsjahr, München 1987.
Heinrich Kreisel: Fürstenschlösser in Franken, Berlin 1936.
Stefan Kummer: "Der Ovalrisalit des 'Jagdhauses Mädelhofen'. Anmerkungen zur angeblichen 'Kurvenfeindlichkeit' Balthasar Neumanns", in: Ausst.-Kat. Baltasar Neumann, Jagdschlösser in den Schönbornlanden, Würzburg 1994.
Annegret von Lüde: Studien zum Bauwesen in Würzburg 1720 bis 1750 (Mainfränkische Studien), Diss. Hamburg 1987, Würzburg 1987.
Hanswernfried Muth: Neumünster Würzburg, München/Zürich 1991.
Clemens Schenk: "Die Würzburger Neumünsterfassade in ihrer künstlerischen Herkunft", in: Kunst in Mainfranken, 3. Heft, Würzburg 1941, S. 19ff.
Sammlung Eckert: Plansammlung aus dem Nachlaß Balthasar Neumanns im Mainfränkischen Museum Würzburg, unter Mitverwendung der Vorarbeiten von Joachim Hotz und bearbeitet von Hanswernfried Muth, Elisabeth Sperzel und Hans-Peter Trenschel, Würzburg 1987.
Hans Reuther, Rudolf Kömstedt: Von Bauten und Baumeistern des frankischen Barocks, Berlin 1963.
Hans Reuther: Baltasar Neumann, München 1983.
Bernhard Schütz: Balthasar Neumann, München 1988.
Bernhard Schütz: "Fassaden als Weltarchitektur. Die Würzburger Residenz", in: Thomas Korth und Joachim Poeschke (hg.), Balthasar Neumann. Kunstgeschichtliche Beiträge zum Jubiläumsjahr, München 1987, S. 99-101.
Richard Sedlmaier, Rudolf Pfister: Die fürstbischöfliche Residenz in Würzburg, 2 Bde., München 1923.

Bibliographie
>Bibliographie zum Download

Proseminar BK II: Raffael

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Raffael ist ein Mythos. Die Literatur über ihn unübersehbar, als Gegenstand eines Proseminars eigentlich kaum zu behandeln? Wir wollen es trotzdem versuchen. Beginnen werden wir mit der Lektüre Vasaris, gefolgt von einer Betrachtung der einzelnen Werke von Perugia über Florenz nach Rom, wobei auf der römischen Zeit naturgemäß das Schwergewicht liegt, weil er hier im vor allem im Auftrag des Papstes bzw. seines Bankiers komplexe Aufträge auszuführen hatte. Wir werden uns auch nicht auf die Gemälde und Fresken beschränken, sondern auch die Architektur und Ausstattung ins Programm aufnehmen; immerhin ist Raffael der Architekt der Peterskirche und in der Chigikapelle in allen Kunstgattungen tätig. Am Ende wird uns am Beispiel der Sixtinischen Madonna auch die Rezeption Raffaels zu beschäftigen haben.

Literatur:
Propyläen Kunstgeschichte. Spätmittelalter und Beginnende Neuzeit. Bnd. 7, Berlin 1972.
Christoph Luitpold Frommel, Stefano Ray, Manfredo Tafuri: Raffael, das architektonische Werk, Stuttgart 1987.
Gregor Bernhart-Königstein: Raffaels Weltverklärung - Das berühmteste Gemälde der Welt, Petersberg 2007.
Hugo Chapman, Tom Henry und Carol Plazzotta: Raffael - von Urbino nach Rom. Stuttgart und London 2004. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in London vom 20. Oktober 2004 bis zum 16. Januar 2005.
Christof Thoenes: Raffael. 1483-1520, Köln 2005.
Andreas Henning: Raffaels Transfiguration und der Wettstreit um die Farbe. Kolorit-geschichtliche Untersuchung zur römischen Hochrenaissance, München 2005 (Diss. 2002).
James H. Beck: Raffael, Köln 2003.
Pierluigi De Vecchi: Raffael, München 2002.
Rona Goffen: Renaissance rivals. Michelangelo, Leonardo, Raphael, Titian, New Haven: Yale University Press, 2002.
Konrad Oberhuber: Raffael. Das malerische Werk, München 1999.
Ernst Ullmann: Raffael, Seemann Leipzig 1997.
Leopold D./Helen S. Ettlinger: Raphael, Oxford 1987.
Roger Jones/Nicholas Penny: Raphael, New Haven, London 1983.

