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Wintersemester 2017/18

Hier finden Sie die Stundenplanübersicht für das Wintersemester 2017/18!
Änderungen vorbehalten!


Semesterdaten

Semesterbeginn: 1. Oktober 2017
Semesterende: 31. März 2018
Vorlesungsbeginn: 16. Oktober 2017
Vorlesungsende: 10. Februar 2018

Lehrveranstaltungen Wintersemester 2017/18

Vorlesungen      
Donnerstag, 9.45 - 11.15 Uhr Geschichte der Kunst IV - Barock-Rokoko-Klassizismus Jehle Fritz-Haller-Hörsaal
Dienstag, 15.45 - 17.15 Uhr Die gotische Kathedrale - eine Einführung Schulze Eiermann-Hörsaal
Mittwoch, 14.00 - 15.30 Uhr Skulptur der Moderne Papenbrock Eiermann-Hörsaal
Proseminare      
Dienstag, 17.30 - 19.00 Uhr GK: Grundlagen der Kunstwissenschaft Schulze Seminarraum
Mittwoch, 9.45 - 11.15 Uhr BK I/II: Form und Funktion politischer Architektur in Europa (12. - 19. Jhdt.) Schulze Seminarraum
Mittwoch, 11.30 - 13.00 Uhr BK II: Rembrandt Schulze Seminarraum
Dienstag, 14.00 - 15.30 Uhr BK I: Skulptur der Kathedrale Axtmann Seminarraum
Dienstag, 11.30 - 13.00 Uhr BK II: Rudolf Schlichter und die Kultur der Coolness Männig Seminarraum
Mittwoch, 15.45 - 17.15 Uhr BK II: Max Beckmann Papenbrock Seminarraum
Hauptseminare      
Montag, 14.00 - 15.30 Uhr BK II: Caravaggio Jehle Seminarraum
Dienstag, 10.00 - 11.30 Uhr BK I/II: Hans Baldung Grien Jehle
Jacob-Friesen
Staatliche Kunsthalle
Donnerstag, 14.00 - 15.30 Uhr BK II/ÄK: Re-Visioning World Fairs.
Weltausstellungen in 'glokalen' Kontexten I/II
Altinoba Seminarraum
Donnerstag, 8.00 - 9.30 Uhr BK II: Die Oktoberrevolution und die Kunst Papenbrock Seminarraum
Donnerstag, 11.30 - 13.00 Uhr BK II: Architektinnen Papenbrock Seminarraum
Übungen      
Termine s. Ankündigunstext Grundlagen der Fotografie Engel
Seeland
Fotowerkstatt
Donnerstag, 15.45 - 17.15 Uhr Übung zum Seminar:
Re-Visioning World Fairs.
Weltausstellungen im lokalen Kontext I/II
Förster Seminarraum
Freitag, 11.00 - 12.30 Uhr Einführung in die praktische Denkmalpflege Diruf Seminarraum
Termine s. Ankündigungstext Museumsarbeit praktisch:
Kunstvermittlung für Kinder
Grunow Seminarraum/
Staatliche Kunsthalle
Freitag, 9.15 - 10.45 Uhr Ausstellung virtuell - Teil II Klaassen/
Muñoz
Seminarraum
Donnerstag, 13.00 - 14.30 Uhr Gefühl, Emotion, Affekt - und die Kunst des 19. Jahrhunderts Voigt Staatliche Kunsthalle
Tutorien      
Montag, 9.45 - 11.15 Uhr Tutorium Gruppe 1 zu Grundlagen der Kunstwissenschaft
(für Erstsemester obligatorisch)
Senouci-Meflah Seminarraum
Montag, 11.30 - 13.00 Uhr Tutorium Gruppe 2 zu Grundlagen der Kunstwissenschaft
(für Erstsemester obligatorisch)
Heyer Seminarraum

 

Vorlesung: Geschichte der Kunst IV - Barock - Rokoko - Klassizismus

Prof. Dr. Oliver Jehle
Donnerstag, 9.45 - 11.15 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2017)
Fritz-Haller-Hörsaal


Beschreibung:
„Kunst [könne] niemals barock und das Barocke niemals Kunst [sein]“, so schreibt Benedetto Croce, und doch erfreut sich der Barock gerade heute einer neuen Aufmerksamkeit. Aber warum? Keine Epoche der europäischen Kulturgeschichte scheint so von Widersprüchen geprägt wie das Zeitalter des Barock. Überbordende Feste und tiefe Frömmigkeit, Dekadenz und Askese, Vielfalt und Ordnung, das Zeitalter des Barock sprengt Überkommenes und ersetzt es durch einen spielerischen Umgang mit Normen, wie sie etwa die Renaissance herausgebildet hatte. Der Reformation und ihren Bilderstürmern setzt die Epoche eine opulente Bildersprache entgegen, dem Absolutismus verleiht sie ein schillerndes Antlitz: Theatralische Inszenierungen erobern von Italien aus ganz Europa, die auf Überwältigung aus sind. Aber neben den dramatischen Bildtheatern, wie Rubens sie entwirft oder Caravaggios Pinsel sie furios in Szene setzt, kennt der Barock auch stillere Tonarten. Die Vorlesung wird den Zeitraum von 1580 bis 1789 und dabei die Strömungen des Barock und des Rokoko sowie die Kunst des Klassizismus vorstellen.

Literatur

  • Heinrich Wölfflin, Renaissance und Barock. Eine Untersuchung über Wesen und Entstehung des Barockstils in Italien, München 1888
  • Wilhelm Hausenstein, Vom Genie des Barock, München 1956
  • Hermann Bauer, Barock. Kunst einer Epoche, Berlin 1992
  • Werner Telesko, Einführung in die Ikonographie der barocken Kunst, Stuttgart 2005
  • Erwin Panofsky, Was ist Barock?, Hamburg 2010
  • Dominik Brabant, Marita Liebermann (Hrsg.), Barock : Epoche, ästhetisches Konzept, Denkform, Würzburg 2017 

Text zur Vorlesung
Barock 2

Vorlesung: Die gotische Kathedrale - eine Einführung

Prof. Dr. Ulrich Schulze
Dienstag, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 17. Oktober 2017)
Eiermann-Hörsaal


Beschreibung:
Die gotischen Kathedralen Nordfrankreichs gehören nicht nur zu den klassischen Gegenstandsbereichen der Kunstgeschichte, sondern mit dem kirchlichen „Gesamtkunstwerk“ der Kathedrale finden wir zugleich einen besonders hoch entwickelten Stand künstlerischer Produktion aller Gattungen vor: Architektur, Skulptur, Malerei, die heutzutage allerdings in überwiegendem Maße aus dem religiösen Zusammenhang gelöst sind.

Die Kathedrale ist der Ausgangspunkt, um Funktion, Form und Entstehungspraxis zu rekonstruieren, die Interessen der Auftraggeber und unterschiedlichen Anspruchsträger herauszuarbeiten, idealtypisch in voller Funktion, d.h. in der Liturgie der höchsten Feste, etwa der Krönung des Königs von Frankreich.

Dabei kommt auch der Skulptur der Kathedrale eine wichtige Funktion zu, denn sie ist nicht zu lösen aus dem Kontext, für den sie erdacht wurde, die Architektur der Kathedrale, die sie nicht nur ergänzt, sondern strukturell klärt, deren Funktionen in ihr offenliegen. D.h. die Skulptur dient der Erschließung der Funktion der Architektur genauso wie ihrer symbolischen Bedeutung, während umgekehrt der Aufstellungsort der Statuen und Reliefs Aufschluss darüber gibt, in welcher Bedeutung sie am Bauwerk auftreten.

Die Erforschung der Kathedrale hat aber inzwischen selbst eine Geschichte, die in der Vorlesung wenigsten ansatzweise beleuchtet werden soll: von Vasaris Verdikt zu Goethes stürmischem Hymnus auf den Meister Erwin vor der Kathedrale von Straßburg, über die Synthese Natur-Geist-Religion der Romantiker, die technische Theorie eines Viollet-le-Duc, formananlytische Ansätze von Jantzen bis Sedlmayr, ikonologische Analysen von Panofsky, Sedlmayrs „Himmlisches Jerusalem“ bis hin zu Kimpel/Suckales ideologiekritischer und bautechnischer Analyse der französischen Gotik des 12. und 13. Jahrhunderts.

Die Vorlesung ist als Einführung konzipiert und wird sich deshalb ebenso ausführlich mit der Form, den historischen Grundlagen, der Bautechnik, aber auch mit der grundlegenden Terminologie auseinandersetzen.

Vorlesung 17. Oktober 2017
Vorlesung 7. November 2017
Vorlesung 14. November 2017

 

Einführende Literatur zur Architektur

Hans Jantzen, Kunst der Gotik, Hamburg 1957Hans Sedlmayr, Die Entstehung der Kathedrale, Zürich 1950

Robert Branner, St. Louis and the Court Style in Gothic Architecture, London 1965

Otto von Simson, Die gotische Kathedrale: Beiträge zu ihrer Entstehung und Bedeutung, 2. verb. Aufl., Darmstadt 1972

Dieter Kimpel und Robert Suckale, Die gotische Architektur in Frankreich 1130-1270, München 1985

Willibald Sauerländer, Das Jahrhundert der großen Kathedralen 1140-1260, (Universum der Kunst), München 1990

Günter Binding: Hochgotik, Die Zeit der großen Kathedralen, (Taschens Weltarchitektur), Köln 1999

Louis Grodecki, Gotik, Stuttgart 1986 (=Weltgeschichte der Architektur).

Marcel Aubert, Hochgotik, Baden-Baden 1964 (=Kunst der Welt).

Erwin Panofsky, Gotische Architektur und Scholastik, Köln 1989 (1. Aufl. engl. Pennsylvania 1951).


Einführende Literatur zur Skulptur

Willibald Sauerländer, Gotische Skulptur in Frankreich 1140-1270, München 1970.

Willibald Sauerländer, Das Jahrhundert der großen Kathedralen 1140-1260, München 1990 ; dort die ältere Literatur.

Willibald Sauerländer, Von Sens bis Strassburg. Ein Beitrag zur kunstgeschichtlichen Stellung der Strassburger Querhausskulpturen, Berlin [u.a.] 1966.

Willibald Sauerländer, Die kunstgeschichtliche Stellung der Westportale von Notre-Dame in Paris. Ein Beitrag zur Genesis des hochgotischen Stiles in der französischen Skulptur, Marburg 1959.

Herbert Beck / Kerstin Hengevoss-Dürkopp (Hg.): Europäische Skulptur im 12. und 13. Jahrhundert. Frankfurt 1994.

Martin Büchsel, Gibt es eine Ästhetische Theorie der Skulptur des Mittelalters? sowie Peter Cornelius Claussen, Zentrum, Peripherie, Transperipherie: Überlegungen zum Erfolg des gotischen Figurenportals an den Beispielen von Chartres, Sangüesca, Magdeburg, Bamberg und den Westportalen des Domes S. Lorenzo in Genua, beide in: Studien zur Geschichte der europäischen Skulptur im 12./13. Jahrhundert, hrsg. Herbert Beck und Kerstin Hengevoss-Dürkopp, Frankfurt am Main 1994.

Willibald Sauerländer, Das Königsportal in Chartres. Heilsgeschichte und Lebenswirklichkeit, Frankfurt am Main 1996.

Martin Büchsel, Die Skulptur des Querhauses der Kathedrale von Chartres, Berlin 1995.

Paul Williamson, Gothic sculpture 1140-1300, New Haven, Conn./London 1995.

