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Übung: Von Beginn an: Alte Meister aus der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Dr. Kirsten Voigt
Donnerstag, 13.00 - 14.30 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2018)
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe


Beschreibung:

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe beherbergt eine erlesene Sammlung spätmittelalterlicher Kunst. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Werke oberrheinischer Meister. In der Übung werden wir uns mit den Spitzenwerken dieser Abteilung – beginnend mit dem ältesten Werk der Sammlung, dem Diptychon eines böhmischen Meisters von 1360, bis zu Werken frühneuzeitlicher Kunst wie dem Tauberbischofsheimer Altar von Matthias Grünewald – beschäftigen.

Proseminar/Hauptseminar BK II: Dialog II Junge Kunsthistoriker im Dialog mit Studierenden und Absolventen der Klasse Prof. Hoffmann, Akademie Karlsruhe; Fortsetzung des im Sommersemester 2018 gestarteten Projekts

Dr. Claudia Pohl
1. Termin: 23. Oktober 2018, 14.00 Uhr, (ehemalige) Bibliothek Kunstgeschichte


Beschreibung:

Die Zusammenführung von Künstlern und Kunsthistorikerin im Kontext der Ausbildungsphase hat das Ziel, die gegenseitige Wahrnehmung und Kommunikation über künstlerische Arbeit zu fördern. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein besonderes Interesse an der Geschichte der Modernen Malerei und ihre konzeptionellen Voraussetzungen. Dabei geht es für Studierenden an der Akademie um die Vermittlung ihrer Arbeiten in Form von Werkvorträgen und für Studierende der Kunstgeschichte um die reflektierte Versprachlichung von künstlerischen Arbeiten in Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte. Ziel ist die Produktion von Texten, die sowohl für die Künstler wie für die Kunsthistoriker weiterführend sein können.

Anwesenheitspflicht, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Für das Wintersemester ist neben der Erstellung von Texten die Vorbereitung einer Publikation sowie die Realisierung einer abschließenden Ausstellung geplant.

Auf den Spuren von William Kentridge … Übung zum Seminar William Kentridge

Dr. Katja Förster
Donnerstag, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2018)
Seminarraum


Beschreibung:

Das Denken und Schaffen des Universalkünstlers William Kentridge, der seit einigen Jahren im Fokus der internationalen Moderne steht, soll präzise analysiert und in einzelne Bestandteile, soweit das möglich ist, zerlegt werden. Die Ursprünge und Quellen seines intellektuellen, bildnerischen, motivischen und metaphorischen Schöpfertums werden dabei sowohl begrifflich (Humanismus, Apartheit etc.) als auch gegenständlich (Kaffeemaschine, Sprachrohr, Nähmaschine etc.) zu fassen versucht. Ebenso sollen Kentridges vielfältige Darstellungsweisen und Vermittlungstechniken (Zeichnung, Film, Animation, Performance etc.) unter dem Aspekt Tradition oder Innovation untersucht werden.

Proseminar/Hauptseminar BK II:Im Rhythmus der Maschine. Raum, Zeit und Kinetik im Werk von William Kentridge

Dr. Buket Altinoba
Donnerstag, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2018)
Seminarraum


Beschreibung:

Das Bild der Maschine in der Kunstgeschichte hat, vor allem seit den Avantgarden im frühen 20. Jahrhundert, eine lange Tradition. Dabei weisen Postulate moderner Kunst und Architektur eine ambivalente Entwicklung auf, die von Technikbegeisterung bis hin zu Pessimismus reicht: Feierten die Futuristen in ihrem ersten Manifest die Schönheit der Maschine (Le Futurisme, 1909), beklagten im Gegensatz dazu die Expressionisten den Verlust der menschlichen Seele durch das Mechanische (Hermann Bahr, 1914). Nur etwas später entdeckten die Dadaisten und Surrealisten die Qualitäten des Maschinellen für die von ihnen praktizierten Zufallsprozesse (z.B. Laszlo Moholy-Nagy, Telefon Bild EM 2). Im Bauhaus gelangte das Verhältnis von Kunst und Maschine sowohl mit der programmatischen Umsetzung als modernes Medium für Design (Gropius 1925) als auch mit dem Konzept des modernen Hauses als „Wohnmaschine“ (Le Corbusier) zu einem Höhepunkt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielten Aspekte der Eliminierung der persönlichen Handschrift des Künstlers weiterhin eine wichtige Rolle: Video-Künstler Nam Jun Paik identifizierte sich selbst mit einer Maschine.

All diese Entwicklungen finden aktuell bei dem Installationskünstler William Kentridge nicht nur besondere Berücksichtigung, sondern entfalten eine gänzlich neue Qualität: In The Refusal of Time offenbart sich ein künstlerisches Interesse an der Natur der Zeit und dem Wissen über die Mechanik, das auf eindrucksvolle Weise mit dem künstlerischen Erbe der Avantgarden und postkolonialer Kritik verbunden wird. Die erstmals 2012 auf der Documenta 13 gezeigte Rauminstallation mit kinetischer Skulptur – der „Atemmaschine“ als einen organartigen Automaten mit integriertem Pumpbalg, auch „Elefant“ genannt – gilt es im Rahmen des Seminars nicht nur im Gesamtschaffen des südafrikanischen Künstlers und Filmemachers zu verorten, sondern darüber hinaus ebenso Kentridges Interesse an animierter Zeichnung, bewegtem Bild und Kinetik kunsthistorisch zu kontextualisieren (vertieft werden die Avantgarden u.a. in der Übung mit Dr. Katja Förster). Damit zielt das Seminar auf wissenschaftliche Debatten über einen material turn, die es mittels Lektüre und zugunsten einer Analyse des Skulpturalen zu ermitteln gilt.

 

Es ist eine Exkursion in die Kunsthalle Mannheim geplant. Hier ist die raumgreifende Arbeit von William Kentridge ausgestellt: William Kentridge, Die Zurückweisung der Zeit, 2012 5-Kanal-Videoprojektion, 8-Kanal-Klangkomposition, Skulptur Kunsthalle Mannheim, Dauerleihgabe der Stiftung Kunsthalle Mannheim seit 2014.

Hauptseminar BK II: In virtuellen Spielumgebungen der Kunst auf der Spur

Prof. i.V. Dr. Inge Hinterwaldner
Blockseminar

20.10.2018:10.15-11.45, Vorbesprechung
3.11.2018: 10.15.-11.45, 11.30-13.00, 15.00-16.30, 16.45-18.15 Uhr
8.12.2018: 10.15.-11.45, 11.30-13.00, 15.00-16.30, 16.45-18.15 Uhr
12.1.2019: 10.15.-11.45, 11.30-13.00, 15.00-16.30, 16.45-18.15 Uhr
2.2.2019: 10.15.-11.45, 11.30-13.00, 15.00-16.30 Uhr

Dieses praxis- und forschungsnahe Seminar widmet sich schwerpunktmäßig der virtuellen 3D-Plattform "Second Life" (SL), die am 23.6.2003 von den Linden Labs online gestellt wurde. Im Grunde steht es allen mit einem Internetzugang offen, diese Welt ("the grid") über den Bildschirm und eine eigene digitale Repräsentanz zu erkunden. Etliche Kunstschaffende und Kunstfiguren nutzten diese Spielumgebung und verfolgten dabei verschiedene Strategien. Die Medienkünstlerin Lynn Hershman etwa experimentierte damit, einen innovativen Weg zu finden, um ihr privates Archiv zu öffnen. Das Künstlerduo 01.org erregte mit seinen Reenactments von kanonischen künstlerischen Ereignissen einiges Aufsehen und provozierten ein Nachdenken über die Verschiebungen, die sich ergeben, wenn körperbetonte Performances in den virtuellen Raum verlegt werden. Ein weiterer Ansatz ist mit der Etablierung von LaTurbo Avedon gegeben, einer fiktiven Persona aus dem künstlerischen Bereich, die im "Second Life" digital-born heimisch ist und von dort aus in andere Realitätssphären und soziale Medien ausgreift. Andere Initiativen replizierten dort Ausstellungen, wie die der Computergrafikpionierin Sue Gollifer. Die Dresdner Gemäldegalerie soll die erste Kunstinstitution gewesen sein, die im "Second Life" eine Dependance eingerichtet hat. Etliche Studierendengruppen an Universitäten versuchten sich an Projekten, so entstand beispielsweise Platons Höhle an der St. Edward’s University in Austin. Am MIT in Cambridge wurde mit einem Hybrid aus offline und online Tischfußballturnier experimentiert. Auch tummelt sich Marcel Duchamps "Akt eine Treppe herunter steigend" als Avatar im SL.

