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Lehrveranstaltungen Wintersemester 2010/2011

Hauptseminar BK II: Architektur und Städtebau im Nationalsozialismus

PD Dr. Steffen Krämer

Beschreibung:
Schon während der letzten Jahre der Weimarer Republik wurden Pläne für repräsentative Großbauten der NSDAP ausgearbeitet, deren Grundsteinlegung nur wenige Monate nach der so genannten „Machtergreifung“ erfolgte. Dies zeigt, dass die Partei und vor allem Adolf Hitler von Anfang an der Architektur eine außerordentlich wichtige Rolle bei dem Aufbau und der Strukturierung des NS-Regimes beimaßen. Diese frühen Monumentalbauten sollten mit ihrer architektonischen Formensprache auf ältere Herrschaftsdynastien verweisen, um den eigenen Machtanspruch durch historische Rückbezüge zu legitimieren. Zugleich war die Architektur ein perfektes Instrument für die propagandistische Inszenierung der Partei und ihres „Führers“ Adolf Hitler. Je aggressiver das Regime nach der politischen Konsolidierungsphase auftrat, umso expansiver wurden auch die Pläne zur architektonischen Neugestaltung des „Großdeutschen Reiches“. Ihren Höhepunkt fanden diese megalomanen Vorstellungen in den urbanistischen Konzepten für die so genannten „Führerstädte“ wie Berlin, München oder Linz. Neben dieser „Schauseite des NS-Reiches“ (Winfried Nerdinger), die sich größtenteils nur in Plänen auf dem Papier artikulierte, bestand die eigentliche Baupraxis in der Errichtung fast zahlloser Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager, eben jener „Innenansicht des NS-Reiches“.

Im Seminar sollen nicht nur die verschiedenen Phasen der NS-Architektur nachgezeichnet, sondern ebenso die beiden „Ansichtsseiten“ des NS-Regimes einander gegenübergestellt werden. 

Literatur zur Einführung:

  • Albert Speer: Erinnerungen, Berlin 1970 (oder andere Auflage).
  • Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945, Ausst. Kat., hg. von Winfried Nerdinger, München 1993.
  • Helmut Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur des Untergangs, Wien 1998.

Hauptseminar BK I/II/ÄK: Raumprobleme in der Architektur- & Kunstgeschichte

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Es muß kaum begründet werden, daß „Raum“ eine zentrale Kategorie architektonischen Denkens und Forschens darstellt, die trotz zahlreicher wichtiger Forschungsbeiträge auch des Faches Kunst- und Architekturgeschichte seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert einem permanenten Paradigmenwechsel unterworfen ist. Das Thema ist traditionell von der Soziologie beherrscht, die Klassiker der Raumtheorie haben Raum als Produkt sozialer Praxis verstanden, die in der Regel konflikthaft verlaufe, ein unmittelbarer Adaptionspunkt für die Kunstgeschichte. Raum spielt aber naturgemäß auch im Rahmen der Geographie (z.B. Raum und das Medium Karte in Bezug auf territoriale Konstituierung und Machtdispositiv und als Wissensdiskurs), der Politologie und vor allem der Philosophie eine große Rolle, zeigt doch die Wende (spatial turn)zum räumlichen Denken in den Kultur- und Sozialwissenschaften einen Wandel in der Wahrnehmung von Räumen und Zeiten an.
Nach der industriellen Epoche, in der die Probleme von Zeit und Geschichte bestimmend waren, leben wir nun in der Epoche des Raumes, in der im Rahmen der Globalisierung Nähe und Ferne, das Nebeneinander und das Auseinander, in den Vordergrund treten.
Bei der Begriffsdefinition und in der Anayse des Raumes kommt der Kunstgeschichte als historischer Disziplin natürlich eine besondere Rolle zu, denn die Erforschung des Raumes ist zwar eine relativ neue Disziplin (19. Jahrhundert), jedoch ist der auch wissenschaftliche Umgang mit dem Phänomen Raum historisch zu betrachten. Hier findet man auch die Schnittstelle zwischen der Architektur- und der Kunstgeschichte, denn in der Formation des Raumes durch die Stadtplanung, die Architektur, die Skulptur spielte immer auch deren Darstellung im Bild eine nicht zu unterschätzende Rolle. Man denke etwa nur an Brunelleschis interdisziplinäre Inszenierung der Zentralperspektive in der Überblendung von Realraum und bildlichem Raum am Beispiel des Florentiner Baptisteriums. D.h. die „Räume der Maler“ haben unser Bild vom Raum weitgehend mitgeprägt. Der kunsthistorischer Raumbegriff vereint gleichsam in der Forschungs- und Methodengeschichtete des Faches angelegte formale, ikonographische, historische, geographische soziologische, psychologische, politische und philosophische Aspekte.