Peter Kurmann, La façade de la cathédrale de Reims: architecture et sculpture des portails, 2 vols., Paris 1987.

Wilhelm Schlink, Der beau Dieu von Amiens, Frankfurt am Main / Leipzig 1991.

Peter Cornelius Claussen, Antike und gotische Skulptur in Frankreich um 1200, in: Wallraf-Richartz Jahrbuch 35, 1973, S. 83-108.

Richard Hamann-Mac Lean, Antikenstudium in der Kunst des Mittelalters, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 15, 1949/50.

 

Vorlesung: Skulptur der Moderne

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Mittwoch, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn 18. Oktober 2017)
Eiermann-Hörsaal


Beschreibung:

Entlang der wechselvollen Geschichte der Moderne werden in der Vorlesung Hauptwerke der europäischen Plastik vom späten 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vorgestellt und unter stilistischen und ikonographischen sowie unter kunsttheoretischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten analysiert.

Literatur zur Einführung:
Penelope Curtis: Sculpture 1900-1945. Oxford 1999. – Deutsche Bildhauer 1900-1945, Entartet. Ausstellungskatalog. Hg. v. Christian Tümpel. Zwolle 1992. – Carl Einstein: Die Kunst des 20. Jahrhunderts. Berlin 1926. – Peter H. Feist: Figur & Objekt. Plastik im 20. Jahrhundert. Leipzig 1996. – Carola Giedion-Welcker: Plastik des 20. Jahrhunderts. Volumen und Raumgestaltung. Stuttgart 1955. – Werner Hofmann: Die Plastik des 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 1958. – Skulptur des Expressionismus. Ausstellungskatalog. Hg. v. Stephanie Barron. Köln 1984. – Skulptur im 20. Jahrhundert. Ausstellungskatalog. Hg. v. Margit Rowell. München 1986. – Eduard Trier: Bildhauertheorien im 20. Jahrhundert. Berlin 1971 ff.

Vorlesungsplan:

18.10.17          Einführung

25.10.17          Jahrhundertwende in Frankreich und Belgien: Rodin, Meunier, Matisse, Maillol, Brancusi, Derain

08.11.17          Jahrhundertwende in Deutschland: Hildebrandt, Barlach, Expressionisten

15.11.17          Vor dem Ersten Weltkrieg: Lehmbruck

22.11.17          Kubismus und Futurismus: Archipenko, Boccioni, Duchamp-Villon, Epstein, Lipchitz

29.11.17          Kubismus in Deutschland: Wauer, Lammert, Belling, Garbe, Herzog

06.12.17          Dada und Konstruktivismus: Max Ernst, Grosz, Hausmann, Tatlin, Gabo

13.12.17          Surrealismus: Picasso, Gonzales, Giacometti, Max Ernst

20.12.17          Metamorphosen: Laurens, Arp, Moore

10.01.18          Die 1930er Jahre in Deutschland I: Barlach, Kollwitz, Marcks, Mataré

17.01.18          Die 1930er Jahre in Deutschland II: Kolbe, Scheibe, Breker, Thorak

24.01.18          Paris 1937: Skulptur der Weltausstellung

31.01.18          Paris während des Krieges: Laurens, Picasso

07.02.18          Klausur


Skulptur 1
Skulptur 2
Skulptur 3

Proseminar Grundlagen der Kunstwissenschaft

Prof. Dr. Ulrich Schulze
begleitende Tutorien: Theresa Heyer und Asmaa Senouci-Meflah
Dienstag, 17.30 - 19.00 Uhr (Beginn: 17. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

Diese Veranstaltung wendet sich an Studienanfänger und dient der Orientierung im Fach Kunstgeschichte. Sie führt in die Gegenstandsbereiche des Faches (Malerei, Graphik, Plastik, Architektur, Stadtplanung, Kunstgewerbe, neue Medien usw.) ein, und zwar sowohl unter technischen Aspekten wie auch unter dem Gesichtspunkt von Funktionen (z. B. Bauaufgaben) und ikonographischen Bedeutungen (z. B. Malereigattungen wie Historienbild, Porträt, Landschaftsmalerei, Stillleben usw.).

Der erste Versuch der (gemeinsamen) Arbeit am Objekt ist die analytische Beschreibung mit dem Ziel, sich über die Objekthaftigkeit und Materialität des jeweiligen Gegenstandes als Medium historischer Bedeutungen bewusst zu werden.

 

Organisatorisches:

In jeder Sitzung versucht ein Teilnehmer, das Objekt zu beschreiben, ein anderer führt ein Spiegelstrich-Protokoll, das jeweils im darauffolgenden Tutorium besprochen wird. Die kontinuierliche Mitarbeit aller Studierenden durch Diskussionsbeiträge wird erwartet, evtl. kleinere Hausaufgaben sind möglich.

Das begleitende Tutorium, dessen Besuch obligatorisch ist, führt vornehmlich in die Praxis des kunstwissenschaftlichen Arbeitens, die Lektüre wissenschaftlicher Texte und in die wissenschaftliche Terminologie ein.

 

Literatur zur Einführung:

Allgemein zur Kunstgeschichte:

Ernst H. Gombrich, Die Geschichte der Kunst, London 2001 (Neuauflage).

Udo Kultermann, Geschichte der Kunstgeschichte. Der Weg einer Wissenschaft, überarb. und erw. Neuauflage, Frankfurt/Berlin/Wien: Prestel, 1996.

Zum Studium:

Jutta Held, Norbert Schneider, Grundzüge der Kunstwissenschaft. Gegenstandsbereiche, Institutionen, Problemfelder, Köln/Weimar 2007.

Marcel Baumgarten, Einführung in das Studium der Kunstgeschichte, Köln 1998.

Gegenstandsbereiche und Methodik:

Hans Belting, Heinrich Dilly u. a. (Hg.): Kunstgeschichte. Eine Einführung, 6. überarbeitete und erweiterte Aufl., Berlin 2003.

Marlite Halbertsma, Kitty Zijlmans, Gesichtspunkte. Kunstgeschichte heute, 2. Aufl., Berlin 1995.

Wolfgang Brassat, Hubertus Kohle, Methoden-Reader Kunstgeschichte: Texte zur Methodik und Geschichte der Kunstwissenschaft, Köln 2003.

Einzelne Themen:

Werner Busch (Hg.), Funkkolleg Kunst. Eine Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen, München/Zürich 1997 (und ältere zweibändige Ausg.).

Monika Wagner (Hg.), Moderne Kunst. Das Funkkolleg zum Verständnis der Gegenwartskunst, Reinbek bei Hamburg 1991 (und neuere Aufl.).

 

Proseminar BK I/II: Form und Funktion politischer Architektur in Europa (12. - 19. Jahrhundert)

Prof. Dr. Ulrich Schulze
Mittwoch, 9.45 - 11.15 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

Das Seminar entlehnt seinen Titel dem 1984 von Martin Warnke herausgegebenen Band „Politische Architektur in Europa vom Mittelalter bis heute“ mit dem Untertitel „Repräsentation und Gemeinschaft“. Wie in diesem Buch sollen auch in dem Proseminar einige Aspekt des politischen Bedeutungsumfangs dargestellt werden, in dem Architektur wirksam werden kann. Das Bauen hat zu allen Zeiten sein politisches Gewicht allein dadurch erhalten, dass es ein gewichtiger wirtschaftlicher Faktor im Staate war, darüber hinaus der einzelne Bau in Konkurrenz zu anderen ebenso wie das bauliche Ensemble oder die Anlage der Stadt dazu geeignet erschien, die Idee vom Staat bzw. dessen Ansprüche Dritten gegenüber zu artikulieren. Wir selbst drücken uns heute noch, gerade was die Dinge des Staates angeht, gern in architektonischen Metaphern aus. Eine gut fundierte Argumentation vermag die Basis zu überzeugen, dass es dem Überbau nicht nur an Fassadenkosmetik gelegen zu sein scheint. „Bau und Überbau“ heißt ein weiteres wichtiges Buch von Warnke, in dem auf der Basis umfangreicher Archivalien der Begriff des Anspruchsniveaus entwickelt wird, den der Bauherr mit der Architektur vorzutragen gedenkt.

Es geht hier mithin um die Ikonographie der Architektur (Richard Krautheimer), das Zitathafte an ihr, das Verhältnis von Innovation und Rezepion (Hans-Joachim Kunst), ihre abbildende Funktion (Hans Sedlmayr), um Architektur als Bedeutungsträger (Günther Bandmann). Die Beispiele reichen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, denn gerade die scheinbare Geschichtslosigkeit des „Neuen Bauens“ ohne Fassaden, Architektur als gleichsam abstrakte Kunst eines „International Style“, ist sehr bald auch aus den eigenen Reihen heraus in Frage gestellt worden.

Einführende Literatur:
 

Es gibt inzwischen eine Fülle von Literatur zu einzelnen Bautypen, zu Epochen und natürlich Forschungen zu einzelnen Bauten oder Ensembles, so dass es nahezu unmöglich, auch kaum sinnvoll wäre, eine komplette Bibliographie zum Thema zu erstellen. Deshalb nenne ich hier nur einige einführende Titel sowie wenige subjektiv ausgewählte Einzelstudien.

  • Martin Warnke (Hg.): Politische Architektur in Europa vom Mittelalter bis heute. Repräsentation und Gemeinschaft, Köln 1984.
  • Martin Warnke, Bau und Überbau. Soziologie der mittelalterlichen Architektur nach den Schriftquellen, Frankfurt 1984.
  • Martin Warnke, Politische Ikonographie, in: Irvin Lavin e.a., Die Lesbarkeit der Kunst. Zur Geistesgegenwart der Ikonologie, Berlin 1992.
  • Hermann Hipp, Ernst Seidl (Hgg.): Architektur als politische Kultur, Berlin 1996 – dort weitere wichtige Literatur in den Anmerkungen des einleitenden Aufsatzes von Klaus von Beyme, S. 33f.
  • Bernd Schäfers, Architektursoziologie. Architektursoziologie. Grundlagen - Epochen – Themen, Wiesbaden 2014   
  • Günther Bandmann: Mittelalterliche Architektur als Bedeutungsträger, Berlin 1951.
  • Günter Bandmann, Ikonologie der Architektur, Darmstadt 1969
  • Hans Gerhard Evers: Tod, Macht und Raum als Bereiche der Architektur, München 1939, Neuauflage 1970.
  • Heinrich Klotz, Der Florentiner Stadtpalast. Zum Verständnis einer Repräsentationsform, in: Architektur des Mittelalters. Funktion und Gestalt, hg. Friedrich Möbius, Ernst Schubert, Weimar 1984, S. 307-44.
  • Richard Krautheimer: Einführung zu einer Ikonographie der mittelalterlichen Architektur, in: Ausgewählte Aufsätze, Köln 1988, zuerst: Introduction to an ‚Iconographie of Medieval Architeture’, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, Bd. 5, 1942, S. 1-33.
  • Hans-Joachim Kunst: Freiheit und Zitat in der Architektur des 13. Jahrhunderts – Die Kathedrale von Reims, in: Bauwerk und Bildwerk im Hochmittelalter, hg. Karls Clausberg u.a., Gießen 1981, S. 87-102.
  • Hans Joachim Kunst, Wolfgang Schenkluhn: Die Kathedrale von Reims. Architektur als Schauplatz politischer Bedeutungen, Frankfurt/M. 1988, S. 27, vor allem aber das Kapitel „Tradition und Innovation: Die Architektur im politischen Kontext, S. 70-84.
  • Hellmut Lorenz: Der habsburgische Reichsstil – Mythos und Wirklichkeit, in: Künstlerischer Austausch, Akten des XXVIII. Internationalen Kongresses für Kunstgeschichte, Berlin 1992, Bd. II, Berlin 1993, S. 163-175.
  • Franz Matsche: Die Kunst im Dienst der Staatsidee Kaiser Karls VI., 2 Bde., Berlin, New York 1981.
  • Stanislaus von Moos: Turm und Bollwerk. Beiträge zu einer politischen Ikonographie der italienischen Renaissancearchitektur, Zürich 1974.
  • Paul von Naredi-Rainer: Salomos Tempel und das Abendland: monumentale Folgen historischer Irrtümer, Köln 1994.
  • Adolf Reinle: Zeichensprache der Architektur. Symbol, Darstellung und Brauch in der Baukunst des Mittelalters und der Neuzeit, Zürich, München 1976.
  • Hans Sedlmayr: Die politische Bedeutung des deutschen Barock. Der „Reichstil“, in: Gesamtdeutsche Vergangenheit, Festgabe für Heinrich Ritter von Srbik, München 1938, S. 126-40, nahezu unverändert wieder abgedruckt in: Hans Sedlmayr, Die politische Bedeutung des deutschen Barock. Der „Reichstil“, in: Epochen und Werke, Bd. 2, Wien 1960, S. 140-173
  • Hans Sedlmayr: Architektur als abbildende Kunst, in: Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 225, Bd. 3, 1948.
  • Matthias Untermann: Der Zentralbau im Mittelalter. Form, Funktion, Verbreitung, Darmstadt 1989.
     