Das Seminar unternimmt den Versuch, diese Fülle an aktuellen und vergangenen künstlerischen Aktivitäten im SL aufzuspüren, zu dokumentieren und zu systematisieren. Dort wo die SL-Kunst(performances, -architekturen) verschwunden sind, gilt es nach Möglichkeiten zu suchen, das noch Auffindbare adäquat zu präsentieren. Die Übung beinhaltet eine Forschungskomponente und mündet in den Versuch, die Ergebnisse kuratorisch bzw. publizistisch aufzubereiten.

Proseminar/Hauptseminar BK II: Jean Tinguely & Friends. Zwischen Dada, Nouveau Réalisme und Fluxus

Prof. i.V. Dr. Inge Hinterwaldner
Mittwoch, 11.30 - 13.00 Uhr (Beginn: 24. Oktober 2018)
Seminarraum

Beschreibung:

"Es bewegt sich alles – Stillstand gibt es nicht!", so das Motto des Schweizers Jean Tinguely (1925-1991), einem der prominentesten Vertreter der kinetischen Kunst und des Nouveau Réalisme. Bekannt sind seine beweglichen Drahtskulpturen, Reliefs und Maschinen, die teils humoreske teils makabere Züge tragen und akustische sowie interaktive Komponenten aufweisen können. Er tüftelte als rationaler Ingenieur verschiedenste funktionstüchtige Assemblagen aus Metallteilen, Holzrädern, Keilriemen, Tierschädeln, Federn und Masken aus und ließ bei der Zusammensetzung seiner Konstruktionen sein spielerisches und neugieriges Naturell erkennen. Nach seiner Arbeit als Schaufensterdekorateur in einem Warenhaus und dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Basel, zog Tinguely 1953 mit der Künstlerin Eva Aeppli und der gemeinsamen Tochter Miriam nach Paris. Im Laufe seines Lebens und künstlerischen Schaffens arbeitete Tinguely mit vielen Kolleg_innen zusammen. Bereits in Basel lernte er 1949 Daniel Spoerri kennen. Im Jahre 1955 bezog Tinguely ein Atelier am Impasse Ronsin und wurde somit Nachbar von Constantin Brancusi. 1958 verwirklichte er Projekte mit dem Maler Yves Klein. Bald darauf begann die private und künstlerische Beziehung mit Niki de Saint Phalle. Er wurde Mitglied der vom Kritiker Pierre Réstany initiierten Künstlergruppe der Nouveaux Réalistes. Tinguelys Oeuvre kann typologisch in Werkgruppen gegliedert werden, er erstellte sowohl kleinplastische und zeichnerische Arbeiten, längerfristige Projekte größeren Umfangs als auch kollektive Werke mit befreundeten Künster_innen (wie beispielsweise auch Bernhard Luginbühl).

Die Studierenden lernen das vielseitige Oeuvre von Tinguely kennen, das es erlaubt Einblicke in wichtige Sektoren der kinetischen Kunst zu geben. Zudem wird die Schaffensform der künstlerischen Kollaboration beleuchtet und geübt, wie man Kunst beschreiben und charakterisieren kann, die sich manifest bewegt.

Der Besuch des Seminars ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion "Tinguely in der Schweiz", die im Sommersemester 2019 angeboten wird.

Einführende Basisliteratur:

  • Bischofberger, Christina: Jean Tinguely. Werkkatalog. Skulpturen und Reliefs, Bd. 1: 1954-1968; Bd. 2: 1969-1985; Bd. 3: 1986-1991, Kuesnacht/Zürich 1982ff.

  • Hahnloser-Ingold, Margrit/Bezzola, Leonardo: Pandämonium – Jean Tinguely, Benteli Verlag: Bern 1988.

  • Hoffmann, Justin: Destruktionskunst. Der Mythos der Zerstörung in der Kunst der frühen sechziger Jahre. Verlag Silke Schreiber: München 1995.

  • Hultén, K. G. Pontus: Tinguely. 'Méta', Propyläen Verlag: Berlin 1972.

  • Pardey, Andres: Freunde, Zeitgenossen. Jean Tinguely und Basel, Buchverlag Basler Zeitung: Basel 1997.

  • Violand-Hobi, Heidi E.: Jean Tinguely. Biographie und Werk, Prestel: München/New York 1995.

  • Weyandt, Barbara: Maschinerie des Todes. Der Mengele Totentanz von Jean Tinguely, Röhrig Universitätsverlag: St. Ingbert 2002.

Ausstellungskataloge:

  • Althaus, P. F./Leering, J./Oxenaar, R. W. D. (Hgg.): Tinguely – Luginbühl, Ausst.Kat. Rijskmuseum Kröller-Müller Otterlo 17.7.-27.8.1967, Stedelijk Van Abbenmuseum Eindhoven, 9.9.-15.10.1967, Kunstmuseum Luzern 28.10.-3.12.1967, Rijskmuseum Kröller-Müller, Otterlo 1967.

  • Golinski, Hans Günter/Hiekisch-Picard, Sepp/Kivelitz, Christoph (Hgg.): und es bewegt sich doch ... Von Alexander Calder und Jean Tinguely bis zur zeitgenössischen "mobilen Kunst", Ausst.Kat. Museum Bochum 11.6.-3.9.2006: Bochum 2006.

  • Hultén, K. G. Pontus: Jean Tinguely. A Magic Stronger than Death, Ausst.Kat. Palazzo Grassi Venedig, Abbeville Press: New York 1987.

  • Hultén, K. G. Pontus/Sandberg, W./Spoerri, Daniel/Tinguely, Jean (Hgg.): Bewogen – Beweging, Ausst.Kat. Stedelijk Museum Amsterdam 10.3.-17.4.1961, Stedelijk Museum: Amsterdam 1961.

  • Hultén, K. G. Pontus (Hg.): The Machine as seen at the End of the Mechanical Age, Ausst.Kat. Museum of Modern Art New York 25.11.1968-9.2.1969, Museum of Modern Art: New York 1968.

  • Museum Tinguely Basel. Die Sammlung, Ausst.Kat. Museum Tinguely 7.11.2012-30.9.2013, Kehrer Verlag: Heidelberg 2012.

  • L'esprit de Tinguely, Ausst.Kat. Kunstmuseum Wolfsburg 20.5.-3-10.2000, Museum Jean Tinguely, Basel, 15.11.2000-22.4.2001, Hatje-Cantz: Ostfildern-Ruit 2000.

  • Fünf Pioniere der kinetischen Skulptur: Pol Bury, Alexander Calder, George Rickey, Takis, Jean Tinguely, Ausst.Kat. Galerie Reckermann 9.11.1979-2.2.1980, [s.n.]: Köln 1979.

  • Jean Tinguely. Pit Stop, Ausst.Kat. Museum Tinguely Basel 8.5.-31.8.2008, ProLitteris: Zürich/Museum Tinguely: Basel 2008.

  • Pfeiffer, Andreas (Hg.): Maschinen Theater: Positionen figurativer Kinetik seit Tinguely, Ausst.Kat. Städtische Museen Heilbronn 18.5.-9.9.2001, Edition Braus: Heidelberg 2001.