Exemplarische Werkmonographien
Heinrich Wölfflin, [Raffael:] "Die florentinischen Madonnen", in: Die klassische Kunst. Eine Einführung in die italienische Renaissance, 2. Aufl., München 1901, S. 78-82.
John Pope-Hennessy: "Raffael of the Dear Madonnas", in: Raphael,
New York 1970, S. 175-221.
Theodor Hetzer: Die Sixtinische Madonna, Frankfurt/M. 1947, wiederabgedruckt in Bild als Bau: Elemente der Bildgestaltung von Giotto bis Tiepolo, hrsg. Gertrude Berthold, (Schriften Theodor Hetzers),  Stuttgart 1996, S. 143-198.
Michael Bockemühl: "Raphael, Die `Sixtinische Madonna' ", in: Die Wirklichkeit des Bildes: Bildrezeption als Bildproduktion, Stuttgart 1985, S. 135-169.
Michael Rohlmann: "Raffaels Sixtinische Madonna", in: Römisches Jahrbuch der Bibliotheca Hertziana 30, 1995, S. 221-248.
Herbert von Einem: "Die Verklärung Christi und die Heilung des Besessenen von Raffael", in: Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz: Abhandlungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse; Jg. 1966, 5, Wiesbaden 1966.
Konrad Oberhuber: "Raphaels Transfiguration", in: Stil und Bedeutung, Stuttgart 1982.

Sixtinische Madonna
Claudia Brink, Andreas Henning (Hrsg.): Raffaels Sixtinische Madonna. Geschichte und Mythos eines Meisterwerks, Berlin 2005.
Michael Ladwein: Raffaels Sixtinische Madonna. Literarische Zeugnisse aus zwei Jahrhunderten, Dornach 2004.
Angelo Walther: Raffael, die Sixtinische Madonna, Leipzig 2004.
Michael Rohlmann (Hrsg.): "Raffaels Sixtinische Madonna", in: Römisches Jahrbuch der Bibliotheca Hertziana Jg. 30, 1995, S. 221-248.
Angelo Walther: Die Sixtinische Madonna, Leipzig 1994.
Theodor Hetzer: "Die Sixtinische Madonna", Stuttgart 1991.
Marielene Putscher: Raphaels Sixtinische Madonna. Das Werk und seine Wirkung, Tübingen 1955 (Diss. 1955).

Raffael-Projekt
An den Universitäten Würzburg und Münster besteht seit über zehn Jahren das „Raffael-Projekt", das sich der grundlegenden Sichtung und Erforschung der Gemälde und Dekorationen Raffaels widmet. Ziel ist ein umfassendes Werkverzeichnis, dessen erster Band 2001 erschienen ist und das Frühwerk Raffaels behandelt.

Jürg Meyer zur Capellen: Raffael in Florenz, München 1996 (engl. Raphael in Florence, London 1996).
Jürg Meyer zur Capellen: Raphael, The Paintings. Bd. 1, München 2001.
Jürg Meyer zur Capellen: Raphael - The Paintings. Volume II: The Roman Religious Paintings, ca. 1508-1520. Landshut 2005.
Stefan Kummer: Raffael in Umbrien. Die Tafelbilder (im Druck).

Bibliographie
Raphael: A Bibliography 1972-1982, Williamstown, Mass.: RILA / J. Paul Getty Trust, 1984
John Shearman. Raphael in Early Modern Sources 1483-1602. New Haven und London  2003. 2 Bde
>Bibliographie zum Download (DOC-Datei, 233 KB).

WWW
Sumarischer Überblick über Leben und Werk: http://www.newadvent.org/cathen/12640c.htm

Proseminar BK I/II: Von der Pilgerreise zur Grand Tour

Prof. Dr. Jürgen Krüger

Beschreibung:
Reisen sind eine wichtige Voraussetzung für alle Formen des Wissensaustauschs. Auch für den künstlerischen Arbeitsprozess sind sie von Bedeutung.

Das Seminar wird mehrere Teilaspekte vertiefen:

  • Logistik der Reise: In welcher Form fand die Reise statt, welche Ressourcen (Straßen, Gasthäuser) standen zur Verfügung, wie sahen Reisegruppen aus?
  • Was wurde betrachtet? Welche Objekte erschienen betrachtens-, erwähnenswert?
  • Welche Spuren hat die Reise hinterlassen (Reisebericht, künstlerische Werke)

In den Seminarstunden werden exemplarisch ausgewählte Reisen behandelt. Eine Auswahlliste wird in der ersten Stunde vorgestellt. Die Themen reichen vom 7. Jahrhundert (Pilgerreise) bis ins 19. Jahrhundert (Architektenreise).
Eigene Vorschläge sind möglich.