20. Jahrhundert

  • Ingeborg Flagge, Wolfgang Jean Stock (Hg.), Architektur und Demokratie. Bauen für die Politik von der amerikanischen Revolution bis zur Gegenwart, hg. vom Deutschen Bundestag, mit einem Vorwort von Rita Süssmuth, Stuttgart 1992: darin grundlegende Beiträge z.B. Adolf Arndts Vortrag “Demokratie als Bauherr” aus dem Jahr 1960; Winfried Nerdinger, Politische Architektur. Betrachtungen zu einem problematischen Begriff; Klaus von Beyme, Demokratie, Parlament und Öffentlichkeit; Günter Behnisch, Bauen für die Demokratie.
  • Ausst.-Kat. Macht und Monument, Romana Schneider, Wilfried Wang (Hg.) = Bd. 3 der Aus-stellungstrilogie „Moderne Architektur in Deutschland 1900 bis 2000", Ostfildern 1998: darin wichtige Beiträge von Wolfgang Schliche, Platz für die Macht. Der Spreebogen in Berlin-Tiergarten; Hans-Emst Mittig, NS-Stil als Machtmittel; Winfried Nerdinger„,Ein deutlicher Strich durch die Achse der Herrscher". Diskussionen um Symmetrie, Achse und Monumentalität zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik.
  • Franziska Bollerey, Architekturkonzeptionen der utopischen Sozialisten. Alternative Planung und Architektur für den gesellschaftlichen Prozess. München 1977.
  • Martin Damns, Das Rathaus. Architektur und Sozialgeschichte von der Gründerzeit bis zur Postmodeme. Schwerpunkt: Rathausbau 1945-1986 in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin 1988
  • Anna Tout, Architektur im Dritten Reich 1933-1945, Berlin/Frankfurt/Wien 1967 (Bauwelt Fundamente Bd. 19)
  • Karin Wilhelm, Demokratie als Bauherr. Überlegungen zum Charakter der Berliner politischen Repräsentationsbauten, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 34-35/2001, S. 7-15.
  • Mönninger, Michael (2000): „Die politische Architektur der Hauptstadt“; in Scheer, Thorsten; Kleihues, Josef Paul; Kahlfeld, Paul (Hg.): Stadt der Architektur – Architektur der Stadt; Berlin: Nicolai, S.389-397.
  • Nerdinger, Winfried (1998): „‘Ein deutlicher Strich durch die Achse der Herrscher‘. Diskussionen um Symmetrie, Achse und Monumentalität zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik“; in: Schneider, Roman; Wang, Wilfried (Hg.): Moderne Architektur in Deutschland 1900 bis 2000. Macht und Monument; Ostfildern-Ruit: Hatje, S.87-99

Termine und Themen

 

18.10.  Vorstellung und Verteilung der Themen

25.10.  Einführung I

01.11.  Feiertag Allerheiligen

08.11.  Einführung II

15.11.  Einführung III

22.11.  1. Kaiser, Papst und Cluny: Der Kaiserdom zu Speyer als Demonstration der Macht -

           2. Antike oder Mittelalter?: Der Florentiner Stadtpalast im 14. Und 15. Jahrhundert 

29.11.  1. Macht und Raum: Michelangelos Kapitol in Rom -

           2. Die Angemessenheit der Form: Vaux-Le-Vicomte und Versailles -

06.12.  1. Italien und Frankreich: Die Louvre-Ostfassade – Claude Perrault (?) -

13.12.  1. Arma et Litterae: Die Hofbibliothek Fischer von Erlachs im Kontext des Umbaus der Hofburg -

20.12.  1. Der „Reichsstil“: oder der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr als Ideologe -

           2. Frankreich in Rom: die Vorgeschichte der Spanischen Treppe in Rom - Francesco de Sanctis, 1723-36 -

10.01.  1. Revolutionsarchitektur?: Nicolas Ledoux und das Theater -

           2. - Gotik als Nationalstil: Die Vollendung des Doms in Köln und die Planung eines Nationaldoms in Berlin -

17.01.  1. Das politische Zitat: Friedrich von Schmidts Rathaus, 1868-83, im Kontext der Wiener Ringstraße –

           2. Provokation: Das Haus am Michaelerplatz – Adolf Loos und die Hofburg -

24.01.  1. Industrie und Reich: die Kleinmotorenfabrik der AEG in Berlin, 1910-13, als Modell der Deutschen Botschaft in St. Petersburg, 1912 – beide von Peter Behrens -

           2. Bau und Gegenbau: Bruno Tauts Hufeisensiedlung in Britz, die „Rote Front“ und die Reaktion - Ernst Engelmann und Emil Fangmeyers Bauten für die „Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaus am Grünen Ring (Ernst-Reuter-Allee) -

31.01.  1. Nazi-Ideologie: das Olympiastadion in Berlin von Werner March u.a., 1934-36 –

           2. Faschismus und Moderne: die Casa del Fascio in Como, 1932 - Giuseppe Terragni  -

07.02.  1. Bau und Gegenbau in der geteilten Stadt: Stalinallee und Hansaviertel in Berlin -

           2. Demokratie als Bauherr: Reichstag und Bundeskanzleramt in Berlin -

Proseminar BK II: Rembrandt

Prof. Dr. Ulrich Schulze
Mittwoch, 11.30 - 13.00 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-69) gilt als einer der bedeutendsten und bekanntesten Künstler der Niederlande des 17. Jahrhunderts, der Epoche des Goldenen Zeitalters, zwar zerrissen durch die Glaubenskriege, aber zugleich eine politische, wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit für das Land.

Rembrandt war Maler, er führte eine große Werkstatt und bildete zahlreiche junge Künstler aus. Auch seine Radierungen und Zeichnungen standen hoch im Kurs.

Wir werden uns in diesem Proseminar vor allem mit der Ikonographie seiner Historienbilder beschäftigen, biblische und mythologische Themen, aber auch einen Blick auf die Porträts, Gruppenbilder und Landschaften werfen.


Literatur zur Einführung:

  • Bauch, Kurt, Der frühe Rembrandt und seine Zeit, Berlin 1960.
  • Simon Schama, Rembrandts Augen, Berlin 2000.
  • Gary Schwartz, Rembrandt. Sämtliche Gemälde in Farbe. Stuttgart, Zürich 1987.
  • Christian Tümpel, Rembrandt in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek bei Hamburg 1977.

Weiterführende Literatur:

  • Svetlana Alpers, Kunst als Beschreibung. Die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts, Köln 1985.
  • Svetlana Alpers, Rembrandt als Unternehmer. Sein Atelier und der Markt, Köln 1989.
  • Kurt Bauch, Rembrandt. Gemälde, Berlin 1966.
  • Gerd Betz (Bearbeiter), Rembrandt, Harmensz van Rijn, Sämtliche Radierungen in Originalgröße, Stuttgart 1978
  • Bredius, Abraham, Rembrandt. Gemälde, Wien 1935.
  • J. Bruyn, B. Haak, S.H. Levie, P.J.J. van Thiel, E. van de Wetering, A Corpus of Rembrandt Paintings. 3 Bde. (I: 1625-1631, II: 1631-1634, III: 1635-1642), Den Haag/Boston/London 1982 ff. (Rembrandt Research Project).
  • Horst Gerson, Rembrandt. Gemälde, Amsterdam 1969.
  • Cornelius Hofstede de Groot, Die Urkunden über Rembrandt (1575-1721), Den Haag 1906.
  • Arnold Houbraken, De groote schouburgh der nederlantsche konstschilders en schilderessen, 3 Bde. Amsterdam 1718-1721.
  • Ausst.-Kat. London 1999: Rembrandts Selbstbildnisse, National Gallery, London. Stuttgart 1999.
  • Michael North, Kunst und Kommerz im Goldenen Zeitalter, Köln 1992.
  • Erwin Panofsky, Rembrandt und das Judentum, in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, 18/1973, S. 75-108.
  • Seymour Slive, Rembrandt and his Critics. Den Haag 1953.
  • Walter L. Strauss, Marjon van der Meulen, The Rembrandt Documents, New York 1979.
  • Christian Tümpel, konographische Beiträge zu Rembrandt (I) u. (II),  in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, 13/1968: 95-126 (I) u. 16/1971: 20-38 (II).
  • Christian Tümpel, Rembrandt. Mythos und Methode,  Antwerpen 1986.
  • Ernst van de Wetering, Rembrandt. The Painter at Work, Amsterdam 1997.
  • Anton Ziemba, Rembrandts Landschaft als Sinnbild. Versuch einer ikonographischen Deutung, in: artibus et historiae 15. 8 (1987) S. 109-134.
  • Paul Zumthor, Das Alltagsleben in Holland zur Zeit Rembrandts, Leipzig 1992 (urspr. Paris 1959).