Vorlesung: Art & Technology in Amerika

Prof. i.V. Dr. Inge Hinterwaldner
Dienstag, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 16. Oktober 2018)
Eiermann-Hörsaal

Beschreibung:

Maurice Tuchman, Kurator für moderne Kunst am Los Angeles County Museum of Art (LACMA), initiierte im Jahre 1966 das "Art and Technology" (A&T) Programm. Ziel war es, Partner aus den unterschiedlichsten Industriezweigen zu finden, die bereit wären, mit Kunstschaffenden an einem Projekt zusammenzuarbeiten. Daraus entstand auch eine Reihe von bahnbrechenden technisch-künstlerischen Projekten, die nicht selten Problemlösungen notwendig machten, welche in Patentierungen der Erfindungen mündete. Die Arbeiten wurden im LACMA ausgestellt. Eine Auswahl davon durfte an der Weltausstellung in Osaka 1970 teilnehmen. Eine weitere wichtige Initiative nannte sich "Experiments in Art and Technology" (E.A.T.), und wurde im Juni 1966 von Billy Klüver, Fred Waldhauer, Robert Whitman und Robert Rauschenberg ins Leben gerufen. Auch hier ging es darum, die Zusammenarbeit zwischen Künstler_innen und Ingenieur_innen zu katalysieren, d.h. für ein interdisziplinäres Gestalten eine Umgebung bereitzustellen, um eine neue (technische, Technik integrierende) Kunstform entstehen zu lassen. E.A.T. verstand sich als "matchmaker". Zu den bekanntesten Ergebnissen zählt das Festival "9 Evenings: Theatre and Engineering", das 1966 in New York ausgetragen wurde und bei dem zehn Kunstschaffende und 30 Ingenieur_innen der Bell Telephone Laboratories in Murray Hill, New Jersey mitwirkten. Unter den Kunstschaffenden befanden sich neben Rauschenberg und Whitman noch Yvonne Rainer, Övind Fahlström, John Cage, oder David Tudor. 1968 wurden die Gewinner-Teams eines Wettbewerbs zur A&T-Kollaboration im Rahmen der Ausstellungen "The Machine, as Seen at the End of the Mechanical Age" am MoMA New York und "Some More Beginnings" im Brooklyn Museum gezeigt. Der US-amerikanische Pepsi-Pavillon in Osaka, den E.A.T. bestückte, stellt einen weiteren Meilenstein der Medienkunstgeschichte dar, bei dem der Verantwortliche Robert Breer den Ehrgeiz hegte, über Sound, Kunstnebel, Laserprojektion dem Publikum neue Sinneserfahrungen zu bieten. Die Vorlesung führt in die Entwicklung der A&T-Bewegung insbesondere in Amerika (USA, Kanada, Lateinamerika) ein und stellt die wichtigsten Initiativen, Personen aus Theorie und Praxis, Werkkomplexe und Themen vor.

16.10. 2018 - Tinguely und Klüver - "Homage to New York"
23.10.2018 - Experimentelles aus den Bell Telephone Laboratories
06.11.2018 - Computergrafik, Journale und Wettbewerbe
13.11.2018 - Maurice Tuchmans Initiative am LACMA

Proseminar/Hauptseminar BK I/II: Architekturmodelle

Prof. i.V. Dr. Inge Hinterwaldner
Dienstag, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 23. Oktober 2018)
Seminarraum

Beschreibung:

Im 14. Jh. wurden Modelle mehr und mehr zu gestalterischen Gedankenstützen; so riet Cennino Cennini in seinem "Libro dell'arte" schon um 1390, neben dem Abzeichnen von Werken, auch nach der Natur zu zeichnen. Sobald die Modelli immer stärker die originalen Ideen des einzelnen Künstlers darstellten, und nicht mehr nur ein Instrument für mechanisches Abpausen waren, stieg ihr Wert erheblich. Seit dem Aufkommen des Terminus modello in Dokumenten des 14. Jahrhunderts, bezeichnete er sowohl vorbereitende Zeichnungen auf Papier, als auch – häufiger noch – vorausgehende dreidimensionale Modelle. In beiden Bedeutungen besteht eine große Nähe zum "disegno". Der kunsthistorische Begriff Modello bezeichnet eine Skizze im ausführungsreifen Zustand oder eine gut ausgearbeitete dreidimensionale Form (Kleinentwurf oder auch in der endgültigen Größe gehaltene Vorlage aus Wachs, heute aus Plastilin, dann Ausführungen in Originalgröße in Ton, danach Abguss in Gips zur Übertragung in Holz, Bronze oder Stein) als Vertrags- oder Arbeitsmodell. Berühmt sind die hölzernen Modelli für den Petersdom in Rom von Antonio da Sangallo (1538) und von Michelangelo (1546). Die dreidimensionalen Architekturmodelle der Renaissance veranschaulichen die Idee der räumlichen Konstruktion, dienten sowohl der Bauausführung als der Überzeugung der Auftraggeber_innen. So nutzte beispielsweise der Bildhauer, Architekt und Bauaufseher Filippo Brunelleschi beim Bau des Florentiner Doms verschiedene Modelli, einige für die Präsentation, andere für die Anweisung der Arbeiter in technischen Details. Das Seminar widmet sich Modellen seit der Renaissance, die man in unterschiedlichsten Detaillierungsgraden und Ausformungen baute. Sie konnten handlich oder begehbar sein. Im Zentrum stehen konkrete Beispielen aus den letzten 800 Jahren. In Ergänzung wird die Thematik durch die Diskussion von Modelltheorien und Modelltypologien abgerundet.

Übung: Nach den Sternen greifen? Herausforderungen ortsspezifischen Kuratierens am Beispiel einer ehemaligen Sternwarte

Julia Thiemann
Termine:
Mi, 24.10.2018           09:45 – 11:15 Uhr, Seminarraum
Fr, 09.11.2018            10:15 – 17:15 Uhr (Exkursion zur Alten Sternwarte nach Mannheim)
Mi, 14.11.2018           09:45 – 11:15 Uhr, Seminarraum
Mi, 21.11.2018           09:45 – 11:15 Uhr, Seminarraum 
Fr, 14.12.2018            13.15 - 18.00 Uhr (Projektpräsentationen), Seminarraum
Fr, 18.01.2019            13.15 - 18.00 Uhr (Projektpräsentationen), Seminarraum 
Mi, 23.01.2019           09:45 – 11:15 Uhr, Seminarraum


Beschreibung:

Place, Space, Site – wie definieren wir Räume, in denen wir Kunst präsentieren? Was kann Ortsbezug oder ein Zusammenspiel zwischen Kunst, Gesten des Zeigens und Argumentationsweisen des Ausstellens in verschiedenen räumlichen Gegebenheiten im Prozess des Kuratierens von zeitgenössischen Ausstellungen bedeuten?

In dieser Übung zur kuratorischen Praxis erkunden wir am Beispiel der Alten Sternwarte in Mannheim ortsspezifische Fragen des Kuratierens und ordnen diese in raumtheoretische Konzeptionen ein. Dabei fragen wir auch, was einen Ausstellungsraum üblicherweise ausmacht, wie sich dieses Raumverständnis entwickelte und welchen Wandlungen der Umgang mit dem sogenannten White Cube im Laufe der letzten Jahrzehnte unterliegt.

Insbesondere historische Räume eröffnen viele Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten des Site-specific Curating, die wir anhand dieses konkreten Beispiels in den Blick nehmen werden. Der kuratorische Umgang wird dabei ebenso wie verschiedene künstlerische Strategien des Arbeitens in und mit unterschiedlichen Räumen und Kontexten beispielhaft für die Alte Sternwarte in Mannheim erprobt.

Die ehemalige Sternwarte wurde früher zur Erkundung des Sternenhimmels und zur Verortung und Erforschung unserer Welt genutzt. Nach dem Umzug der Sternendeuter in andere Räumlichkeiten wurde der achteckige Turm als Atelierhaus für Künstler*innen verwendet. Momentan befindet sich die ehemalige Sternwarte wieder in einer Phase der Neuorientierung und ihre Räume werden im kommenden Jahr mit einer Gruppenausstellung fokussiert, wobei auch der historische Kontext einbezogen werden soll. Diesen Prozess werden wir in der Übung in fiktiven Ausstellungskonzepten beispielhaft nachvollziehen.