Das Hauptseminar ist ein Lektüreseminar, d.h. im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit Texten, um sich überhaupt erst einam an das Thema zu „gewöhnen“, die Raumproblematik in der eigenen Forschungsarbeit methodisch nutzbar werden zu lassen.

Einführend:

  • Wolfgang Kemp: Die Räume der Maler. zur Bilderzählung seit Giotto, München 1996.
  • Wolfgang Kemp: Architektur analysieren. Eine Einführung in acht Kapiteln, München 2009, Kapitel „Der architektonische Raum“.

Hauptseminar BK II: Caravaggio

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
„Seine Kunst reißt den Schleier vom Spiel der Kunst mit der Illusion:“ Die Scuderie del Quirinale, die ehemaligen Marställe des Quirinalspalastes in Rom, bilden mit vierundzwanzig Caravaggio-Gemälden  den Anfang eines Ausstellungsreigen über Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, in Italien. Gezeigt wird das Werk das barocken Malers Caravaggio, dessen Persönlichkeit stets mit den Begriffen „Genialität und Exzentrik“ in Verbindung gebracht wurde. „Meisterwerke“ ersten Ranges, der „Irdische Amor“, das „Mailänder Früchtestilleben“, „Judith und Holofernes“, der „Marientod“ oder die berühmten römischen Kapellenensembles sind gekennzeichnet durch ein beeindruckendes Licht- und Schattenspiel, kühne Kompositionen, einen bisnlag unbekannten Naturalismus im Detail und eine z.T. mit Gewalt gepaarte Monumentalität.  Im Künstler(wett)streit des barocken Rom nimmt Caravaggio einen gewichtigen Platz ein.

In dem Hauptseminar soll in Hauptaspekte der Kunst Caravaggios und kunsthistorische  Grundfragen einer historisch-kritischen Werkinterpretation eingeführt sowie in exemplarischen Werkanalysen das komplexe Zusammenspiel zwischen ikonographischen, bildgestalterischen, historischen und gattungsgeschichtlichen Aspekten, zwischen Künstler und Auftraggeber untersucht werden.

Literatur zur Einführung:

  • John Gash: Caravaggio, in: The Dictionary of Art, New York 1996, Bd. V, S. 702-722.
  • Walter Friedländer: Caravaggio Studies. Princeton 1955.
  • Maurizio Marini: Michelangelo Merisi da Caravaggio. „Pictor praestantissimus,
    Rom 1974.
  • Howard Hibbard: Caravaggio, New York 1983.
  • Röttgen, Herwarth: Der irdische Amor, Frank furt/M. 1992.
  • Jutta Held: Caravaggio. Politik und Martyrium des Körpers, Berlin 1996.
  • König, Eberhard: Michelangelo Merisi da Caravaggio 1571-1610, Köln 1997.

Ausstellungen:
Nicole Hartje: Michelangelo Merisi da Caravaggio: Rückblick auf die Ausstellungen in Neapel/London (2004/2005), Mailand (2005/2006) und Amsterdam (2006)
The Age of Caravaggio. Ausst.-Kat. The Metropolitan Museum of Art, New York 1985.
Caravaggio in Preußen. Die Sammlung Giustiniani und die Berliner Gemäldegalerie, hrsg. v. Silvia Danesi Squarzena, Kat. Ausst. Berlin und Rom, Mailand 2001.
Caravaggio, L'ultimo tempo 1606 - 1610, Museo di Capodimonte, Neapel (23. Oktober 2004 - 23. Januar 2005)
National Gallery, London (23. Februar - 22. Mai 2005)
Caravaggio e l'Europa. Il movimento caravaggesco internazionale da Caravaggio a Mattia Preti, Palazzo Reale, Mailand (15. Oktober 2005 - 6. Februar 2006)
Caravaggio. Originale und Kopien im Spiegel der Forschung, Kat. Ausst. Museum Kunst Palast Düsseldorf, hrsg. v. Jürgen Harten et. al., Ostfildern 2006.
Rembrandt - Caravaggio, Rijksmuseum/Van Gogh-Museum, Amsterdam (24. Februar - 18. Juni 2006), in: Kunstchronik, 60. 2007, No. 5, S. 159-169.

Hauptseminar BK II: Kreative Interventionen

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Das künstlerische Leben in den Metropolen der Industrieländer wird zunehmend von handlungsbasierten, aktionistischen Kunstformen geprägt. Im Seminar sollen Projekte untersucht werden, die im Schnittbereich von Kunst und Politik agieren. Von der Situationistischen Internationale über den Greenpeace-Aktivismus bis zu den Yes Men, von der WochenKlausur bis zu Park Fiction sollen Formen kreativen Widerstands vorgestellt und diskutiert werden.