 

Themen und Termine

18.10.  Vorstellung und Verteilung der Themen

25.10.  Einführung I

01.11.  Feiertag Allerheiligen

08.11.  Einführung II

15.11.  Einführung III

22.11.  1. Die Rolle des Geldes: Der reuige Judas zahlt die Silberlinge zurück, 1629 - England, Privatbesitz; Das Gleichnis vom Reichen, auch gen. Der Geldwechsler, 1627 – Berlin, SMPK, Gemäldegalerie -

           2. Der erste große Auftrag: Passionszyklus für Prinz Frederik Hendrix, Statthalter der Niederlande: Die Kreuzaufrichtung, um 1633 – München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek; Die Kreuzabnahme, um 1633 – München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek; Die Auferstehung, 1635/39 – München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek -

29.11.  1. Alles Theater?: Selbstbildnis mit Saskia oder der verlorene Sohn im Bordell, 1635 – Staatliche Kunstsammlungen Dresden - Gemäldegalerie Alte Meister –

           2. Schrift und Bild: Das Fest des Belsazar, um 1639 - London, National Gallery –

06.12.  1. Das Alte Testament (30er Jahre) – Simson: Simson, an der Hochzeitstafel das Rätsel aufgebend, 1638 - Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister; Simson bedroht seinen Schwiegervater, 1635 - Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin; Die Blendung Simsons, 1636 - Frankfurt a.M., Städelsches Kunstinstitut (Geschenk an Huygens) -

            2. Das Alte Testament (60er Jahre): Haman: Ahasver und Haman beim Festmahl der Esther, 1660 – Moskau, Puschkin Museum; im Vgl. zu Haman in Ungnade, 1665 - St. Petersburg, Eremitage -

13.12.  1. Sehen und Glauben?: Noli me tangere, 1638 – London, Royal Collection; - im Vgl. mit Noli me tangere, 1651 – Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum

            2. Sehen, Tasten, Glauben: Christus in Emmaus, 1648 – Paris, Louvre;  im Vgl. mit Christus in Emmaus, 1629 – Paris, Musée Jacquemart-André; Der auferstandene Christus in Emmaus, 1648 - Kopenhagen, Statens Museum for Kunst; im Vgl. mit Christus zeigt dem ungläubigen Thomas die Seitenwunde, 1634 - Moskau, Puschkin Museum

20.12.  1. Darstellung des Wortes: Der Mennonitenprediger Cornelis Claesz Anslo und seine Frau Aeltje Gerritsdr Schouten, 1641 – SMPK, Gemäldegalerie; im Vgl. mit Portrait des Cornelis Claesz Anslo, 1640 - Paris, Musée du Louvre; Porträt des Predigers Cornelisz Claesz. Anslo, 1641 - Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin; Christus predigend, auch gen. La Petite Tombe - Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin; Petrus und Paulus im Gespräch, 1628 - Melburne, National Gallery -

            2. Historie oder Porträt?: Die Anatomie des Doktor Tulp, 1632 - Den Haag, Mauritshuis; im Vgl. zu Rembrandt, Die Anatomie des Dr. Deyman, Fragment, 1656 – Amsterdam, Rijksmuseum -

10.01.  1. Radierungen: Hundertguldenblatt, 1647/49 - Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Matth. 19; im Vergleich zu Christus predigt (La Petite Tombe), etwa 1652 – Washington, National Gallery of Art

            2. Radierungen: Ecce Homo, 1635 - Amsterdam, Rijksmuseum; im Vergleich zu Ecce Homo, 1655 - Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin; im Vergleich zu Ecce Homo, späterer Zustand - Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin -

17.01.  1. Rembrandt und die Landschaftsmalerei: Ansicht von Amsterdam, um 1642 – Radierung; im Vgl. zu Hendrick Goltzius, Dünenlandschaft bei Haarlem, 1603, Feder – Rotterdam, Museum Boymans-van Breuningen; Hercules Seghers, Ansicht von Rhenen, um 1625-30 – Berlin, SMPK; Die drei Bäume, 1643 -

            2. Der Segen: Jakob segnet die Söhne Josephs, 1656 - Kassel, Staatliche Kunstsammlungen, Gemäldegalerie -

24.01.  1. Tobias – das Problem des Sehens: Tobias heilt seinen blinden Vater, 1636 - Stuttgart, Staatsgalerie; Der alte Tobias und seine Frau, 1659 - Rotterdam, Museum Boymans-van Beuningen; Der blinde Tobias, 1651 - Dresden, Kupferstichkabinett -

            2. Tobias und Manoah – das Problem des Erkennens: Der Engel verläßt Tobias und seine Familie, 1637 – Paris, Louvre; Der Engel verläßt die Familie des Tobias, 1641 – Radierung, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin; im Vgl. zu der Thematik des Opfers des Manoah, um 1641 - Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister; Opfer des Manoah, um 1641 – Zeichnung in Winterthur; Opfer des Manoah, um 1635-38 - Zeichnung in Berlin, Staatliche Museen, Kupferstichkabinett; Manoah und sein Weib vor dem Engel, um 1632-33 - Zeichnung in Rotterdam -

31.01.  1. Der große Auftrag?: Die Verschwörung des Claudius Civilis, 1661/62 - Stockholm, Nationalmuseum; Die Verschwörung des Claudius Civilis, 1661/62 – Feder, Pinsel in München, Staatliche Graphische Sammlung - für das neue Rathaus, Galerie des Bürgersaales – nach Tacitus, Aufstand der Bataver gegen Rom (Spanien) -

            2. Porträt oder Historie: Isaak und Rebecca oder auch gen. Die Judenbraut, um 1665 - Amsterdam, Rijksmuseum; Familienbildnis, um 1668/69 - Braunschweig, Herzog-Anton-Ulrich-Museum -

07.02.  1. Bilder für Ruffo: Aristoteles mit der Büste Homers, 1653 - New York, The Metropolitan Museum of Art; Homer, 1663 - Den Haag, Mauritshuis; Alexander der Große, 1655 - Glasgow, Art Gallery and Museum; dazu im Vgl. Homer, einem Schüler diktierend, um 1660 - Stockholm, Nationalmuseum; und Homer Verse vortragend, 1652 - Amsterdam, Sammlung Six – Lit.: Simon Schama, Rembrandts Augen, Berlin 2000 -

            2. Heimkehr des verlorenen Sohnes: Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1666/69 – St. Petersburg, Eremitage; Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1642 – Zeichnung in Haarlem; Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, um 1640/45 – Zeichnung in Rotterdam -

Proseminar BK I: Die Skulptur der Kathedrale

PS BK I (alte SPO)
Modul Grundlagen Mittelalter bis Manierismus (neue SPO) – PS 2 LP/ 6 LP

Dr. Alexandra Axtmann
Dienstag, 14.00 – 15.30 Uhr (Beginn: 17. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Im Seminar soll anhand ausgewählter Beispiele ein Überblick über die Skulptur der gotischen Kathedrale und ihre wichtigsten Formen wie Portalskulpturen, Lettner und Chorschranken, Triumphkreuzgruppen, Kanzeln, Sakramentshäuser, Grabmäler u.a. erarbeitet werden. Dabei sollen nicht nur die formalen Aspekte und deren stilistische wie ikonographische Besonderheiten, sondern auch Fragen zur räumlichen Situierung innerhalb der Kathedrale, zu Funktion und liturgischer Einbindung berücksichtigt werden. Deshalb werden wir die einzelnen Themen nicht rein typologisch und chronologisch abhandeln, sondern vor allem in der ersten Hälfte des Semesters die großen gotischen Kathedralen mit allen relevanten und bedeutenden Skulpturenprogrammen in der Gesamtschau betrachten. 

Organisatorisches:
Bitte informieren Sie sich vorab über die Referatsthemen (s. unten). In der Liste finden Sie unter den großen Themen der Sitzungen immer mehrere Referatsthemen (durch Semikolon getrennt).

Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der ersten Sitzung am 17. Oktober 2017.

Je nach Teilnehmerzahl können die Referate als Gruppenreferate vergeben werden.

In der BLB wird ein Semesterapparat mit der wichtigsten Literatur eingerichtet werden.

Am Samstag, den 25.11.2017, wird eine für das Seminar obligatorische Exkursion nach Freiburg stattfinden, auf welcher wir uns das Freiburger Münster in einer intensiven Betrachtung erarbeiten werden. Die Referate zu Freiburg werden also vor Ort gehalten werden.

Bei Interesse ist eine weitere Exkursion nach Strasbourg möglich; dies werden wir in der ersten Sitzung besprechen.
 

Mögliche Scheine:

Alte SPO

2 ECTS Punkte: regelmäßige Teilnahme + Referat
4 ECTS Punkte: regelmäßige Teilnahme + Referat + Essay
6 ECTS Punkte: regelmäßige Teilnahme + Referat + Hausarbeit

Neue SPO

2 ECTS Punkte: regelmäßige Teilnahme + Referat
6 ECTS Punkte: regelmäßige Teilnahme + Referat + Hausarbeit


Mögliche Referatsthemen:

(Sortierung nach Referatstermin; genaue Terminfestlegung in der ersten Sitzung)

  • Die Kathedrale in Chartres: Gewändefiguren, Bsp. Königsportal
  • Die Kathedrale in Reims: Westportale
  • Das Straßburger Münster: das Skulpturenprogramm der Westportale; die Querhausportale; Engelspfeiler und Skulpturengruppe „Christus am Ölberg
  • Der Bamberger Dom: Portale; Skulpturen im Innern, Chorschrankenreliefs
  • Das Freiburger Münster: Portale und Portalhalle; Ausstattung Langhaus (Kanzel, Heiliges Grab etc.); Ausstattung Chorraum, Chorumgang
  • Der Naumburger Dom: Westchorlettner; Stifterfiguren im Westchor
  • Der Magdeburger Dom: Portale; Skulpturen im Innern, Heiliges Grab; Lettner
  • Englische Chorschranken und Lettner: Canterbury; York Minster
  • Grabmäler in Italien: Grabmal des Kardinals de Bray in Orvieto; Grabmäler der Anjou in Neapel
  • Grabmäler in England - Chantry Chapels: z.B. Edward II. in Gloucester; William of Wykeham und Henry Beaufort in Winchester          
  • Kanzeln in Italien: im Dom zu Siena (Nicola Pisano); im Dom zu Pisa (Giovanni Pisano)
  • Kanzeln auf deutschem Gebiet: die Tulpenkanzel im Freiberger Dom (Hans Witten); die Kanzel im Wiener Stephansdom (Vgl. mit Kanzeln in Straßburg und Freiburg)
  • Sakramentshäuser: der Sakramentsturm im Bad Doberaner Münster und seine hölzernen Vorläufer; Adam Krafts Sakramentshaus in St. Lorenz zu Nürnberg

Literaturauswahl zur Einführung:

  • Beck, Herbert / Hengevoss-Dürkop, Kerstin: Studien zur Geschichte der europäischen Skulptur im 12./13. Jahrhundert. 2 Bde. Frankfurt a. M. 1991
  • Jantzen, Hans: Kunst der Gotik. Klassische Kathedralen Frankreichs - Chartres, Reims, Amiens. Neuausg., erw. u. kommentiert durch e. Nachwort von Hans-Joachim Kunst. Berlin 1987
  • Jung, Jacqueline: The gothic screen: space, sculpture and community in the cathedrals of France and Germany (1200-1400). Cambridge 2013
  • Kimpel, Dieter/Suckale, Robert: Die gotische Architektur in Frankreich 1130-1270. München 1985
  • Klein, Bruno (Hg.): Gotik. München/ Berlin 2007 ( = Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland Bd. 3)
  • Körner, Hans: Grabmonumente des Mittelalters. Darmstadt 1997
  • Krause, Katharina (Hg.): Spätgotik und Renaissance. München/ Berlin 2007 ( = Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland Bd. 4)
  • Krohm, Hartmut: Meisterwerke mittelalterlicher Skulptur. Berlin 1996
  • Panofsky, Erwin: Die deutsche Plastik des elften bis dreizehnten Jahrhunderts. 2 Bde. München 1924
  • Poeschke, Joachim: Die Skulptur des Mittelalters in Italien. 2 Bde. München 1998/2000
  • Sauerländer, Willibald: Das Jahrhundert der großen Kathedralen 1140-1260. München 1990
  • Sauerländer, Willibald: Gotische Skulptur in Frankreich: 1140 – 1270. München 1970
  • Schmelzer, Monika: Der mittelalterliche Lettner im deutschsprachigen Raum. Typologie und Funktion. Petersberg 2004
  • Schneider, Norbert: Geschichte der mittelalterlichen Plastik. Von der frühchristlichen Antike bis zur Spätgotik. Ein historischer Überblick mit 43 Werkanalysen. Köln 2004
  • Sedlmayr, Hans: Die Entstehung der Kathedrale. Zürich 1950
  • Simson, Otto von: Die gotische Kathedrale. Beiträge zu ihrer Entstehung und Bedeutung. 2. verb. Aufl. Darmstadt 1972
  • Tripps, Johannes: Das handelnde Bildwerk in der Gotik. Forschungen zu den Bedeutungsschichten und der Funktion des Kirchengebäudes und seiner Ausstattung in der Hoch- und Spätgotik. Berlin 1998
  • Williamson, Paul: Gothic sculpture 1140-1300. New Haven/London 1995

Proseminar BK II: Rudolf Schlichter und die Kultur der Coolness

Dr. Maria Männig
Dienstag, 11.30 - 13.00 Uhr (Beginn: 17. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Das Schlagwort von der Abstraktion als Weltsprache hat nicht nur die Kunst, sondern auch die zugehörige Geschichtsschreibung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst. Somit wird die figurative Seite der klassischen Moderne erst in den letzten Jahren sukzessive rehabilitiert. An dieser Stelle hakt die Lehrveranstaltung ein, indem sie einen regionalen Schwerpunkt auf den Südwesten Deutschlands und Karlsruhe legt.