Fragen der Ortsspezifik werden hierbei in ihrer räumlichen, wie auch geschichtlichen Angebundenheit aufgeworfen, in Praxis und Theorie verortet und auch kritisch hinterfragt. Wir betrachten, was passiert, wenn wir mit der Präsentation von Kunst aus etablierten Institutionen, wie Museen, Kunsthallen oder Kunstvereinen, herausgehen und Orte zur Ausstellungsfläche erklären, die einem anderen Kontext angehören.

In Kleingruppen werden fiktive Ausstellungskonzepte für die Alte Sternwarte als real existierenden Ort, den wir uns in einer Exkursion nach Mannheim zu Beginn des Seminars anschauen, von den Studierenden erarbeitet und mit Beispielabbildungen der ausgewählten Werke sowie einem Raumkonzept vorgestellt.


Erste Überblicksliteratur:

  • Brian O’Doherty: In der weißen Zelle / Inside the White Cube. Merve Verlag, Berlin 1996.
  • Dünne, Jörg; Günzel, Stephan (Hrsg.): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006.
  • Charlotte Klonk: Wie die weiße Wand ins Museum kam... ...Und der White Cube zum Mythos wurde. In: Engler, Martin; Hollein, Max (Hrsg.): Gegenwartskunst 1945 – Heute im Städel Museum. Ostfildern 2012, S. 316-325.
  • Judith Rugg: Exploring Site-specific Art. Issues of Space and Internationalism. I.B. Tauris & Co. Verlag, London 2010.

Eine weiterführende Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.

Übung: Winter School: Künstlerische Techniken - Papier

Dr. Alexandra Axtmann
Blockveranstaltung am/nach Semesterende


Beschreibung:

Die Winter School soll als Intensiv-Woche in die künstlerischen Techniken einführen. Teil 1: Papier wird in Zusammenhang mit dem Seminar „Der Schnitt ins Papier - Vom privaten Andachtsbild zum öffentlichen Paste-Up“ angeboten, passt thematisch aber auch zu der aktuellen Ausstellung in Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu den französischen Zeichnungen.

In einem ersten Teil werden die theoretischen und praktischen Grundlagen des Papiers als künstlerisches Medium besprochen. Hierfür werden rechtzeitig vorbereitende Texte an alle Teilnehmer verschickt werden. Zudem werden uns Gastreferent*innen aus ihren Spezialgebieten wie der Papierrestaurierung, Wasserzeichenkunde, den graphischen Techniken u.v.m. berichten. Wenn möglich, werden wir in einem praktischen Teil den Umgang mit dem Papier selbst erproben.

Ein detaillierter Wochenplan wird nach Absprache mit den Teilnehmer*innen rechtzeitig bekanntgegeben.

Organisatorisches:

Die Art und der Umfang der Studienleistungen werden nach Anmeldung zur Übung übermittelt werden. Es werden Kurzreferate, ausführliche Bibliographien, kurze Textvorstellungen und Recherchen möglich sein.

Im Rahmen der Übung wird es eine Exkursion geben; der genaue Termin wird bis Ende 2018 bekanntgegeben.

Proseminar/Hauptseminar BK II: Der Schnitt ins Papier - Vom privaten Andachtsbild zum öffentlichen Paste-UpTextüberschrift

Dr. Alexandra Axtmann
Mittwoch, 17.30 - 19.00 Uhr (Beginn: 24. Oktober 2018)
Seminarraum

Beschreibung:

Immer mehr zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler arbeiten in der Gattung des Scherenschnitts und zeigen dabei neue Formen im Umgang mit dem Papier auf. Wahrscheinlich wurde dadurch in den letzten Jahren das Interesse von Seiten des Kunstmarkts wie den Museen an der Kunst des Ausschneidens geweckt. Denn seitdem wurden etliche größere wie kleinere Ausstellungen zu dem Thema präsentiert, die oft auch die historischen Wurzeln beleuchtet haben.
Im Seminar soll die Genealogie des Scherenschnitts ausgehend von den frühen Scherenschnitten im 17. Jahrhundert bis heute und dabei die technischen wie materialästhetischen Aspekte thematisiert werden. Fragen können sein: Wie gehen die Künstler jeweils mit dem Material um, welche Techniken wenden sie an
Cut-out oder Cut-in? Welche Möglichkeiten bieten das Papier und die Schneidewerkzeuge durch die Jahrhunderte hinweg? Welche Themen werden ins Papier eingeschnitten? Sind diese von den technischen Voraussetzungen abhängig? Wie ist jeweils die zeitgenössische Rezeption? usw.

Organisatorisches:

Es sind Referatsthemen in Epoche 2 (Barock bis Romantik) und 3 (Realismus bis Gegenwart) möglich – siehe Seminarplan.
Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der ersten Sitzung. Bitte informieren Sie sich vorab über die Themen, um in der Diskussion über die Referatsvergabe Ihre Auswahl begründen zu können.

Am Samstag, 27. Oktober 2018, werden wir eine Exkursion zu der Ausstellung SCHNITTSTELLE. Cut-out trifft Schattenriss im Museum August Macke Haus in Bonn machen. Nach Anmeldung zum Seminar werden hierzu allen Teilnehmer*innen weitere Informationen übermittelt werden. Die Teilnahme an der Exkursion ist obligatorisch für den Seminarbesuch; die Kosten hierfür werden vom Institut übernommen.

Als Ergänzung zum Seminar wird eine Winter School Künstlerische Techniken – Papier als Blockveranstaltung nach Vorlesungsende angeboten.

Seminarplan

24.10.  Einführung

   Sa, 27.10.    Exkursion nach Bonn

31.10.  Papier und Schatten – Die Silhouette: Luise Duttenhofer; Text: Johann Caspar Lavater: Physiognomische Fragmente (1775 - 1778)

7.11.    Papier und Andacht: Das kleine „Spitzenbild“

14.11.  Papier wie Spitze: Niederländische Weißschnitte (Wappenschnitte, Willem Eigeman, Frederik Hendrik van Voorst)

21.11. Papier und Genre: Jean Huber, Rudolf Wilhelm Herr von Stubenberg

28.11.  Ausschneiden für Alle: Die „Bilderbogenkultur“ des 19. Jahrhunderts: Papiertheater, Krippen und Guckkästen

5.12     Papier und Licht: Adolph von Menzel, Esther Glück

12.12. Papier und Linie: Dorthe Goeden, Esther Glück, Zipora Rafaelov

19.12. Papier und Natur: Philipp Otto Runge, Rogan Brown

16.01. Papier und Politik: Felix Droese, Kara Walker

23.01. Papier und Raum: Charlotte McGowan-Griffin, Birgit Knoechl, Mia Pearlman

30.01. Papier und Raum: Andreas Kocks, Gabriele Basch, Jörg Mandernach

6.02.    Papier und Öffentlichkeit: Paste-Ups

Literaturauswahl zur Einführung / Selected Bibliography:

  • Biesalski, Ernst (Hg.): Scherenschnitt und Schattenrisse. Kleine Geschichte der Silhouettenkunst. München 1964
  • Lavater, Johann Caspar: Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschen-kenntniß und Menschenliebe, 4 Bde., Leipzig/ Winterthur 1775, 1776, 1777, 1778
  • Metken, Sigrid: Geschnittenes Papier. Eine Geschichte des Ausschneidens in Europa von 1900 bis heute. München 1978
  • Oehler, Felicitas: Querschnitt. Schweizer Scherenschnitte aus fünf Jahrhunderten. Bern 2013
  • Spamer, Adolf: Das kleine Andachtsbild vom 14. bis 20. Jahrhundert, Bruckmann 1930
  • Verhave-van Duijin, Joke / Verhave, Jan Peter (Hg.): Geknipt! Geschiedenis van de papierkunst in Nederland. Zutphen 2008

Ausstellungskataloge / Exhibition Catalogues

  • Cut. Scherenschnitte 1970–2010. Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle. Hamburg 2010
  • Final Cut. Papierschnitt als eigenständiges künstlerisches Medium. Ausst.-Kat. Horst-Janssen-Museum Oldenburg. Bielefeld 2014
  • Licht und Schatten. Scherenschnitt und Schattentheater im 20. Jahrhundert. Ausst.-Kat. Puppentheatermuseum im Münchner Stadtmuseum. München 1982
  • Scharf geschnitten. Vom Scherenschnitt zum Paper Cut. Ausst.-Kat. Galerie Stihl Waiblingen. Waiblingen 2018
  • SchattenRisse. Silhouetten und Cutouts. Ausst.-Kat. Lenbachhaus München. Ostfildern-Ruit 2001

