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Freundeskreis - Aktuelles

Freundeskreis der Kunstgeschichte am KIT

- Universität Karlsruhe (TH) – e.V.

 

Einladung zum Vortragsabend im Advent am 30. November 2017

Dr. Buket Altinoba

 

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,                                    04.11. 2017

heute möchte ich Sie herzlich einladen zu unserer bereits traditionellen Advents-Veranstaltung, die wieder im Seminarraum des Instituts für Kunstgeschichte im 1. OG, Zimmer 123, Englerstr. 7, 76131 Karlsruhe stattfinden wird

am Donnerstag, dem 30. November um 18:00 Uhr

An diesem Abend wird uns Frau Dr. Buket Altinoba einen Vortrag halten zum Thema:

            Re-Visioning World’s FairsWeltausstellung als Spektakel              

Für die Bewirtung wird ein Obulus von € 10,00 erbeten. Studentische Mitglieder sind frei.

Um Anmeldung an mich wird gebeten bis zum 26. November 2017.

Mit besten Grüßen
gez. Sabine Müller-Wirth

 

 

Freundeskreis der Kunstgeschichte am KIT
Universität Karlsruhe (TH) e. V.

 

Führung in der Ausstellung Sprachbilder Bildersprache. Die Künstler Helene Marcarover und Georg Alexander Mathéy am 09.08.2017 um 16:00 Uhr in der Badischen Landesbibliothek (BLB)

Frau Müller-Wirth begrüßt die Besucher im Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines zweisemestrigen Projektes von Studierenden der Kunstgeschichte, das Frau Dr. Alexandra Axtmann leitete. Erarbeitet wurde das Ausstellungskonzept im Rahmen des Seminars „Graphik aus dem Magazin – Künstlernachlässe der Badischen Landesbibliothek“. U.a. dafür wurde Frau Dr. A. Axtmann mit dem „Fakultätslehrpreis 2017 der Fakultät für Architektur für herausragende Leistungen in der Lehre“ ausgezeichnet. 

Die im Zentrum der Ausstellung stehenden Künstler Helene Marcarover und Georg Alexander Mathéy haben beide Migrationserfahrung und befassten sich in ihrem künstlerischen Schaffen mit Literatur und Poesie und setzten diese Sprachbilder in Bildersprache um. Neben Lebensdokumenten, Tagebüchern und Korrespondenzen umfassen deren Nachlässe vorwiegend Zeichnungen, Aquarelle und Buchillustrationen.

Frau Dr. A. Axtmann stellt Helene Marcarover (1904 – 1992), geboren im heutigen Polen, die sich in erster Linie mit dem Verhältnis des Menschen zur modernen Welt beschäftigte, vor. Ihre Themen waren melancholisch, expressive Selbstportraits, symbolische Landschaften und religiöse Motive. Themen ihrer Bilder sind: Einsamkeit, kahle Bäume, vereinzelte Menschen. Auch biblische Themen wie z. B. die 14 Stationen des Kreuzweges zeichnete sie. Ihr biographischer Hintergrund, das Erleben zweier Weltkriege sowie ihre Flucht im Zweiten Weltkrieg wird in ihren Werken sichtbar.

Frau Müller-Wirth setzte die Führung mit Georg Alexander Mathéy (1884 – 1968) fort. Ein Teil seines Schaffens war die umfassende Gestaltung von Büchern. Exemplarisch wird der Band „Das hohe Lied“ besprochen. Hier gestaltet er ein Werk, das seinen hohen Vorstellungen über die technische und künstlerische Buchgestaltung entspricht und damit zum Vorbild für eine „Architektur des Buches“ werden sollte.

Sein künstlerisches Schaffen zeigt sich auch am Werk von Hans Bethges „Satuila oder vom Zauber der Südsee“. Mathéy fertigt dafür eindrucksvolle Buchillustrationen. Er lässt das Buch auf handgeschöpftem holländischen Büttenpapier drucken und den Schuber mit gold- und grünbemustertem Papier beziehen. Dieses Buch wurde nur in einer Auflage von 250 nummerierten Exemplaren gedruckt.