Literatur zur Einführung:
Norbert Ohler: Pilgerstab und Jakobsmuschel. Wallfahren in Mittelalter und Neuzeit, Düsseldorf 2000. (oder ähnliche Titel desselben Autors)
Rainer Babel, Werner Paravicini (Hrsg.): Grand Tour. Adeliges Reisen und europäische Kultur; Ostfildern 2005.

 

Proseminar BK I: Bronzetüren im Mittelalter

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Die romanischen Bronzetüren gehören zu den bedeutendsten Beispielen europäischer Reliefkunst im frühen und hohen Mittelalter. Ästhetisch setzen sie sich von der mittelalterlichen Portalplastik durch eine eigene Bildstruktur ab, eine spezifische Matrix, durch die (früher als etwa in der Glasmalerei) szenische und figürliche Bildfelder zu komplexen ikonographischen Programmen und Bilderzählungen verbunden werden. Im Seminar werden die Türen unter ästhetischen und ikonographischen, theologischen und sozialgeschichtlichen Gesichtspunkten untersucht.

Literatur zur Einführung:

  • Adolph Goldschmidt, Die deutschen Bronzetüren des frühen Mittelalters, Marburg 1926.
  • Ursula Mende: Die Bronzetüren des Mittelalters 800-1200. München 21994 (urspr. 1983).
  • Salvatorino Salomi (Hg.),Le porte di bronzo dall'antichità al secolo XIII, 2 Bde., Rom 1990.

Hauptseminar/ÄK: Ästhetische Theorien der Moderne

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Gegenstand des Seminars sind grundlegende ästhetische Theorien des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Von Rosenkranz bis Adorno sollen Ästhetiken und Kunsttheorien, ihre Programmatiken und Konzepte, ihre Kategorien und Begriffe von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars in Referaten vorgestellt, analysiert und diskutiert werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zu umfangreicher (!) Textlektüre.

Literatur zur Einführung:

  • Willi Oelm üller/Ruth Dölle-Oelmüller/Norbert Rath: Diskurs: Kunst und Schönes. Paderborn 1982.
  • Norbert Schneider: Geschichte der Ästhetik von der Aufklärung bis zur Postmoderne. Stuttgart 1996.
  • Julian Nida-Rümelin/Monika Betzler (Hg.): Ästhetik und Kunstphilosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Stuttgart 1998.
  • Michael Kelly (Hg.): Encyclopedia of Aesthetics. 4 Bde. New York 1998

Proseminar BK II: Barockarchitektur

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Mehr als in den Jahrhunderten vorher und danach gehören im 17. und 18. Jahrhundert Architektur und Ausstattung zusammen, bilden eine Einheit. Eine Barockkirche ohne Stuckatur und Deckenmalerei wie etwa die Dominikanerkirche in Münster wirkt nüchtern, akademisch. Die Architektur ist zwar der Ausstattung übergeordnet, ohne sie jedoch unvollendet. Mehr noch als durch die Zentralperspektive der Renaissance wird die Welt durch das barocke 'Gesamtkunstwerk' in eine neue Ordnung gebracht. Ganze Städte folgen dem fürstlichen Maß, der einzelne Bau steht in achsialem Bezug zur Umgebung, ist Teil eines Gesamtgefüges. Der Fürst steht im Zentrum seines mehr oder weniger großen Kosmos: von ihm strahlt das Wegesystem aus in das Land, in die Stadt und in den Garten. Allegorische Bildsysteme vergleichen ihn mit der Sonne, mit dem Lenker des Sonnenwagens Apoll, der den Lauf der Gestirne als Lauf der Welt bestimmt.
Heutzutage erlebt man barocke Räume meist museal, man zahlt Eintritt und steht als Besucher in Filzpantoffeln auf dem glatten Parkett eines Festsaals, ein hervorragend informierter Kustos nennt Namen und Baujahr. Was man nicht sieht, ist die Funktion barocker Gebäude, gleichsam das 'Schloß in Betrieb'. Denn Architektur und Ausstattung waren insgesamt abhängig vom höfischen Zeremoniell, das immer wieder von den regierenden Fürsten erneuert wurde, das Hofleben ordnete und bei den wechselnden Anlässen kleinerer und größerer Festlichkeiten stets neu eingeübt wurde.
Dem wollen wir in diesem Proseminar ein wenig nachgehen, d.h. bei der Behandlung der Hauptwerke der europäischen Barockarchitektur wollen wir die Architektur „in Betrieb“, d.h. in Zeremoniell und Liturgie nicht ganz aus dem Auge verlieren.