Proseminar/Hauptseminar BK I/II: Maschinen. Macht: Puppen-Automaten-Cyborg bodies

Prof. Dr. Oliver Jehle
Dienstag, 9.45 - 11.15 Uhr (Beginn: 16. Oktober 2018)
Seminarraum


Beschreibung:

Kunstmenschen zu schaffen, ist ein Wunsch, den bereits die Antike kannte. Leonardos Lebensprinzip der ‚forza‘ fasst die Kraft, die alles belebt, in die Metapher einer aufgespannten Feder (Bredekamp 1999), während er gleichzeitig mit Anatomen zusammenarbeitete und Wachsausgüsse von Herzen herstellte. Androiden, Automaten, Maschinen markieren eine Übergangszone: Ihre offengelegte Mechanik schlägt sie der Technik zu, während ihre Hülle sie zum Kunstwerk erklärt. Das 18. Jahrhundert sah nicht erst mit dem l’homme machine die Welt aus dem Geist der Mechanik entstehen, hielt man doch die gelingende Verbindung von Totem und Lebendigem für möglich. Im Seminar werden wir Moulagen kennenlernen, anatomische Theater und Menschen-Automaten, die als Sensationen bestaunt wurden. Aber wir werden auch die Geburt des Prothesenkörpers beobachten, die sich dem ersten Weltkrieg verdankt. Mechanische Wesen, die in ihrer anthropomorphen Gestalt auf den Menschen zurückverweisen – auch dann noch, wenn das Individuelle gelöscht, austauschbar geworden ist, nehmen einen ersten Rang ein in den Werken von Léger und Schlemmer: geschlechtslos, androgyn, das Organische mit dem Mechanischen verbunden. Wie Künstlerinnen, sei es Hannah Höch, Orlan oder Cindy Sherman diese ästhetischen Erfahrungen des mitunter beschädigten Kunstmenschen zu Bildformulierungen von irritierender Kraft verdichten, wird uns in der zweiten Hälfte des Seminars beschäftigen.

Übung: DIE UNBEKANNTE GESCHICHTE VOR DER HAUSTÜR. Kunst und Architektur in Karlsruhe um 1900

Britta Borger, M.A.
Montag, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 15. Oktober 2018)
Seminarraum

Beschreibung:

Um 1900 erlebte Karlsruhe einen regelrechten Boom. Die einsetzende Hochindustrialisierung schuf unzählige Arbeitsplätze und ließ die Bevölkerung rapide anwachsen – 1901 erreichte Karlsruhe mit 100.000 Einwohnern den Status einer Großstadt. Neben den neuen Industriegebieten entstand vorwiegend Wohnraum für die Arbeiter, aber auch ganze Villenviertel für die Mittel- und Oberschicht. Auch das kulturelle Leben erfuhr einen Aufschwung – durch die 1854 gegründete „Großherzogliche Kunstschule“ (heute Staatliche Akademie der Bildenden Künste) war Karlsruhe zu einem Anziehungspunkt für Künstler geworden. Schon nach wenigen Jahren genoss die Schule einen hervorragenden Ruf und machte die Stadt zu einer angesehenen Kunstmetropole. In den Folgejahren entwarfen Architekten wie Hermann Billing oder das bis 1915 in Karlsruhe ansässige Büro Curjel & Moser wichtige Wahrzeichen des Jugendstils und prägten damit das Stadtbild. Unterbrochen durch die Jahre des Ersten Weltkriegs bahnte sich schließlich in den 20er Jahren - zwischen Inflation und Weltwirtschaftskrise - die Moderne ihren Weg. Durch Künstler wie Karl Hubbuch, Georg Scholz und Wilhelm Schnarrenberger wurde die hiesige Kunstakademie zum Zentrum der Neuen Sachlichkeit. Im Bereich der Architektur  galt der von Walter Gropius konzipierte Dammerstock mit seiner funktionellen Grundrissgestaltung und den damals ungewohnten Flachdächern bald als herausragendes Exempel modernen Siedlungsbaus. Die Wandlung vom Historismus bis zur Moderne lässt sich in Karlsruhe an vielen Plätzen, Bauten, Fassaden und in den Sammlungen der Stadt nachvollziehen. Diese spannenden Jahre möglichst vor Ort zu rekapitulieren, soll Thema und Ziel des Wahlfaches bzw. der Übung sein. 
Der Kurs findet als Kooperation zwischen der Hochschule Karlsruhe / Studiengang Architektur und dem KIT / Institut für Kunst- und Baugeschichte statt.  Als Prüfungsleistung stellt jeder Teilnehmer / jede Teilnehmerin ein Gebäude, eine Institution, einen Architekten oder Künstler aus der Themenliste in einem Vortrag bzw. einer Führung vor. Es herrscht keine fachliche Bindung, d.h. Studierende der Architektur können ein architektonisches Thema ebenso wie ein kunstgeschichtliches Thema übernehmen und umgekehrt.

Hauptseminar BK II/ÄK: Marxismus und Kunstgeschichte

Apl. Prof. Dr. Martin Papenbrock
Donnerstag, 11.30 - 13.00 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2018)
Seminarraum

Beschreibung:

200 Jahre Karl Marx sollen zum Anlass genommen werden, um nach dem Einfluss marxistischen Denkens auf die Kunstgeschichte zu fragen. Aus einem breiten Spektrum ausgewählter Texte von Klassikern und Außenseitern marxistischer Ästhetik und Kunstwissenschaft sollen insbesondere Positionen eines undogmatischen Marxismus näher in den Blick genommen und nach ihren theoretischen und methodischen Prämissen sowie nach ihrem Verständnis von (Kunst-)Wissenschaft und Gesellschaft befragt werden.

Literatur zur Einführung:

Andrew Hemingway (Hg.): Marxism and the History of Art. From Morris to the New Left. London 2006; Boris Röhrl: Marxistische Philosophie und Kunstgeschichte. Einführung, Entwicklung, Terminologie. Berlin/Münster 2018.

Hauptseminar BK I: Recht und Gerechtigkeit in der Kunst des Mittelalters

Apl. Prof. Dr. Martin Papenbrock
Donnerstag, 8.00 - 9.30 Uhr (Beginn: 18. Oktober 2018)
Seminarraum

Beschreibung:

In diesem Seminar geht es um religiöse und profane Bilder, in denen sich das mittelalterliche Rechtsverständnis artikulierte, sowie um Orte und Architekturen, an denen sich die Rechtspraxis im Mittelalter konstituierte. Von bildlichen Illustrationen und Kommentaren zu Rechtstexten bis zur skulpturalen und architektonischen Gestaltung mittelalterlicher Gerichtsstätten sollen die verschiedenen künstlerischen Formen des symbolischen Umgangs mit Recht und Gerechtigkeit im Mittelalter vorgestellt und unter rechts-, sozial- und kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten analysiert und interpretiert werden.

Literatur zur Einführung:

Wolfgang Schild: Alte Gerichtsbarkeit. Vom Gottesurteil bis zum Beginn der modernen Rechtsprechung. 2., korrigierte Aufl. München 1985. – Wolfgang Sellert: Recht und Gerechtigkeit in der Kunst. Göttingen 1993. – Wolfgang Schild: Bilder von Recht und Gerechtigkeit. Köln 1995.

Proseminar BK I: Schnitzaltäre der Spätgotik

Apl. Prof. Dr. Martin Papenbrock
Mittwoch, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 17. Oktober 2018)
Seminarraum

Beschreibung:

Von der Ikonographie und vom Bildaufbau her noch der mittelalterlichen Tradition verpflichtet, zeugen die Altäre der deutschen Bildschnitzer durch ihren Naturalismus und die starke innere und äußere Bewegtheit der Figuren vom bevorstehenden Anbruch der Neuzeit. In vorreformatorischer Zeit wurde die Religion zunehmend zu einer Sache des Volkes. Dies wird in den Altären sichtbar. Im Seminar sollen die Hauptwerke der deutschen Bildschnitzer vor dem Hintergrund der künstlerischen, religiösen und gesellschaftlichen Entwicklungen vor und nach 1500 vorgestellt und erörtert werden.