Ausgangspunkt bildet Rudolf Schlichter, in dessen Werk sich die für die 1920er und 30er Jahre charakteristischsten Stil-Formationen herauskristallisieren. Sie reichen von Berlin-Dada über den Surrealismus, Verismus und Neue Sachlichkeit, gehen in einen neuen Traditionalismus der Anpassung an die NS-Kulturpolitik über, um schließlich in einer Art symbolistisch aufgeladenen Neo-Surrealismus zu münden. Von besonderem Interesse ist dabei Schlichters literarisches und kunsttheoretisches Schaffen, das nicht nur die eigene visuelle Praxis kommentiert, sondern darüber hinaus auch Stellung zur Lage der Kunst insgesamt bezieht.

In der Lehrveranstaltung wird Schlichters Werk auf verschiedenen Ebenen kontextualisiert. Zunächst ist sein Verhältnis zu den anderen Karlsruher Akteuren, wie den Malern Karl Hubbuch, Alexander Kanoldt, aber auch dem Kunstkritiker Wilhelm Hausenstein zu bestimmen. Es soll gefragt werden, welche Rolle der Karlsruher Akademie in Bezug auf die Entwicklung dieser neuen Gegenständlichkeit zukam. Auf überregionaler und internationaler Ebene werden die wichtigsten Einflussgeber (von di Chirico über den figurativen Picasso bis hin zu Beckmann und Dix) und Reflexe der Bewegung genauso untersucht, wie sich das Forschungsinteresse in umgekehrter Perspektive auf die zeitgenössischen Bestrebungen zu einer Historisierung und Kanonisierung der „Neuen Sachlichkeit“ richtet. In einem medial erweiterten Rahmen, der Literatur, Fotografie und Film einbezieht, spürt die Lehrveranstaltung insbesondere einer Kultur der Coolness der 1920er-Jahre nach.


Seminarplan/Referatsthemen

 

Termin

Thema

1

17.10.2017

Einführung

2

24.10.2017

Zwischen der Gruppe Rih & Berlin Dada

  • R1: Rudolf Schlichter in Karlsruhe und Berlin
  • R2: Akteure der Karlsruher Avantgarde

3

07.11.2017

  • R3: Die Karlsruher Akademie
  • R4: Schlichter: Hauptwerke

4

14.11.2017

  • R5: Karl Hubbuch
  • R6: Alexander Kanoldt

5

21.11.2017

Neoklassizismen – international

  • R7: Giorgio De Chirico
  • R8: Der figurative Picasso

6

28.11.2017

Verismus, Neue Sachlichkeit und Neoklassizismus in Deutschland

  • R9: Christian Schad
  • R10: George Grosz

7

05.12.2017

  • R11: Otto Dix und die Dresdner Akademie
  • R12: Max Beckmann

8

12.12.2017

Kanonisierungsprozesse I:                

  • R13: Franz Rohs „Magischer Realismus“
  • R14: Carl Einstein

9

19.12.2017

Kanonisierungsprozesse II:

  • R15/16 (Doppelreferat): Die Ausstellung Neue Sachlichkeit, Mannheim 1925

10

09.01.2018

Ein deutsches Phänomen?

  • R17: Die Neue Sachlichkeit in Österreich, der Tschechoslowakei & Polen

Neue Medien, neue Rollen

  • R18: Die Neue Frau: Künstlerinnen der Bewegung

11

16.01.2018

  • R19: Die neusachliche Bildsprache in der Fotografie
  • R20: Die neusachliche Bildsprache im Film

12

23.01.2018

Exkursion Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

13

30.01.2018

Reaktionäre Wende?

  • R21: Franz Radziwill
  • R22: Schlichters Spätwerk

14

06.02.2018

  • R23: Schlichters „Das Abenteuer der Kunst“
  • R24: Die Moderne im Rückspiegel – Debatten um das „Menschenbild“

Schlussbesprechung

Proseminar BK II: Max Beckmann

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Mittwoch, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

Am Beispiel Max Beckmanns sollen die künstlerischen Verhältnisse in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachvollzogen werden: von den Sezessionen der spätwilhelminischen Zeit bis zur Emigration moderner Künstler in den 30er und 40er Jahren. Es wird gefragt, in welcher Weise die sich ändernden künstlerischen und auch die politischen und sozialen Bedingungen im Werk Beckmanns ihren Niederschlag gefunden haben.

Literatur zur Einführung:
Carla Schulz-Hoffmann, Judith C. Weiss (Hg.): Max Beckmann. Retrospektive, Ausstellungskatalog, Staatsgalerie moderner Kunst München, München 1984; Stephan Reimertz: Max Beckmann. Reinbek 1995; Olaf Peters: Vom schwarzen Seiltänzer. Max Beckmann zwischen Weimarer Republik und Exil. Berlin 2005.

Seminarplan/Themen:

18.10.17          Einführung

25.10.17          Kunst und Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

01.11.17          Feiertag

Beckmann in Frankfurt 1915-1933

08.11.17          Frühe Selbstbildnisse

15.11.17          Christliche Themen

22.11.17          Bedrohung und Gewalt

29.11.17          Stillleben

06.12.17          Städtebilder

13.12.17          Varieté, Zirkus, Karneval

Beckmann in Berlin 1933-1937

20.12.17          Mythologische Themen

Beckmann in Amsterdam 1937-1947

10.01.18          Selbstbildnisse im Exil

17.01.18          Die Triptychen

24.01.18          Landschaften im Exil

Beckmann in den USA 1947-1950

31.01.18          Bilder der Großstadt

07.02.18          Schlussdiskussion

Hauptseminar BK I/II: Hans Baldung, genannt Grien

Dr. Holger Jacob-Friesen, Prof. Dr. Oliver Jehle
Dienstag, 10.00 - 11.30 Uhr (Beginn: 17. Oktober 2017)
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe/Seminarraum Fachgebiet Kunstgeschichte


Beschreibung:

Kostbarer als Edelsteine seien seine Arbeiten – so schrieb der gelehrte Mönch und Sekretär König Ludwigs XI., Jean Pélerin, in seinem Perspektivtraktat „De artificiali Perspectiva“ über Baldungs Gemälde. Die große Wertschätzung, die Baldung bereits zu Lebzeiten genoss, sein gesellschaftlicher Status, seine Verbindung zu Gelehrtenkreisen und zu Auftraggebern aus dem Adel, gilt es erneut in den Fokus zu rücken, aber auch die basalen Fragen zu bearbeiten: Wie wurde er zu einem der Hauptprotagonisten der oberrheinischen Kunst? Wie verlief sein Ausbildungsweg, wie etablierte er sich als Porträtist, wie arbeitete er in den unterschiedlichen Gattungen und Techniken?

Das Hauptseminar, das als Fortsetzung des Seminars aus dem Wintersemester 2016/17 geplant ist und zugleich der Vorbereitung einer wissenschaftlichen Tagung im Herbst 2018 dient, wird in Zusammenarbeit von Kunsthistorischem Institut und Staatlicher Kunsthalle Karlsruhe veranstaltet. Im Rahmen von Expertengesprächen (16. und 30.01.18) werden wir über das Hexenwesen sprechen und in Basel (02.12.17) der Frage nach „Eros, Macht, Moral und Tod um 1500“ nachgehen.

 

Termin

Referatsthema

Referent/In

Ort

17.10.17

Einführung

(Jehle/Jacob-Friesen)

Staatliche Kunsthalle

07.11.17

Dürer und Baldung I: Die Nürnberger Zeit

Dürer und Baldung II: Die späteren Jahre

 

Staatliche Kunsthalle

14.11.17

September 1515: Baldung und Grünewald

Vergleich der Kreuzigungen und der Sebastiansdarstellungen

 

Staatliche Kunsthalle

21.11.17

Baldung im Selbstporträt

Basler Selbstbildnis 1503, Selbstbildnisse auf dem Sebastiansaltar und dem Freiburger Hochaltar

 

Staatliche Kunsthalle

28.11.17

Baldung als Porträtmaler

Ludwig Graf zu Löwenstein [1513], Berlin, Staatliche Museen: Gemäldegalerie; Porträt Pfalzgraf Philipp [1517], Alte Pinakothek München; Porträt Graf Georg zu Erbach [1533], Privatbesitz

 

KIT. Fachgebiet Kunstgeschichte

02.12.17

Exkursion nach Basel 

„Weibsbilder“ – Eros, Macht, Moral und Tod um 1500;

Baldung und die Künstler seiner Zeit – Holbein, Niklaus Manuel gen. Deutsch

 

Im Gespräch mit Frau Mensger (KuMus) und Frau Söll-Tauchert (Hist Mus)

 

05.12.17

Baldung als Zeichner

 

 

Staatliche Kunsthalle

12.12.17

Baldung als Druckgraphiker

 

 

Staatliche Kunsthalle

19.12.17

Baldung und die Glasmalerei

Kartausescheiben im Badischen Landesmuseum

 

Staatliche Kunsthalle/

BLM

16.01.18

Hexenwesen im deutschen Südwesten

Im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann

Hexengruppe [1514]), Nackte Kugelläuferin [1514], Hexensabbat I/II [1514])

 

Staatliche Kunsthalle

30.01.18

Hexen. Teufel. Antichrist

Im Gespräch mit Prof. Dr. Maximilian Bergengruen (NDL, KIT)

 

Staatliche Kunsthalle

06.02.18

Baldung und die Antike II

Herkules und Antäus (Kassel, Straßburg, Warschau)

Phyllis und Aristoteles [1503], Centaur und Putti [1512], Hercules bei Omphale am Spinnrocken [1533])

 

 

 

02.12.2017:
Exkursion nach Basel (Kunstmuseum Basel; Sonderausstellung und Ständige Sammlung)

 

Themenspeicher:

  • Baldung und die Niederlande
  • Baldung und Italien
  • Baldung und die Passion Christi
  • Baldung und die Aktdarstellung
  • Humanismus am Oberrhein (Grien im Urteil seiner Zeit – Jean Pélerin (Viator), Beatus Rhenanus, Johann Fischart)
  • Der behexte Stallknecht
  • Baldung und Cranach
  • Baldung und Altdorfer
  • Was ist Manierismus und war Baldung ein Manierist?
  • Die Quellen zu Baldungs Biographie
  • Im Zeichen der Wissenschaft. Baldungs botanische Silberstiftzeichnungen [Karlsruher Skizzenbuch, 1520-25] und der Anatomische Atlas Balthasar Becks [1541]

Hauptseminar BK II: Caravaggio

Prof. Dr. Oliver Jehle
Montag, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 16. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

Meisterhaft ist seine Lichtdramatik, eindringlich sein ungeschönter Realismus. Es scheint, als rückte uns kein anderer Maler seiner Zeit so nah wie Michelangelo Merisi (1571–1610) – nach dem Herkunftsort seiner Familie kurz Caravaggio genannt. Leben und Werk des italienischen Künstlers, der als Begründer der römischen Barockmalerei gilt, werden wir im Seminar in den Fokus rücken: Denn er revolutionierten die Malerei des frühen 17. Jahrhunderts. Nicht weniger spektakulär als sein Werk war sein Leben. Gerichtsakten und Schriftquellen berichten von seinem streitbaren Charakter, von wohlhabenden Förderern und öffentlichem Aufsehen, von Totschlag und der Flucht vor der Justiz, päpstlicher Begnadigung und einem rätselhaften Tod in der Nähe von Rom.