Bibliographie
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Themen und Literatur
> Zeremoniell und Architektur

Literatur zur Einführung:
Ausst.-Kat. Barock in Deutschland, Residenzen, bearb.v. Ekhart Berckenhagen, Berlin 1966.
Hermann Bauer: Barock. Kunst einer Epoche, Berlin 1992.
Albert Baur: Wasserspiele für Götter, Fürsten und Volk, München, Wien, 1992.
Anthony Blunt u.a: Kunst des Barock und Rokoko: Architektur und Dekoration,
Freiburg i.Br., Basel, Wien 1979.
Wolfgang Braunfels: Die Kunst im Heiligen Römischen Reich, Bde. 1-6,
München 1979, 1980, 1981-1991.
Edith Ennen: "Residenzen. Gegenstand und Aufgabe neuzeitlicher Städteforschung", in: Residenzen. Aspekte hauptstädtischer Zentralität von der frühen Neuzeit bis zum Ende der Monarchie, hg.v. Kurt Andermann (Oberrheinische Studien 10, Sigmaringen 1992, S. 189-198.
Edith Ennen: "Mitteleuropäische Städte im 17. und 18. Jahrhundert", in: Die Städte Europas im 17. und 18. Jahrhundert, hg.v. W. Rausch, S. 1-20.
Norbert Elias: Die höfische Gesellschaft, Frankfurt 1983 (1961).
Werner Hager: Die Bauten des deutschen Barocks, Jena 1942.
Werner Hager: Barockarchitektur, Baden-Baden 1968.
Wilfried Hansmann: Barock. Deutsche Baukunst 1600-1760, Leipzig 1997.
Dieter Hennebo, Alfred Hoffmann: Geschichte der deutschen Gartenkunst, 4 Bde, Hamburg 1965.
Walter Hotz: Kleine Kunstgeschichte der deutschen Schlösser, Darmstadt 1970.
Thomas Dacosta Kaufmann: Court, Cloister and City. The Art and Culture of Central Europe 1450-1800, London, Chicago 1995 (inzwischen auf deutsch).
Harald Keller: Das Treppenhaus im deutschen Schloß- und Klosterbau des Barock, Diss. München 1936.
Ulrich Keller: Reitermonumente absolutistischer Fürsten. Staatstheoretische Voraussetzungen und politische Funktion, Zürich, München 1971.
Fiske Kimball: The Creation of the Rococo, Philadelphia 1943.
Karl Möseneder: Zeremoniell und monumentale Poesie. Die "Entrée solennelle"
Ludwigs XIV. 1660 in Paris, Berlin 1983.
Hugh Murray Baillie: "Etiquette and the Planning of the State Apartments in Baroque Palaces" in: Archaeologia or Miscellaneous Tracts relating to Antiquity, 101, 1967, S. 169-199.
Adolf Reinle: Zeichensprache der Architektur, Zürich, München 1976.
Ulrich Schütte, „Als wenn eine ganze ordnung dastünde [...], Anmerkungen zum System der Säulenordnungen und seiner Auflösung im späten 18. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 44, 1981, S. 15-37.
Ulrich Schütte: Ordnung und Verzierung. Unter­suchungen zur deutschsprachigen Architekturtheorie des 18. Jahrhunderts, Braunschweig/Wiesbaden 1986.
Ulrich Schulze: "Die Residenz in Münster", in: Ausstellungskatalog „Johann Conrad Schlaun. Architektur des Spätbarock in Europa“, (Hrsg. Klaus Bußmann, Florian Matzner, Ulrich Schulze), Stuttgart 1995.
John Summerson: Die Architektur des 18. Jahrhunderts, Stuttgart 1987, S. 8-12.
Martin Wackernagel: Die Baukunst des 17. und 18. Jahrhunderts, Berlin 1915.
Helmut Zagermann: Studien zur Ikonologie des barocken Treppenhauses in Deutschland und Österreich, Diss. Tübingen 1976, Tübingen 1978.
Ausst.-Kat. „Festarchitektur: Der Architekt als Inszenierungskünstler“, (hg.) Werner Oechslin, Anja Buschow: Stadtmuseum Düsseldorf 1984 - einen Einstieg in die Problematik mit der „Einstiegsliteratur“ gibt der Ausstellungskatalog auf S.166.