Literatur zur Einführung:

Michael Baxandall, Die Kunst der Bildschnitzer. Tilman Riemenschneider, Veit Stoß und ihre Zeitgenossen, München 1984. – Rainer Kahsnitz, Die großen Schnitzaltäre. Spätgotik in Süddeutschland, Österreich, Südtirol, München 2005. – Walter Paatz, Süddeutsche Schnitzaltäre der Spätgotik, Heidelberg 1963. – Herbert Schindler, Meisterwerke der Spätgotik. Berühmte Schnitzaltäre, Regensburg 1989.

Vorlesung: Glasmalerei des Mittelalters

Apl. Prof. Dr. Martin Papenbrock
Mittwoch, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 17. Oktober 2018)
Eiermann-Hörsaal

Beschreibung:

Die monumentalen Glasfenster in den mittelalterlichen Kirchen waren nicht nur ein Medium zur Vermittlung künstlerischer und religiöser Inhalte und Werte, sondern auch ein Medium sozialer Kommunikation. Die Fenster können als soziale Handlungsfelder verstanden werden, in denen sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen bewegten und ihre Interessen artikulierten. In der Vorlesung wird es nicht darum gehen, die Geschichte der Glasmalerei im Mittelalter in all ihren stilistischen und ikonographischen Verästelungen und ihrer gesamten zeitlichen und geographischen Ausdehnung zu rekonstruieren, sondern um eine stärker ins Detail gehende Auseinandersetzung mit signifikanten Einzelbeispielen, an denen sich einerseits die Grundzüge und Entwicklungen der mittelalterlichen Glasmalerei, andererseits aber auch die sozialen Diskurse und die Formen und Symbole gesellschaftlicher Kommunikation im Mittelalter aufzeigen lassen.

Literatur zur Einführung:

Louis Grodecki: Romanische Glasmalerei. Stuttgart 1977. – Wolfgang Kemp: Sermo Corporeus. Die Erzählung der mittelalterlichen Glasfenster. München 1987. – Rüdiger Becksmann: Deutsche Glasmalerei des Mittelalters. Eine exemplarische Auswahl. Stuttgart 1988 – Jane Welch Williams: Bread, Wine, & Money. The Windows of the Trades at Chartres Cathedral. Chicago 1993.

17.10 2018 - Vorlesung 1
24.10.2018 - Vorlesung 2
31.10.2018 - Vorlesung 3
07.11.2018 - Vorlesung 4
14.11.2018 - Vorlesung 5


Vorlesungsplan:

17.10.18 Einführung

24.10.18 Grundprobleme der Glasmalereiforschung

31.10.18 Quellenschriften zur mittelalterlichen Glasmalerei

07.11.18 Sozialgeschichte der mittelalterlichen Glasmalerei

14.11.18 Das Stifterbild in der Glasmalerei des Mittelalters

21.11.18 Die Prophetenfenster im Augsburger Dom (um 1100)

28.11.18 Das Jesse-Fenster in St. Kunibert in Köln (um 1220/30)

05.12.18 Die Chorfenster in der Bückener Stiftskirche (um 1250)

12.12.18 Das Elisabeth-Fenster in der Marburger Elisabethkirche (um 1240)

19.12.18 Das Apostelfenster im Regensburger Dom (um 1315)

09.01.19 Die Zunftfenster im Freiburger Münster (um 1330)

16.01.19 Die Zunftfenster im Freiburger Münster (Fortsetzung)

23.01.19 Die Chorfenster in Königsfelden (um 1330)

30.02.19 Das Johannes-Fenster im Ulmer Münster (um 1390)

06.02.19 Klausur


 

Proseminar BK II: Designikonen

Dr. Maria Männig
 

Beschreibung:

Der Begriff des Designs beschreibt Prozesse und Ergebnisse des Gestaltens. Anders als das Kunsthandwerk ist er unmittelbar an die Existenz der industriellen Produktion geknüpft. In seiner rund 150 Jahre währenden Geschichte steht das Design im Spannungsfeld der Ideologie des freien künstlerischen – bisweilen sogar utopischen – Entwurfs und den Anforderungen einer gewinnorientierten Industrie. Seine gestalterische Kraft betrifft und bestimmt dennoch unseren Lebensalltag. Design manifestiert sich außerdem in immaterieller Weise – etwa im Sprechen, Denken sowie im Handeln.

Ikonisch wurde und wird Design in spezifischen Objekten oder Bildern, etwa der Coca-Cola-Flasche. Insbesondere aus der Frage nach dem Status von Designikonen heraus, ergibt sich der Anschluss an explizit kunstwissenschaftliche Diskurse, denen im Proseminar nachzugehen sein wird. Daher soll der Begriff der „Ikone“ sowie dessen kunsthistorische und bildwissenschaftliche Interpretation im Zentrum der Auseinandersetzung stehen. Ziel des Proseminar ist es, einzelne Schlaglichter auf ausgewählte Designobjekte zu werfen und diese aus bildwissenschaftlicher Perspektive vertiefend zu analysieren.

Es findet eine Tages-Exkursion in das Vitra Design Museum statt.

Hauptseminar ÄK: Grundlagen der Ästhetik, Teil II

Dr. Jesús Muñoz Morcillo
Freitag, 9.45 - 11.15 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2018)
Seminarraum


Beschreibung:

Die Ästhetik war immer eine schwer zu definierende Disziplin. Die Autoren der Antike hatten dafür keinen Namen, sie entwickelten jedoch ästhetische Grundbegriffe und Kategorien, die für die spätere Auffassung des Schönen und Erhabenen, der Proportion und der Harmonie entscheidend waren. Der Aufklärungsphilosoph Baumgarten verstand die Ästhetik als eine unabhängige Wissenschaft über "die Lehre der sinnlichen Erkenntnis", die u.a. zur Ausbildung des Urteilsvermögens – d.h. des Geschmacks als Universalkategorie – beiträgt. Hegel fasste die Ästhetik als "Philosophie der Kunst" auf und definierte die Kunst als die sinnliche Präsentation des absoluten Geistes. Dem deutschen Idealismus steht die analytische Kunstphilosophie gegenüber, die angelehnt an den „linguistic turn“ die Frage „Was ist Kunst?“ durch die Analyse von Kunstbedingungen ablöst.

Im Seminar werden die wichtigsten Auffassungen der Ästhetik seit der Antike bis zur Gegenwart präsentiert. Darüber hinaus konzentrieren wir uns jedes Semester auf eine bestimmte Epoche. Dieses Semester besteht das Seminar aus einer einführenden Vorlesung zur Geschichte der Ästhetik, sowie mehreren Sitzungen über die das Mittelalter und die Neuzeit, und einem praktischen Teil, in dem die Studierende ausgewählte Texte kommentieren und ein Kunstwerk aus einem Karlsruher Museum untersuchen.

Bedingung für den Erwerb eines Scheins ist die aktive Teilnahme an den Diskussionen und dem Museumsbesuch, sowie die Übernahme eines Kurzreferats.

Übung: Grundlagen der Fotografie

Bernd Seeland, Fotografenmeister
Christoph Engel, Dipl.-Des. (FH)

Workshop als Kompaktwoche
11.02. - 15.02.2019
10.00 – ca. 17.00 Uhr
Studienwerkstatt Fotografie

Anmeldung ab dem 3. Fachsemester BA und 1. Fachsemester MA möglich ggf. als Nachrücker

Beschreibung:
In der Veranstaltung werden in einem ersten Teil die theoretischen und praktischen Grundlagen der Fotografie anhand praktischer Übungen mit verschiedenen Kameraformaten und -systemen vermittelt. Der theoretische Teil umfasst sowohl die Geschichte der Fotografie, die Grundlagen der Fototechnik als auch die Analyse fotografischer Bilder sowie eine Anleitung zum Verstehen der Wirkungsweisen in der Fotografie. Der praktische Teil gibt einen Überblick über die verschiedenen Kamerasysteme, die Bildgestaltung, der Einsatz vom Licht,
Labortechniken sowie den Umgang mit digitalen Bilddateien und das Basiswissen in der elektronischen Bildbearbeitung.
Der zweite Teil der Veranstaltung behandelt die konkrete Auseinandersetzung mit einer künstlerischen Position in der Fotografie in Form eines Kurzreferates und der Ausarbeitung einer eigenen praktischen Fotoarbeit.