1929 verlegte er sein Schaffen nach Griechenland. Er bekam vom Organisationskomitee für die Olympiade 1936 den Auftrag, vier große Gemälde für die Ausstellung „Sport der Hellenen“ für das deutsche Museum, Berlin anzufertigen. In der Ausstellung sind Fotos dieser Gemälde zu sehen. Die Originale hingen im Zentralbau des Neuen Museums in Berlin. Zwei der Werke gingen bei einem Luftangriff 1943 verloren. Der Verbleib der beiden vom Reichsluftfahrtministerium angekauften Werke ist unbekannt.

Neben seinem vielfältigen Schaffen entwarf er in den 1960er Jahren das Design der Werbung für eine Zitronenspeise von Dr. Oetker. Außerdem wurde sein Entwurf zum Posthornsatz 1950 realisiert, nicht jedoch der der 5-DM Münze. Er entwarf auch ein Rosenthal-Porzellanservice. Sein Anliegen war, zu zeigen, dass Design als Sprache dienen kann. Dies wird ebenfalls bei seinen Wohnraumentwürfen deutlich, wie auch bei den Vitrinen für das Klingspor-Museum, dessen erster Direktor er 1953 geworden war.

Die Veranstaltung endete um 17:00.

gez. Anne Weisenbach (Schriftführerin)


 

Freundeskreis der Kunstgeschichte am KIT
Universität Karlsruhe (TH) e. V.

Führung in der Ausstellung #Waldschwarzschön – Black Forest remixed! im Museum beim Markt am 30.08.2017 um 15:00 Uhr

Frau Müller-Wirth begrüßt die Teilnehmer sowie Frau Heidrun Jecht, Kuratorin der Ausstellung. Sie hob hervor, dass in der Ausstellung alte neben neuen Objekten zu sehen sind. Diese wurden sowohl von einheimischen als auch von internationalen Künstlern gefertigt. Ein besonderes Highlight ist ein Fahrrad mit Holzrahmen, das an eine Draisine erinnern soll. Außerdem ist ein Brettstuhl von Hans Thoma, eine Sofaknopfbürste, eine Origami Kuckucksuhr und vieles andere ausgestellt.

Frau Jecht beginnt ihre Führung mit der Frage, wie beschaffe ich Informationen über eine Ausstellung mit diesem Inhalt. Sie erklärte, dass sie vor allem im Internet bzw. in den sozialen Medien fündig wurde – deshalb stellte sie einen # (hashtag) an den Beginn des Ausstellungsmottos. Mit hashtags - d. h. Verschlagwortung - können Inhalte zu bestimmte Themen bzw. Schlagworten gefunden werden.

Die erste Insel der Ausstellung zeigt einen traditionellen Bollenhut mit 14 roten Bollen, die auf einem Tableau aus Gipskreide kreuzförmig angeordnet sind. Diese Art der Kopfbedeckung wurde nur in Gutach, Kirnbach und Reichenbach getragen. Daneben sieht man zwei Hocker mit roten bzw. schwarzen Bollen als Sitzfläche sowie ein „Bollenkissen“, die diese Tradition aufnehmen und in Gebrauchsgenstände einarbeiten. Damit wird gezeigt, dass das traditionelle Kunsthandwerk als imaginäre Inspirationsquelle dienen kann.

In der nächsten Insel wird ein Schäppel (chapel), den Bräute zur Hochzeit tragen, gezeigt. Dies ist ein Kopfschmuck, der aus vielen glänzenden, bunten Kugeln und Spiegeln besteht. Vor dem Schäppel liegt eine bunte Kette. Diese wurde aus weggeworfenen, bunten Schokoladenpapierchen gehäkelt. Hier wird der Tendenz vieler Designer Rechnung getragen, Müll in einen anderen Kontext zu stellen und damit aufzuwerten (upcycling).