 

Datum

Thema

Referent*in

16.10.17

Einführung

Jehle

 

Der Weg zur künstlerischen Autonomie

 

06.11.17

Selbstbildnis als Bacchus, 1593/94; Öl auf Leinwand, 67 x 53 cm. Rom, Galleria Borghese/Knabe, von einer Eidechse gebissen, 1593/94; Öl auf Leinwand, 66 x 49,5 cm. London, The National Gallery

 

13.11.17

Narziss, 1597/98; Öl auf Leinwand, 113.3 x 95 cm. Rom, Galleria Nazionale d’Arte Antica di Palazzo Barberini

 

20.11.17

Judith und Holofernes, 1598/99; Öl auf Leinwand, 145 x 195 cm. Rom, Galleria Nazionale d’Arte Antica di Palazzo Barberini

 

27.11.17

Amor als Sieger, 1601/02; Öl auf Leinwand, 156 x 113 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie

 

 

Religiöse Werke in Rom

 

04.12.17

Szenen aus dem Leben des heiligen Matthäus, 1599 –1602; Öl auf Leinwand, Rom, San Luigi die Francesi, Cappella Contarelli

 

11.12.17

Der ungläubige Thomas, 1601/02; Öl auf Leinwand, 107 x 146 cm. Potsdam, Schloss Sanssouci, Bildergalerie

 

18.12.17

Heiliger Johannes der Täufer, 1602; Öl auf Leinwand, 129 x 95 cm. Rom, Musei Capitolini, Pinacoteca / Grablegung Christi, 1602/03; Öl auf Leinwand, 300 x 203 cm. Vatikanstadt, Pinacoteca Vaticana

 

08.01.18

Madonna di Loreto, 1603 –1605; Öl auf Leinwand, 260 x 150 cm. Rom, Sant’Agostino, Capella Cavalletti / Rosenkranzmadonna, 1604/05; Öl auf Leinwand, 364,5 x 249,5 cm. Wien, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie

 

 

Das Spätwerk in Süditalien: Neapel – Malta – Sizilien (1606–1610)

 

15.01.18

Die Sieben Werke der Barmherzigkeit, 1606/07; Öl auf Leinwand, 390 x 260 cm. Neapel, Chiesa del Pio Monte della Misericordia

 

22.01.18

Enthauptung Johannes‘ des Täufers, 1607/08; Öl auf Leinwand, 361 x 520 cm, signiert: „fMichelAn“. La Valletta, Oratorio di San Giovanni Battista dei Cavalieri

 

29.01.18

Schlafender Amor, 1608; Öl auf Leinwand, 72 x 105 cm. Florenz, Plazzo Pitti, Galleria Palatina.

Derek Jarman, Caravaggio, 1986.

 

05.02.18

David mit dem Haupt des Goliath, 1609/10; Öl auf Leinwand, 125 x 101 cm. Rom, Galleria Borghese

 

 

Literatur

  1. Andreas Prater: Licht und Farbe bei Caravaggio. Studien zur Ästhetik der Ikonologie und des Helldunkels. Stuttgart 1992,
  2. Eberhard König: Michelangelo Merisi da Caravaggio. Köln 1997,
  3. Jutta Held: Caravaggio. Politik und Martyrium der Körper.  Berlin ²2007,
  4. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. München 2009,
  5. Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600. Berlin 2009,
  6. Sebastian Schütze: Caravaggio. Das vollständige Werk. Köln 2009,
  7. Wolfgang Prohaska, Gudrun Swoboda (unter Mitarbeit von Marco Cardinali, Barbara Eble, Eva Götz, Michael Odlozil, Maria Beatrice De Ruggieri, Ina Slama, Robert Wald): Caravaggio und der internationale Caravaggismus (= Sammlungskataloge des Kunsthistorischen Museums Wien. Band 6). Milano 2010,
  8. Michael Fried: The Moment of Caravaggio. Princeton University Press 2010.

 

Hauptseminar BK II/ÄK: Re-Visioning World's Fairs. Weltausstellungen in 'glokalen' Kontexten I/II

Dr. Buket Altinoba
Donnerstag, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

„Ganz London ist auf den Beinen und mit ihm ein Gutteil der ganzen Welt.“ (John Ruskin, 1851)

Als 1851 erstmals die „Great Exhibition of all Nations“ in London ausgerichtet wurde, lag das Hauptaugenmerk der Weltbevölkerung auf den technischen, maschinellen und kulturellen Errungenschaften, die seit dem Beginn der Industrialisierung die nordwesteuropäische Gesellschaft revolutionierten. Nach den in rascher Folge in den großen Kapitalen der westlichen Welt veranstalteten Leistungsschauen wurde mit der „Exposition universelle“ in Paris im Jahre 1900 unter dem Motto „Le bilan d’un siècle“ ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges beteiligten sich im internationalen Großwettbewerb Firmen, Ingenieure, Architekten und Künstler an der Veranstaltung, welche die jeweils vorangegangene an Größe und Neuheiten überbot.

Die mit der Weltausstellung verbundenen Themen reichen von der Schaustellung von Artefakten und Waren aus aller Welt über das Aufkommen von Kunstgewerbemuseen bis zur frühen Entwicklung der Werbung als Kunstform. Vor dem Hintergrund einer sich industrialisierenden Kunstproduktion und der zunehmenden Durchdringung von Kunst und Alltag stellen wir uns vor allem die Frage, in welchem Umfang die Weltausstellungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert als „Kulminationspunkt entscheidender Ideen“ (Lankheit 1966) zur Entwicklung und Verbreitung neuer Gestaltungsprinzipien (z.B. „Darmstädter Prinzip“ St. Louis 1904) beigetragen haben. Das Seminar zielt dabei auf die „Enthüllung“ des innovativen Anteils von Künstlern, Kunstgewerblern, Ingenieuren und Architekten im Umgang mit den neuen Materialien und Formen angesichts der Vielzahl historistischer Stile. Es soll nicht nur ein vertieftes Verständnis der kunstgewerblichen Reformbewegungen (Arts and Crafts, Jugendstil) gefördert, sondern darüber hinaus auch deren vorbereitende Rolle für die Theorien des Funktionalismus und das Design im frühen 20. Jahrhundert (Werkbund, Bauhaus/ Neue Sachlichkeit) erklärt werden. Folglich werden wir uns mit den medialen und ästhetischen Aspekten der Geschmacksbildung (auch „Kitsch“), der Kunsterziehung aber auch der Frage nach dem Gebrauchswert und ornamentaler „Schmuckfreudigkeit“ (Semper 1852, Riegl 1893) sowie den unterschiedlichen Orten der kulturellen Auseinandersetzung in Flugschriften, Plakaten und Zeitschriften als Medien der sichtbaren Konsumkultur beschäftigen. Die Wahrnehmung fremder oder vergangener Kulturen und ihrer Erzeugnisse auf engem Raum aber auch Musik- und Tanzdarbietungen in Verbindung mit den Völkerschauen führten schließlich zu einer weltumspannenden Erfahrung der Künstler der Moderne, auf die es aus postkolonialistischer Perspektive kritisch den Blick zu richten gilt.

Zitate:
John Ruskin: Tagebucheintrag vom 1. Mai 1851. In: Kemp 2016.

Klaus Lankheit: „Kunstgeschichte unter dem Primat der Technik“. Rektoratsrede gehalten bei der Jahresfeier am 4. Dezember 1965. Karlsruhe 1966.

Organisatorisches:
In Kombination mit der von Frau Dr. Katja Förster geleiteten Übung und dem am Institut verorteten Klaus Lankheit-Archiv sollen am Beispiel der Karlsruher Akteure die drei exemplarisch gewählten Themenfelder Kunst, Medien und Architektur systematisch erschlossen und bisher unveröffentlichtes Bildmaterial zu den Weltausstellungen für die Forschung nachhaltig generiert werden.

Die nach Themen geordneten Sitzungen umfassen die Zeitspanne von 1851 bis zum Jahr 1918. Die Lehrveranstaltung ist der erste Teil der Veranstaltungsreihe „Revisioning World’s Fairs – Die Weltausstellung in glokalen Kontexten“, die sich im SS 2018 unter dem gleichen Titel und der Zeitspanne von 1920 bis heute fortsetzen wird.

Termin            Thema

1          26.10.2017      Einführung

2          02.11.2017      Wahrzeichen, Erfindungen und moderne Ingenieurskunst I

  • Der Londoner Kristallpalast und Folgebauten: Sir Joseph Paxton (Great Exhibition London 1851), Karl Gildemeister und Georg Carstensen (Industrieausstellung New York 1853), Fréderic Le Play und Jean-Baptiste Kranz (Paris 1867)
  • Wiener Rotunde (1873) und Palais du Trocadéro (1878)

3          09.11.2017      „In welchem Style sollen wir bauen?“ (Heinrich Hübsch, 1828)

– Stilproblematik im 19. Jahrhundert

  • Carl Bötticher und seine Rede anlässlich der Geburtstagsfeier Schinkels (1846)
  • Gottfried Sempers Kritik und Überlegungen zur baulichen Verwendung von Eisen (In: „Wissenschaft, Industrie und Kunst“, 1852)
  • John Ruskin: „Unto this last“ (1860)
  • Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc: „Entretiens sur l'Architecture“ (1863/ 1872)
  • Exkurs: Ernst Kapp: „Grundlinien einer Philosophie der Technik“ (1877)

4          16.11.2017      Wahrzeichen, Erfindungen und moderne Ingenieurskunst II

  • Die Weiße Stadt, Elektrizität und das „Ferris Wheel“ (Chicago 1893)
  • Turm und Pavillon von Eiffel (Paris 1889)
  • Fréderic-Auguste Bartholdis Freiheitsstatue in Teilen präsentiert (Philadelphia 1876 und Paris 1878)
  • Raoul Grimoin Sanson: Cinéorama (Paris 1900)
  • Grand Palais (Paris 1900), Festival Hall (St. Louis 1904) und „Tower of Jewels“ (San Francisco 1915)

5          23.11.2017      Raumarrangements und Kunstgewerbe I 

  • Thonet: Industrielle Möbelproduktion (London 1851 und Philadelphia 1876)
  • Melchior Lechter: Der Pallenberg-Saal und Hermann Götz: Trausaal im Karlsruher Rathaus (Paris 1900)
  • Der Stephanssaal in der ungarischen Kunstgewerbeabteilung (Paris 1900)
  • Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens: „Darmstädter Zimmer“ (St. Louis 1904)
  • Hermann Billing: Musikraum und Louis Scherf: Porzellangemälde (St. Louis 1904)
  • Raumkunst- und Kunstgewerbeabteilung: Bruno Paul, Peter Behrens, Richard Riemerschmid und Paul Schultze-Naumburg (Brüssel 1910)
  • Die Kunstgewerbehalle im Deutschen Haus (Gent 1913)