Literatur:
Charlotte Cotton, Fotografie als zeitgenössische Kunst
Deutscher Kunstverlag, Berlin, 2011
Stephen Shore, Das Wesen der Fotografie
Phaidon, Berlin, 2009
Robert Hirsch, Mit der Kamera Sehen.
Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2008

Unkostenbeitrag für Verbrauchsmaterialien:
10,00 Euro pro Teilnehmer

Proseminar/Hauptseminar BK II: Paris, capital of European modernism in the 19th and 20th century

Prof. Dr. Oliver Jehle
Dr. Buket Altinoba
Blockseminar (Termine werden noch bekanntgegeben)
Exkursion vom 7. - 10. November 2018

Veranstaltungort: KIT Karlsruhe und Universität Straßburg


Beschreibung:

Paris has been called at various occasions, and by many famous authors (Walter Benjamin is part of a long line) the "Capital of the 19th century". While this might be debatable in the economic, technical or political fields, it is certainly true in the field of the arts. But how did come to earn this reputation, what were the relations established with other parts of Europe?  The aim of this seminar is to present not only the major authors that give birth to this myth (Delacroix, Courbet, Manet, Monet, Cézanne,...) but to place it in a longer tradition of a "Système des Beaux Arts" that gave a stable framework for the development of the arts: the Académie des Beaux-Arts, the museum system, the main galleries, the art criticism, ... Far from consecrating the myth of French exceptionalism, the seminar wishes to show that all of these domains were already in a process that can be described as a transnational dynamics of cooperation and competition.
A four-day visit to Paris focusing on the Louvre, the Musée d'Orsay and the Centre Pompidou will be preceded by several introductory seminars taking place in Karlsruhe and Strasbourg, and followed by a wrapping-up session. A highlight will be the visit to the exhibition "Picasso: the blue and pink period" in the Musée d'Orsay.
Students are expected to prepare input to sessions and to write presentations in front of the works; the written version (to be delivered before the end of semester) will consider the remarks made during the sessions. The final grade will be established taking into account all of these factors in an equal fashion.


Organisatorisches:
Das Seminar findet in englischer Sprache statt.
Teilnehmerkreis: Bachelorstudierende ab 3. Studienjahr sowie Masterstudierende.


Literatur zur Einführung:

Bibliography (selection, a full bibliography will be given at the first seminar):

  • Antliff, Mark, and Patricia Dee Leighten, (ed.) A cubism reader: documents and criticism, 1906-1914. Chicago, 2008.
  • Clark, Timothy James, The painting of modern life: Paris in the art of Manet and his followers. London, 1985.
  • Lewis, Mary Tompkins, Critical readings in « Impressionism and Post-Impressionism »: an anthology. Berkeley, California, 2007.
  • Joyeux-Prunel, Béatrice, Les Avant-gardes artistiques 1848-1918, Paris, 2015 (collection Folio)
  • Spurling, Hillary, Matisse, the master (2 vols), London, 1998-2005
  • Thomson, Richard, Art of the actual: naturalism and style in early Third Republic France, 1880 - 1900. New Haven, 2012.

Proseminar/Hauptseminar BK II: Kunst der US-amerikanischen Westküste (vom abstrakten Expressionismus zu neuen Kunstformen)

Dr. Jesús Muñoz Morcillo
Freitag, 11.30 - 13.00 Uhr (Beginn: 19. Oktober 2018)
Seminarraum


Beschreibung:

Anfang der 1960er Jahre herrschte in Kalifornien ein Gefühl der künstlerischen Freiheit, die es an der Ostküste nicht gab. Die Szene an der US-amerikanischen Ostküste war von Malern wie Jackson Pollock, Mark Rothko oder Barnett Newman dominiert. Kalifornien hatte keine große Kunsttradition im institutionellen Sinne und wurde daher von vielen als tabula rasa für Kunstexperimente angesehen. Der Bauarbeiter und italienische Einwanderer Simon Rodia hatte bereits gezeigt, dass ein Autodidakt in Kalifornien etwas Großes schaffen konnte: Die von ihm gebauten „Watts Towers“ auf seinem Grundstück mit Schrott, Müll und Beton sind ein Wahrzeichen dieser kalifornischen Freiheit. Viele kalifornische Künstler jener Zeit – die meisten von ihnen Einwanderer oder Kinder aus eingewanderten Familien – sind heute einflussreiche Figuren der Gegenwartskunst geworden: z.B. John Baldessari (Konzeptkunst), Ed Ruscha (Deadpan), Billy Al Bengston (Finish Fetish), Allan Kaprow (Happening), Robert Arneson (Funk Art), Chris Burden (Body Art), David Hockney (Poolbilder), Ed Kienholz (Kunstinstallation), James Turrell (Raum-Licht-Installationen) oder Stephan von Huene (Audiokinetische Maschinen).

Aber was macht West Coast Art anders als Ost Coast Art? Während die Künstler der Ostküste den Abstrakten Expressionismus zu einem profitablen Geschäft machten, das von der Kunstkritik und vom Kunstbetrieb vehement unterstützt wurde, hörten fast alle Künstler der Westküste mit ihren Versuchen im Abstrakten Expressionismus schnell wieder auf. Die Gründe sind u.a. die fehlende Institutionalisierung des Kunstbetriebs, eine Kunstkritik, die kaum Druck auf die Kunstproduktion ausübte sowie kulturelle Besonderheiten der Westküste: u.a. der Kulturrelativismus von Franz Boas und Gregory Bateson, die spanisch-mexikanische Vergangenheit Kaliforniens und der Einfluss asiatischer Kunst und Philosophie.

Nach einer Einführung in das Thema des Seminars, werden die wichtigsten Vertreter/innen der Kunst der US-amerikanischen Westküste in Kurzreferaten präsentiert. In den daran anschließenden Diskussionen werden wir die vorgestellten Themen mit der Kunst der US-amerikanischen Ostküste sowie mit europäischer Kunst aus der gleichen Zeit vergleichen.

Bedingung für den Erwerb eines Scheins ist die aktive Teilnahme an den Diskussionen sowie die Übernahme eines Kurzreferats.

Literatur zur Einführung:

  • Hertz, Richard (2011): Jack Goldstein and the CalArts Mafia, Tucson: Hol Art Books.
  • Ders. (2009): The Beat and the Buzz: Inside the L.A. Art World, Ojai: Minneola Press.
  • Kölnischer Kunstverein et. al. (Hrsg.) (1972): USA West Coast, Hamburg.
  • Peabody, Rebecca et al. (Hrsg.) (2012): Pacific Standard Time. Los Angeles Art 1945-1980, Getty Research Institute.
  • Plagens, Peter (1999): Sunshine Muse: Art on the West Coast, 1945-1970, Berkeley u.a.: University of California Press.
  • San Francisco Museum of Modern (1977): Painting and Sculpture in California. The Modern Era. San Francisco Museum of Modern Art & Hudson Hills Press.
  • Tuchman, Maurice (Hrsg.) (1967): American Sculpture of the Sixties, Los Angeles: Los Angeles County Museum of Art.