Hauptseminar BK II: Positionen zeitgenössischer Fotografie II

PD Dr. Martin Schulz

Beschreibung:
Das Seminar wird an das SoSe 2008 anschließen, kann aber von allen Interessierten besucht werden. Ging es zunächst darum, sich einen ersten groben (und kaum mehr abschließbaren) Überblick über die Kunstfotografie der Gegenwart zu verschaffen, werden nun einzelne Positionen, Zusammenhänge, Themen und theoretische Diskussionen genauer betrachtet und konkretisiert. Rückblicke in die Geschichte der Fotografie sowie gemeinsame Lektüre von grundlegenden Texten sollen das Spektrum abrunden. Geplant sind ferner Exkursionen zu aktuellen Ausstellungen und Tagungen.

Vorlesung: Glasmalerei des Mittelalters

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Die monumentalen Glasfenster in den mittelalterlichen Kirchen waren nicht nur ein Medium zur Vermittlung künstlerischer und religiöser Inhalte und Werte, sondern auch ein Medium sozialer Kommunikation. Die Fenster können als soziale Handlungsfelder verstanden werden, in denen sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen bewegten und ihre Interessen artikulierten. In der Vorlesung wird es nicht darum gehen, die Geschichte der Glasmalerei im Mittelalter in all ihren stilistischen und ikonographischen Verästelungen und ihrer gesamten zeitlichen und geographischen Ausdehnung zu rekonstruieren, sondern um eine stärker ins Detail gehende Auseinandersetzung mit signifikanten Einzelbeispielen, an denen sich einerseits die Grundzüge und Entwicklungen der mittelalterlichen Glasmalerei, andererseits aber auch die sozialen Diskurse und die Formen und Symbole gesellschaftlicher Kommunikation im Mittelalter aufzeigen lassen.

Literatur zur Einführung:
Louis Grodecki: Romanische Glasmalerei, Stuttgart 1977.
Wolfgang Kemp: Sermo Corporeus. Die Erzählung der mittelalterlichen Glasfenster, München 1987.
Rüdiger Becksmann: Deutsche Glasmalerei des Mittelalters. Eine exemplarische Auswahl, Stuttgart 1988.
Jane Welch Williams: Bread, Wine, & Money. The Windows of the Trades at Chartres Cathedral, Chicago 1993.

Vorlesung: Geschichte der Kunst V - Das 19. Jahrhundert

Prof. Dr. Ulrich Schulze


Beschreibung:

Diese Lehrveranstaltung findet unter meiner Leitung erstmalig ausschließlich für Studenten der Architektur im Vordiplom, d.h. laut Studienplan regelmäßig im 3. oder 4. Semester statt. Sie ersetzt die Vorlesung von Herrn Schneider. In seiner Vorlesung können keine Prüfungen für das Vordiplom der Architekturstudenten mehr abgelegt werden.
D.h. aber auch, dass ich versuchen werde, meine Vorlesung speziell auf die Bedürfnisse der Architekturstudenten abzustimmen, d.h. die Veranstaltung hat einführenden Charakter, Grundbegriffe werden erläutert, Methodisches kommt zur Sprache.
Zum Inhalt wäre zu bemerken, dass es sich bei dieser Vorlesung weiterhin um einen Teil eines Vorlesungszyklus‘ handelt, wie ihn die Studienordnung vorschreibt.
Das 19. Jahrhundert ist dabei ein Begriff, der nur annähend die zu behandelnde Epoche umreißt. Genauer handelt es sich um den Zeitraum von der französischen Revolution bis zum Wilhelminismus, was Architektur und Kunst anbelangt von der sog. Revolutionsarchitektur (Boullée und Ledoux) über die Weltausstellung in London in der Jahrhundertmitte bis hin zu den Vorläufern der Moderne, der Arts und Crafts-Bewegung und den Protagonisten des Jugendstils (etwa van de Velde).
Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Architektur gleichsam als Leitinstanz der Künste. Nichtsdestotrotz werden in immer wiederkehrenden Exkursen auch die anderen Gattungen der Kunst, d.h. Malerei, Skulptur und die angewandten Künste besprochen werden.