Ein anderes Beispiel zeigt einen Gesichtsschleier in Form eines Lampenschirms, der als Hut getragen werden kann und aus gestärkter Klöppelspitze besteht.

Das nächste Thema ist ein traditioneller Brettstuhl, von Hans Thoma entworfen, aus der Schnitzschule in Bernau. Daneben steht ein Stuhl einer schwedischen Designerin. Sie unterzog den Stuhl einem facelifting unter Beibehaltung der Form und Handschnitzereien an der Lehne

Ebenso ist die Bürstenbinderei ein traditionelles Handwerk des Schwarzwaldes. Diese wurde von einer Designerin verwendet, um einen Fingerring mit Ziegenhaar zu gestalten. Ein anderes Ausstellungsstück zeigt einen Hocker mit Bürsten als Beine.

Das bekannteste Erzeugnis aus dem Schwarzwald ist die Kuckucksuhr mit einem mechanischen Schlagwerk. Diese zu internationaler Bekanntheit gekommene Schilduhr wurde in der Uhrmacherschule in Furtwangen von Friedrich Eisenlohr in Anlehnung an die damals üblichen Bahnwärterhäuschen umgeändert (Bahnhäusleuhr). Damit wurde sie ein Verkaufsschlager und in vielfältiger Weise interpretiert. Das spektakulärste Objekt dieser Art ist die Origami Uhr von Robert J. Lang. Die Black Forest Coocoo Clock, Opus 182*. Sie besteht aus einem ohne Absetzen gefaltetem und schnittlosem 351 cm langen und 35,1 cm breiten Elefantenhautpapier. Mit Hilfe der Origami Falttechnik entsteht daraus in 5,5 Stunden aus einem zweidimensionalen Papier ein dreidimensionales Objekt.

Als Beispiel des Konzeptdesigns wird ein graziler Hocker aus Stahl gezeigt, den ein japanischer Designer einer Flüssigkeit, die dem sauren Regen entspricht, ausgesetzt hat. Bei diesem Vorgang nimmt der Hocker aufgrund chemischer Prozesse Rost an. Er soll als Mahnmal auf das Waldsterben verweisen.

Ein weiteres Ausstellungsobjekt ist eine 0,33 l Flasche der Rothaus-Brauerei. Um den Flaschenhals liegt eine Goldmanschette. Aus dieser formte der Designer Sebastian Herkner eine Art Trichter und setzte ihn auf eine übliche Rosenthal Vase. Daraus entstand ein Objekt für die Rosenthal Studio-line.

Weihnachtskrippen gehören ebenfalls zur Tradition des Schwarzwaldes. Zu sehen ist hier eine traditionelle Kastenkrippe. Daneben stehen zwei Krippen für Puristen. Sie bestehen aus Vierkanthölzern aus Buchenholz, auf denen jeweils die Worte „Jesus“, „Maria“, „Josef“ usw. eingebrannt sind.

Daneben steht eine Krippe aus bayrischen Bierflaschen. Durch Manipulation der Bierflaschen werden diese zu der Heiligen Familie bzw. den Dreikönigen umgeformt, ohne dass der Bierflaschencharakter verloren geht.

Das letzte besprochene Objekt ist das Fahrrad, dessen Rahmen aus vielfach verleimtem Esche- und Nussbaumfurnier besteht. Der Erfinder arbeitete vorher im Yachtbau. Er stellte diesen Rahmen in einer Manufaktur in Schramberg her. Als Neuinterpretation eines Fahrradrahmens weicht er von der herkömmlichen Art ab, nimmt aber den Materialgedanken einer Draisine auf.

Frau Müller-Wirth bedankt sich bei Frau Heidrun Jecht mit einem Präsent.
Die Veranstaltung endete um 16:30.

gez. Anne Weisenbach (Schriftführerin)