Übung: Museumsarbeit praktisch: Kunstvermittlung für Kinder

Dr. Sonja Grunow

Termine

Di, 16.10.18,   10.30-12.00 Uhr         Einführung (Seminarraum)
Di, 23.10.18,   10.30-13.30 Uhr         Einführung Kunsthalle (Kunsthalle)
Di, 06.11.18,   10.30-13.30 Uhr         1. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)
Di, 13.11.18,   10.30-13.30 Uhr         2. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)
Di, 20.11.18,   10.30-13.30 Uhr         3. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)
Di, 27.11.18,   10.30-13.30 Uhr         4. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)
Di, 04.12.18    10.30-13.30 Uhr         5. Bildbetrachtung mit Kindern (Kunsthalle)
Di, 11.12.18,   10.30-12.00 Uhr         Nachbesprechung (Seminarraum)

 

Beschreibung
Die Vermittlung von Kunst und Kultur ist eine der elementaren Aufgaben des Museums, wobei die Kunstvermittlung hierbei eine Brücke zwischen wissenschaftlichem Sammlungsobjekt und interessiertem Besucher bildet.
Das Museum gilt als Ort der kulturellen Bildung, dessen Aufgabe es ist, Sammlungsinhalte auf unterschiedlichste Art und Weise den verschiedenen Zielgruppen zu vermitteln. 40% der Museumsbesucher sind heutzutage Kindergartenkinder und Schulklassen, die als Gruppe ein museumspädagogisches Erlebnis buchen.
Neben der Erarbeitung eines Kunstwerkes im pädagogischen Gespräch mit der Kunstvermittlerin steht hierbei immer auch die praktische Erfahrung des „Kunst-Schaffens“ im Anschluss. Im Seminar soll mit „echten Kindern“ geübt werden, wie eine Kinderführung didaktisch aufgearbeitet werden muss, um Kinder für Kunst zu begeistern und wie Ideen der Kinder, die während der Bildbetrachtung entstanden sind, in eigene kreative Arbeiten umsetzen werden können.
Die Teilnehmenden werden ihre eigene Bildbetrachtung konzipieren und fachliches Wissen, persönliches Auftreten, sprachliche Ausdrucksformen sowie pädagogische Fähigkeiten schulen. Durch ein ausführliches Feedback erhält jeder Teilnehmende eine Rückmeldung über den Erfolg seiner Kunstvermittlung.

Organisatorisches
Für den kostenfreien Besuch der Kunsthalle, insbesondere zur Vorbereitung der eigenen Führung, wird der Kunsthistorikerausweis vom Institut für Kunstgeschichte empfohlen.

Proseminar Grundlagen der Kunstwissenschaft

Prof. Dr. Oliver Jehle
Montag, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 15. Oktober 2018)
Seminarraum

Begleitende Tutorien:
Gruppe 1 – Asmâa Senouci-Meflah: Montag, 9:45 – 11:15 Uhr, Seminarraum Kunstgeschichte
Gruppe 2 – Victoria Gellner: Montag, 17:30 - 19:00 Uhr, Seminarraum Kunstgeschichte


Beschreibung:

Kunstgeschichte, die sich der Erforschung von Artefakten widmet, muss sich mit der Bestimmung unterschiedlichster historischer und soziologischer, philosophischer und politischer Kontexte beschäftigen. Bilder, Skulpturen, Architektur gibt es nicht im Singular, immer nimmt das einzelne Werk Bezug auf andere Werke und deren Rezeptions- und Deutungsgeschichte. Als Disziplin der Geistesgeschichte verfügt das Fach Kunstgeschichte über ein weites Spektrum an Methoden. Der Kurs führt in die Terminologie, die Arbeitstechniken und die Arbeitsmethoden der Bildwissenschaft ein und beleuchtet ein ungemein großes Feld, geht es doch – im Zeichen des visual turn – um den analytischen Umgang mit bewusst gestalteten und geformten Artefakten aus nahezu 2000 Jahren Menschheitsgeschichte. Der Grundkurs führt in die Gegenstandsbereiche des Faches ein wie Malerei und Zeichnung, Druckgraphik und Buchkunst, Skulptur und Plastik, Architektur und Stadtplanung, Kunstgewerbe, neue Medien und Videokunst, Kunstgewerbe und Design. Wir beleuchten die Gattungen der Malerei: das Historienbild und Porträt, die Landschaftsmalerei und das Stillleben, widmen uns der Architekturterminologie und behandeln so epochen- und gattungsübergreifend die Bildkünste vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Zum wissenschaftlichen Grundverständnis des Fachs Kunstgeschichte gehört dabei die fortgesetzte Arbeit am Bild und der Erwerb praktischen Wissens vor Originalen: In analytischer Beschreibung soll ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass Kunstwerke immer auch in ihrer Objekthaftigkeit und Materialität wahrgenommen werden müssen.


Einführende Literatur:

  1. Kunstgeschichte. Eine Einführung, hrsg. von Hans Belting, Heinrich Dilly, Wolfgang Kemp u.a., Berlin 72008;
  2. Wolfgang Brassat und Hubertus Kohle, Methoden-Reader Kunstgeschichte. Texte zur Methodik und Geschichte der Kunstwissenschaft, Köln 2003;
  3. Robert S. Nelson und Richard Shiff (Hg.), Critical Terms for Art History, Chicago u.a. 2003;
  4. Ulrich Pfisterer (Hrsg.): Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen. Methoden. Begriffe, Darmstadt 2003;
  5. Monika Wagner, Das Material der Kunst. Eine andere Geschichte der Moderne, München 2001;
  6. Thomas Zaunschirm: Kunstwissenschaft. Eine Art Lehrbuch, Essen 2002.

Vorlesung: Geschichte der Kunst VI - Die Künste des 19. Jahrhunderts. Naturalismus-Impressionismus-Décadence

Prof. Dr. Oliver Jehle
Donnerstag, 9.45 - 11.15 Uhr (Beginn: 25. Oktober 2018)
Fritz-Haller-Hörsaal


Beschreibung:

„Von Jahrhundert zu Jahrhundert“, so schreibt Paul Valéry, lasse „der Dämon der Veränderung […] sein großes Lied von der Rückkehr zur Natur ertönen […].“ Die Natur aber, wie sie sich der Schule von Fontainebleau offenbarte, war ein technisch erreichbares Habitat geworden:  Neu eröffnet, führte die Eisenbahnstrecke nach Melun directement in den Schoß der Schöpfung. Nicht allein die Nutzung neuer Infrastruktur oder die beginnende Industrialisierung beschleunigten den Blick der Maler und des Publikums, auch das Medium der Fotografie führte im Verbund mit massenhaft verbreiteter Illustrationsgrafik zu einer Gesellschaft, die nach immer neuen Bildern hungerte.

Wesentliche ästhetische Denkformationen lassen sich mit Blick auf die Entwicklungen der verschiedenen Gattungen, von der Landschafts- und Genremalerei bis hin zum Porträt  und Stillleben nachzeichnen. Die Künste des  19. Jahrhunderts folgen dabei unterschiedlichsten Strömungen. Versammelt etwa Courbet in einem Atelier Vertreter der Klassengesellschaft seiner Zeit, wird der Begriff der allégorie réelle  in sein Recht gesetzt. Folgen die Künstler hingegen Gautiers und Baudelaires Ruf "L’art pour l’art", befreit sich eine neue Künstlergeneration aus dem Gehege der Konventionen: Décadence als künstlerische Übersteigerung, Symbolismus als bildmächtiger Vertrauensverlust in Wissenschaft und Technik. Ein Jahrhundert herausragender Künstler gilt es zu beleuchten und die Auseinandersetzungen zu schildern, die die Epoche prägten, aber auch die Kontinuitäten des Zeitalters aufzuzeigen.  Dass schließlich die Mechanismen des vielgeschmähten Historismus, den man mit Ralph Gleis „als Ausdruck eines pluralistischen Stilverständnisses“ fassen könnte, die Kunst des 19. Jahrhunderts wie unter einem Brennglas bündelt, soll sich zeigen.


Literatur:

  1. Jonathan Crary, Aufmerksamkeit: Wahrnehmung und moderne Kultur, 2002;
  2. Wolf Eiermann (Hrsg.), Lockruf der Décadence. Deutsche Malerei und Bohème 1840-1920 (Ausstellungskatalog), 2016;
  3. Eva-Maria Landwehr, Kunst des Historismus,  2012;
  4. Petra  ten-Doesschate Chu,  Nineteenth-century European art, 2006;
  5. Michael F. Zimmermann, Seurat: Sein Werk Und Die kunsttheoretische Debatte seiner Zeit, 1991.