6          30.11.2017      Stilfragen und ornamentale Schmuckfreudigkeit

  • Frage nach dem Gebrauchswert und „kindische Tändelei“ – Kunstgewerbeartikel der Great Exhibition und Sempers Kritik (In: „Wissenschaft, Industrie und Kunst“, 1852); Lektüre: Gottfried Semper: „Über die formelle Gesetzmäßigkeit des Schmuckes und dessen Bedeutung als Kunstsymbol“ (1856)
  • Owen Carter Jones: „The Grammar of Ornament“ (1856)
  • Camillo Sitte: „Die Grundformen im Möbelbaue und deren Entwicklung“ (1888)
  • Georg Heuser: Der Gefachstil und das „Werden von Styleformen“ (1890)
  • Alois Riegl: „Stilfragen: Grundlegungen zu einer Geschichte der Ornamentik“, Einleitung (1893)

7          07.12.2017      Freie Kunst, Japanismus und Kunstgewerbe II

  • Der Einfluss der Präraffaeliten und Gotik-Rezeption (Paris 1855, *1867, *1878)
  • Henri Rousseau: Ich selbst. Porträt-Landschaft (Paris 1889)
  • Die Künstlergruppe Nabis (Paris 1889)
  • Siegfried Bing und der „Pavillon Art Nouveau“ (Paris 1900)
  • Plakate und Dekoration: Édouard Vuillard, Matisse (Brüssel 1910)

8          14.12.2017      »L'europe s'est déplacé pour voir des marchandises« (Taine 1855)

Kunst und Alltag

  • Theophile Gautier: „De l’Application de l’Art à la Vie usuelle“ und der Begriff der „Manufactures Nationales“ (1851)
  • Reformbewegung: William Morris und das Unternehmen Morris & Co.
  • Walter Benjamin: „Traumkitsch“ und Interieur

9          21.12.2017      Zeigeordnungen und die Entwicklung musealer Praxis

  • Das South Kensington Museum in London (gegr. 1852, seit 1899 V&A)
  • Das Berliner Kunstgewerbemuseum (Paris 1867)
  • Asiatische Erwerbungen: Wien 1873 und Philadelphia 1876
  • „N’éblouir que par réflexion“ – Jules Simon und die Inszenierung der Dinge (Paris 1878)
  • Das „Deutsche Dorf“ und Objekttransfer Berliner Sammlungen (Chicago 1893)
  • Die Museologie Franz Boas (Chicago 1893)

10        09.01.2018      Weltbild – Fremdbild

  • Landesprodukte, exotische Waren und Architekturmodelle (London 1851)
  • Marsfeld: Ägyptische Tempel, Inka-Bauten und maurische Paläste (Paris 1867)
  • Exotische Inszenierung und die „Avenue des Nations“ (1878)
  • Die „Rue de Caire“ (Paris 1889)
  • Auguste Rodin, Paul Gauguin: Jawanisches Dorf und indischer Tempeltanz (Paris 1889)
  • Charles Garnier und seine Geschichte der menschlichen Behausung (Paris 1889)
  • Henri Vildieu und der Palast von Annam-Tonkin (Paris 1889)

11        16.01.2018      Staatliche Pavillons und Repräsentation

  • Ferdinand Miller: Löwenstatue der Münchner Quadriga (London 1851)
  • Die Bauten auf dem Marsfeld (Paris 1867)
  • Das „Orientalische Viertel“ (Wien 1873)
  • Die „Rue de Nations“ (Paris 1878)
  • Der Pavillon von Argentinien (Paris 1889)
  • Deutsches Haus und Kambodscha-Pavillon (Paris 1900)

12        23.01.2018      Gegenpavillons

  • Courbets „Pavillon de Réalisme“ (Paris 1855)
  • Eduard Manet: „Le Bon Bock“ und „Olympia“ (Paris 1867 und Paris 1889)

13        30.01.2018      Exkursion zur Mathildenhöhe Darmstadt         

  • Besuch der Ausstellung „Raumkunst – Made in Darmstadt“ Museum Künstlerkolonie

14        06.02.2018      Visuelle Inszenierungen der Technik und Industriedarstellungen

  • Le Creusot und die Artilleriefabrik
  • Maschinenhalle (Paris 1889/1900)
  • Schlussbesprechung

Literatur:

  • Allwood, John (1977). The Great Exhibitions. London: Bancroft H.H..
  • Auerbach, Jeffrey A. (1991). The Great Exhibition of 1851 – A Nation on display. New Haven/ London: Yale University Press.
  • Benjamin, Walter (1989). „Traumkitsch“. In: Ders. Gesammelte Schriften. Bd. II/2. Hg. v. Rolf Tiedemann/Hermann Schweppenhäuser Frankfurt/M.: Suhrkamp.Frankfurt/M., S. 620– 622.
  • Benjamin, Walter (1991): „Grandville oder die Weltausstellungen“. In: Ders. Gesammelte Schriften. Bd. V/1. Hg. v. Rolf Tiedemann Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 50–52.
  • Beutler, Christian (1973). Weltausstellungen im 19. Jahrhundert. München: Klein&Volbert.
  • Bosbach, Franz/ Davis, John (Hg.) (2002). The Great Exhibition and its Legacy/ Die Weltausstellung von 1851 und ihre Folgen. München: Saur Verlag.
  • Bötticher, Carl (1846). „Das Princip der Hellenischen und Germanischen Bauweise hinsichtlich der Übertragung in die Bauweise unserer Tage.“ In: Wiener Allgemeinen Bauzeitung. Berlin (gedruckt bei J. Petsch; im Verlag von L. Förster in Wien), S. 2–29.
  • Findling, John E./ Pelle, Kimberly D. (Hg.) (1990). Historical Dictionary of World’s Fairs and Expositions, 1851–1988. New York/ London: Greenwood Press.
  • Groys, Boris (1997). Logik der Sammlung. Das Ende des musealen Zeitalters. München/ Wien: Hanser.
  • Harzheim, Gabriele (1994): „Die britische Textilindustrie zur Zeit der Arts and Crafts-Bewegung“. In: Von Morris bis Mackintosh – Reformbewegung zwischen Kunstgewerbe und Sozialutopie. Hg. v. ders., Institut Mathildenhöhe, Darmstadt.
  • Heuser, Georg (1890). „Der Gefachstil, eine werdende Bauart“. In: Deutsche Bauzeitung 24, S. 565–576.
  • Kapp, Ernst (1877/ 2015). Grundlinien einer Philosophie der Technik“. In: Zur Entstehungsgeschichte der Kultur aus neuen Gesichtspunkten. Hg. v. Harun Maye/ Leander Scholz (Vorwort). Hamburg: Meiner.
  • Mitchell, Timothy (2002). „Die Welt als Ausstellung“. In: Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften. Hg. v. Sebastian Conrad/ Shalini Randeria. Frankfurt/M./ New York: Campus, S. 148–176.
  • Pevsner, Nikolaus (1936/1991). Pioneers of Modern Design. London/ New York: Penguin.
  • Plato, Alice von (2001). Präsentierte Geschichte. Ausstellungskultur und Massenpublikum im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Frankfurt/M./ New York.
  • Riegl, Alois (1893). Stilfragen. Grundlegungen zu einer Geschichte der Ornamentik. Berlin: Verlag.
  • Semper, Gottfried (1856). „Über die formelle Gesetzmäßigkeit des Schmuckes und dessen Bedeutung als Kunstsymbol“. In: Ders. Kleine Schriften (1884). Hg.v. Hans und Manfred Semper. Berlin, Stuttgart: Spemann, S. 341ff.
  • Simon, Jules (1880). Exposition Universelle Internationale de 1878. Rapports du Jury International. Einleitung, Paris Sitte, Camillo (2008). Schriften zu Kunstkritik und Kunstgewerbe. Gesamtausgabe Schriften und Projekte, Band 1. Hg. v. Klaus Semsroth/ Michael Mönninger/ Christiane C. Collins. Wien/ Köln/ Weimar: Böhlau.
  • Steinhauser, Monika (1985). „Gotik und Moderne. Zu Viollet-le-Ducs Architekturverständnis“. In: Die alte Stadt: Denkmal oder Lebensraum? Die Sicht der mittelalterlichen Stadtarchitektur im 19. und 20. Jahrhundert. Hg. v. Cord Meckseper und Harald Siebenmorgen. Göttingen: Verlag, S. 27–66.
  • Wyss, Beat (2010). Bilder von der Globalisierung. Die Weltausstellung von Paris 1889. Berlin: Insel-Verlag.

 

 

Hauptseminar BK II: Die Oktoberrevolution und die Kunst

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Donnerstag, 8.00 - 9.30 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

Die russische Revolution hatte eine Politisierung und Internationalisierung der Künste in Europa zur Folge. Zur Drehscheibe dieser Entwicklung wurde in den frühen 1920er Jahren Deutschland mit Ausstellungen wie der „Ersten Russischen Kunstausstellung“ (Berlin 1922) oder dem „Kongress der Union Internationaler Fortschrittlicher Künstler“ (Düsseldorf 1922), an dem Mitglieder der Berliner Novembergruppe, des Deutschen Werkbundes, des Sturm, der italienischen Futuristen und der russischen Konstruktivisten teilnahmen. Künstlerisch war das Feld durchaus heterogen. Im Seminar werden wir uns auf die Entwicklung des internationalen Konstruktivismus, auf seine Ästhetik und sein sozialutopisches Potenzial konzentrieren.

Literatur zur Einführung:
Revolution und Realismus. Revolutionäre Kunst in Deutschland 1917-1933. Ausstellungskatalog. Berlin/DDR 1978; Konstruktivistische internationale schöpferische Arbeitsgemeinschaft 1922-1927. Utopien für eine europäische Kultur. Ausstellungskatalog. Düsseldorf 1992; Berlin – Moskau / Moskau – Berlin 1900-1950. Bildende Kunst, Photographie, Architektur, Theater, Literatur, Musik, Filme. Ausstellungskatalog. Berlin 1996.

Seminarplan/Themen:

19.10.17          Einführung

26.10.17          Geschichte und Politik 1917-1933

02.11.17          Kasimir Malewitsch

09.11.17          Wladimir Tatlin

16.11.17          Alexander Rodtschenko

23.11.17          El Lissitzky

30.11.17          Naum Gabo

07.12.17          Iwan Puni

14.12.17          Theo van Doesburg und De Stijl

21.12.17          Konstruktivismus am Bauhaus

11.01.18          Laszlo Moholy-Nagy

18.01.18          Kurt Schwitters

25.01.18          Franz Wilhelm Seiwert und die Kölner Progressiven

01.02.18          Karl Völker und Oskar Nerlinger

08.02.18          Schlussdiskussion

Hauptseminar BK II: Architektinnen

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Donnerstag, 11.30 - 13.00 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

Architektur schien lange Zeit eine Domäne von Männern zu sein. Der Beitrag der Frauen, insbesondere zur Architektur der Moderne, wurde selten zur Kenntnis genommen. Im Seminar sollen prominente Architektinnen des 20. Jahrhunderts mit ihren wichtigsten Bauten und Projekten vorgestellt und ihre Konzepte, die auf eine Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation der Frau in der modernen Gesellschaft zielten, analysiert und diskutiert werden.