Ich empfehle schon hier allen Studenten der Architektur, die sich der Abschlussprüfung nach der vorlesungsfreien Zeit unterziehen wollen und müssen, die Veranstaltung regelmäßig zu besuchen und sich die Inhalte stichwortartig zu notieren. Ich werde aber die Powerpoint-Präsentationen zum Nacharbeiten regelmäßig ins Netz stellen. Eine Teilnahmeliste wird nicht geführt. Der Nachweis des Erfolgs erfolgt ausschließlich über die Klausur.

Weitere Fragen werden wir in der ersten Vorlesungsstunde klären.

Lernmaterial:
> 1, 2 Revolutionstheater
> 3 Boullée
> 4 Boullée
> 5 Romantik
> 6 Friedrich
> 7 Kölner Dom
> 8 Viollet le Duc, Semper
> 9 Moris bis Voysey
(Powerpointpräsentationen können bei Bedarf vom Sekretariat des Fachgebietes Kunstgeschichte zur Verfügung gestellt werden)

Literatur:
Rudolf Zeitler: Die Kunst des 19. Jahrhunderts, Propyläen Kunstgeschichte, Band 11, Berlin 1990.
Rolf Thoman (Hg.): Klassizismus und Romantik, Köln 2000.
Winfried Nerdinger, Klaus Jan Philipp und Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Revolutionsarchitektur, Ein Aspekt der europäischen Architektur um 1800, München 1990.
Reyner Banham: Die Revolution der Architektur. Theorie und Gestaltung im ersten Maschinenzeitalter, Braunschweig 1990 (1964).
Leonardo Benevolo: Geschichte der Architektur im 19. und 20. Jahrhunderts, mit einem Nachtrag von Paulhans Peters, 3 Bde., München 1978, 1988
(dtv-Wissenschaft; 4315, 4316, 4543)
Hans Gerhard Evers: Vom Historismus zum Funktionalismus, Baden-Baden 1976 (1967).
Kenneth Frampton: Die Architektur der Moderne. Eine kritische Baugeschichte, erw. Fassung der Orig.-Ausg. 5. Aufl. Stuttgart 1995 (1983).
Giedion, Sigfried: Raum, Zeit, Architektur. Die Entstehung einer neuen Tradition, 5. Aufl. Zürich 1992 (1941).
Sigfried Giedion: Die Herrschaft der Mechanisierung. Ein Beitrag zur anonymen Geschichte, hrsg. u. mit e. Vorw. von Henning Ritter, mit e. Nachw. von Stanislaus von Moos, 2. Aufl. Frankfurt/M. 1994 (1982) (Europäische Bibliothek; 8).
Henry-Russell Hitchcock: Die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, mit e. Einf. von Heinrich Klotz, München 1994 (engl. 1958).
Kritisch zu lesen, aber sehr aufschlußreich:
Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit, 11. unveränd. Aufl. Salzburg 1998 (1948).

Vorlesung: Geschichte der Kunst V - Das 19. Jahrhundert

Prof. Dr. Norbert Schneider

Beschreibung:
In Fortsetzung des auf sechs Semester angelegten Vorlesungszyklus zur Geschichte der Kunst von der frühchristlichen Antike bis zur Gegenwart wird in diesem Semester die Kunst des 19. Jahrhunderts behandelt. Der zeitliche Rahmen spannt sich zwischen zwei politisch relevanten Eckdaten, der Französischen Revolution (1789) einerseits und dem Deutsch-französischen Krieg (1870/71) andererseits. In kunstgeschichtlicher Hinsicht ist dies die Epoche der sog. „ersten Moderne“, eine Entwicklung, die, grob skizziert, mit den – teilweise antifeudalen – puristischen Tendenzen des Klassizismus einsetzt, dann eine dialektische Revision in der Romantik erfährt und schließlich in den gegenwartszugewandten Realismus sowie seinen Widerpart, den Symbolismus, mündet. Es werden alle Kunstgattungen behandelt (Architektur und Städtebau, Plastik, Malerei, Graphik und schließlich auch die Photographie). Dabei wird ausführlich auf signifikante Einzelbeispiele eingegangen. In methodischer Hinsicht wird nach den politischen, sozialen und kulturellen Funktionen bestimmter im 19. Jahrhundert aufgekommener Aufgaben (z. B. Museumsbauten, öffentliche Denkmäler usw.) und Motive (z. B. religiöse Themen, Historien- und Genremalerei) gefragt.