Literatur zur Einführung:
Sonia Ricon Baldessarini: Architektinnen. Wie Frauen bauen. Von Julia Morgan bis Zaha Hadid. Berlin 2001; Ulla Terlinden (Hg.): City and Gender. International Discourse on Gender, Urbanism, and Architecture. Opladen 2003; Kerstin Dörhöfer: Pionierinnen in der Architektur. Eine Baugeschichte der Moderne. Tübingen 2004; Ute Maasberg, Regina Prinz: Die Neuen kommen! Weibliche Avantgarde in der Architektur der zwanziger Jahre. Hamburg 2004.

Seminarplan / Referate

19.10.17          Einführung

26.10.17          Zur Geschichte der Frauen im Architektenberuf

02.11.17          Eileen Gray

09.11.17          Lilly Reich

16.11.17          Lux Guyer

23.11.17          Lotte Cohn

30.11.17          Margarethe Schütte-Lihotzky

07.12.17          Karola Bloch

14.12.17          Lucy Hillebrand

21.12.17          Hilde Weström

11.01.18          Lina Bo Bardi

18.01.18          Myra Warhaftig

25.01.18          Sigrid Kressmann-Zschach

01.02.18          Zaha Hadid

08.02.18          Schlussdiskussion

Übung: Einführung in die praktische Denkmalpflege

Dr. Hermann Diruf
Freitag, 11.00 - 12.30 Uhr (Beginn: 20. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Mit der Lehrveranstaltung soll ein Überblick über das Praxisfeld der der Bau- und Kunstdenkmalpflege vermittelt werden. So ist daran gedacht, die vielfältigen Aufgaben und Ziele dieser Bereiche an ausgewählten Beispielen  vorzustellen und die Ereignisse kritisch zu beurteilen. Ein besonderer Schwerpunktbereich wird in der Übung vor Architekturobjekten  auf die Denkmalkunde (Inventarisation) und ihre wissenschaftliche Erfassung gelegt.  

Für die Teilnehmer/innen sind zu einzelnen Themenbereichen Kurzreferate Voraussetzung.

Übung: Grundlagen der Fotografie

Bernd Seeland, Fotografenmeister
Christoph Engel, Dipl.-Des. (FH)

Workshop als Kompaktwoche
19.02. - 23.02.2018
10.00 – ca. 17.00 Uhr
Studienwerkstatt Fotografie

Anmeldung ab dem 3. Fachsemester BA und 1. Fachsemester MA möglich ggf. als Nachrücker

Beschreibung:
In der Veranstaltung werden in einem ersten Teil die theoretischen und praktischen Grundlagen der Fotografie anhand praktischer Übungen mit verschiedenen Kameraformaten und -systemen vermittelt. Der theoretische Teil umfasst sowohl die Geschichte der Fotografie, die Grundlagen der Fototechnik als auch die Analyse fotografischer Bilder sowie eine Anleitung zum Verstehen der Wirkungsweisen in der Fotografie. Der praktische Teil gibt einen Überblick über die verschiedenen Kamerasysteme, die Bildgestaltung, der Einsatz vom Licht,
Labortechniken sowie den Umgang mit digitalen Bilddateien und das Basiswissen in der elektronischen Bildbearbeitung.
Der zweite Teil der Veranstaltung behandelt die konkrete Auseinandersetzung mit einer künstlerischen Position in der Fotografie in Form eines Kurzreferates und der Ausarbeitung einer eigenen praktischen Fotoarbeit.

Literatur:
Charlotte Cotton, Fotografie als zeitgenössische Kunst
Deutscher Kunstverlag, Berlin, 2011
Stephen Shore, Das Wesen der Fotografie
Phaidon, Berlin, 2009
Robert Hirsch, Mit der Kamera Sehen.
Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2008

Unkostenbeitrag für Verbrauchsmaterialien:
10,00 Euro pro Teilnehmer

Übung zum Seminar: Re-Visioning World Fairs. Weltausstellungen im lokalen Kontext I/II

Dr. Katja Förster
Donnerstag, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
„The Exhibition of the Works of Industry of all Nations“ in London 1851 bildete den Auftakt der langen Reihe von Weltausstellungen, die bis heute eine feste und zugleich unübertroffene Größe im globalen Ausstellungswesen darstellt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden etwa 30 solcher gigantischen Leistungsschauen statt, welche die neuesten Errungenschaften in Technik, Industrie, Kunst und Kunsthandwerk präsentierten und dem eigenen und internationalen Wirtschaftsleben förderlich waren.

Karlsruhe, die Landeshauptstadt des Großherzogtums Baden, entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem international beachteten kulturellen Zentrum. 1825 war hier nach Pariser Vorbild die polytechnische Schule (die spätere Technische Hochschule, heute KIT) gegründet worden, 1854 folgte die Großherzogliche Kunstschule (heute Staatliche Kunstakademie) sowie 1878 die Großherzogliche Kunstgewerbeschule. Professoren, Schüler und Absolventen aller drei Einrichtungen waren mit Erfindungen und Arbeiten auf verschiedenen Weltausstellungen vertreten.

Im Rahmen der Übung werden die Weltausstellungen zwischen 1851 und ca. 1915/16 auf Karlsruher Bezüge hin untersucht und u. a. den Fragen nachgegangen: Welche Künstler, Kunsthandwerker, Architekten, Ingenieure und Naturwissenschaftler haben daran teilgenommen? Welche Arbeiten und Erfindungen haben sie präsentiert? Sind diese „Exponate“ anhand von Fotos oder sonstigem Abbildungsmaterial dokumentiert?

Unter dem ehemaligen Leiter des Karlsruher Instituts für Kunstgeschichte, Professor Klaus Lankheit, wurde ein umfangreiches Konvolut an originalen Ausstellungskatalogen zu den Weltausstellungen angeschafft, die den Teilnehmern als Arbeitsmaterial zur Verfügung stehen.

Übung: Museumsarbeit praktisch: Kunstvermittlung für Kinder

Dr. Sonja Grunow

Termine

Di, 17.10.17,   09.45-11.15 Uhr         Einführung (Seminarraum)

Di, 24.10.17,   10.30-13.30 Uhr         Einführung Kunsthalle (Kunsthalle)

Di, 07.11.17,   10.30-13.30 Uhr         1. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)

Di, 14.11.17,   10.30-13.30 Uhr         2. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)

Di, 21.11.17,   10.30-13.30 Uhr         3. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)

Di, 28.11.17,   10.30-13.30 Uhr         4. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)

Di, 05.12.17    10.30-13.30 Uhr         5. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)

Di, 12.12.17,   09.45-11.15 Uhr         Nachbesprechung (Seminarraum)

 

Beschreibung

Die Vermittlung von Kunst und Kultur ist eine der elementaren Aufgaben des Museums, wobei die Kunstvermittlung hierbei eine Brücke zwischen wissenschaftlichem Sammlungsobjekt und interessiertem Besucher bildet.

Das Museum gilt als Ort der kulturellen Bildung, dessen Aufgabe es ist, Sammlungsinhalte auf unterschiedlichste Art und Weise den verschiedenen Zielgruppen zu vermitteln. 40% der Museumsbesucher sind heutzutage Kindergartenkinder und Schulklassen, die als Gruppe ein museumspädagogisches Erlebnis buchen.

Neben der Erarbeitung eines Kunstwerkes im pädagogischen Gespräch mit der Kunstvermittlerin steht hierbei immer auch die praktische Erfahrung des „Kunst-Schaffens“ im Anschluss. Im Seminar soll mit „echten Kindern“ geübt werden, wie eine Kinderführung didaktisch aufgearbeitet werden muss, um Kinder für Kunst zu begeistern und wie Ideen der Kinder, die während der Bildbetrachtung entstanden sind, in eigene kreative Arbeiten umsetzen werden können.

Die Teilnehmenden werden ihre eigene Bildbetrachtung konzipieren und fachliches Wissen, persönliches Auftreten, sprachliche Ausdrucksformen sowie pädagogische Fähigkeiten schulen. Durch ein ausführliches Feedback erhält jeder Teilnehmende eine Rückmeldung über den Erfolg seiner Kunstvermittlung.

 

Organisatorisches

Für den kostenfreien Besuch der Kunsthalle, insbesondere zur Vorbereitung der eigenen Führung, wird der Kunsthistorikerausweis vom Institut für Kunstgeschichte empfohlen.

Übung: Ausstellung virtuell - Teil II

Dr. Alice Anna Klaassen und Dr. Jesús Muñoz Morcillo (ZAK)
Freitag, 9.15 - 10.45 Uhr (Beginn: 20. Oktober 2017)
Seminarraum


Beschreibung:

In der Veranstaltung, die sich auf einen Zeitraum von zwei Semestern erstreckt, soll eine virtuelle Ausstellung mit Werken aus den Sammlungen der Karlsruher Museen konzipiert werden. Anschließend werden die ausgewählten Exponate seitens der TeilnehmerInnen in Form einer Kurzführung vorgestellt und die einzelnen Vor- bzw. Beiträge als Film geschnitten. Eine im Rahmen der Übung eigens gestalteten Webseite wird als Plattform dienen, so dass die Ausstellung bereits während der Entstehung mittels der sozialen Netzwerke (z. B. Facebook, Twitter, Instagram) beworben werden kann. Neben dem filmischen Beitrag sollen kleinere Essays zu den einzelnen Werken sowie ein Einführungstext zur Ausstellung auf der entwickelten Homepage veröffentlicht werden. Ziel ist es, einem Besucher einen virtuellen Rundgang durch eine Ausstellung (lesend, sehend und hörend) zu ermöglichen. Die Übung findet in Kooperation mit dem ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale statt. Eine Einführung in Moderation, Filmtechnik und -schnitt ist Teil der Übung. Bitte beachten Sie, dass die Übung bereits im Sommersemester 2017 begonnen hat und somit nur eine begrenzte Anzahl von TeilnehmerInnen zur bereits bestehenden Gruppe zugelassen werden kann.

Termine: Alle weiteren Details zum Ablauf sowie die Inhalte der einzelnen Termine erfahren Sie in der ersten Sitzung.

Übung: Gefühl, Emotion, Affekt - und die Kunst des 19. Jahrhunderts

Dr. Kirsten Voigt
Donnerstag, 13.00 - 14.30 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2017)
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe


Beschreibung:
Das 19. Jahrhundert entdeckt das Gefühl als ästhetische Kategorie, Stimmung,  Emotionen und Affekte als Darstellungsgegenstände. Stimmungsdarstellung erlaubt die resonanzhafte Stimmungserfahrung vor dem Werk. In den Jahren 1815-24 erscheinen Carl Gustav Carus‘ „Neun Briefe über die Landschaftsmalerei“, in denen er das Stimmungshafte als einen Hauptgegenstand der Landschaftskunst definiert.  Maler wie Caspar David Friedrich und Johan Christian Clausen Dahl geben dem subjektiven Empfinden, ihrem Naturgefühl und damit ihren religiösen Vorstellungen Ausdruck. Empfindungen können sich aber nicht nur in Natur-, sondern auch in Innenraum-Darstellungen spiegeln. Die stimmungsvollen Interieurs eines Adolf von Menzel sind hierfür ebenso beispielhaft wie jene der Künstler der Gruppe „Nabis“. Ob in der Malerei Anselm Feuerbachs – man denke etwa an seine Iphigenie- und Nana-Darstellungen – oder in Eugène Delacroixs „Beweinung Christi“: Es werden Affekte thematisiert.  Und auch die Historienmalerei – etwa Ferdinand Kellers – nimmt sich starker Gefühlsregungen an. Im Jahr 1899 erschien Alois Riegels Aufsatz „Die Stimmung als Inhalt der modernen Kunst“. Ihr und den Gefühlen, denen sie im 19. Jahrhundert Ausdruck verlieh, gehen wir in der Übung vor den Originalen der Kunsthalle nach.