Literatur zur Einführung:

  • Nina Felshin (Hg.): But is it Art? The Spirit of Art as Activism. Seattle 1996.
  • Peter Weibel (Hg.): Offene Handlungsfelder. Köln 1999.
  • Uwe Lewitzky: Kunst für alle? Kunst im öffentlichen Raum zwischen Partizipation, Intervention und Neuer Urbanität. Bielefeld 2005.
  • Widerstand. Kreativer Protest weltweit. Greenpeace Magazin. Nr. 1/2010.

Hauptseminar/ÄK: Ästhetische Theorien der Moderne

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Gegenstand des Seminars sind grundlegende ästhetische Theorien des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Von Nietzsche bis Adorno sollen Ästhetiken und Kunsttheorien, ihre Programmatiken und Konzepte, ihre Kategorien und Begriffe von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars in Referaten vorgestellt, analysiert und diskutiert werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zu umfangreicher Textlektüre.

Literatur zur Einführung:

  • Willi Oelmüller/Ruth Dölle-Oelmüller/Norbert Rath: Diskurs: Kunst und Schönes. Paderborn 1982.
  • Norbert Schneider: Geschichte der Ästhetik von der Aufklärung bis zur Postmoderne. Stuttgart 1996.
  • Julian Nida-Rümelin/Monika Betzler (Hg.): Ästhetik und Kunstphilosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Stuttgart 1998.
  • Michael Kelly (Hg.): Encyclopedia of Aesthetics. 4 Bde. New York 1998.

Proseminar BK II: Sakralbau im 20. Jahrhundert

Prof. Dr. Jürgen Krüger

Beschreibung:
Der Sakralbau der Moderne ist überraschend vielfältig, sowohl von der Bauaufgabe – Reparatur, Restaurierung, Neubau – als auch von den modernen Anforderungen – neue Liturgieformen, neue Konfessionen – her.

Im Seminar sollen Hauptwerke der Sakralbaukunst der zweiten Jahrhunderthälfte behandelt werden.

Ziel des Seminars ist es, grundlegende Techniken der Kunstgeschichte zu vermitteln:

  • Einüben von Fachrecherchen
  • Einüben von Vortragstechniken
  • Anfertigen einer schriftlichen Hausarbeit
  • Architekturbeschreibung

Themen:

  • Karlsruhe, Friedenskirche (Notkirche Otto Bartning)
  • Frankfurt, St. Michael (Rudolf Schwarz)
  • München, St. Matthäus
  • Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Egon Eiermann)
  • Neviges, Mariendom (Gottfried Böhm)
  • Baden-Baden, Autobahnkirche
  • Mannheim, Moschee
  • Dresden, Frauenkirche
  • Freiburg, Ökumenisches Zentrum Rieselfeld
  • Berlin, Reichstag, Raum der Stille
  • Berlin, Versöhnungskirche (Bernauer Str.)
  • München Neue Synagoge

Literatur zur Einführung:
Wolfgang Jean Stock: Europäischer Kirchenbau 1950-2000; München 2002
Christian Freigang: Meisterwerke des Kirchenbaus; Stuttgart 2009

Proseminar BK II: Skulptur der Frührenaissance in Italien

PD Dr. habil. Steffen Krämer

Beschreibung:
Kaum deutlicher lässt sich der Beginn einer neuen Epoche in der Geschichte der Kunst fassen als in der Skulptur der Frührenaissance in Italien. Schon in Ansätzen zeigt er sich in den beiden berühmten, so genannten „Wettbewerbsreliefs“ von Filippo Brunelleschi und Lorenzo Ghiberti für die zweite Bronzetür des Florentiner Baptisteriums von 1401/02. Dabei standen weniger die Auftraggeber, als vielmehr die Künstler im Mittelpunkt der historischen Entwicklung. Berühmte Bildhauer, wie etwa Donatello, hatten erheblichen Anteil am Enstehen des neuen Stils, der – als Renaissance bezeichnet – am Anfang der Frühen Neuzeit steht. Hierbei ging es aber nicht nur um ein Wiederaufleben der Antike in der Kunst im Sinne einer Renaissancebewegung. Zugleich entwickelten die italienischen Bildhauer des 15. Jahrhunderts auch neuartige Aufbau- und Kompositionsprinzipien in den unterschiedlichen Bereichen der Skulptur, etwa bei der Figurenauffassung von Nischenstatuen oder bei der Wiedergabe bestimmter Handlungsmuster in der Reliefkunst.

Im Seminar sollen die berühmtesten Bildhauer der italienischen Frührenaissance anhand ihrer wichtigsten Werke erörtert werden. Dabei stehen aber nicht nur Fragen von künstlerischen Inventionen im Vordergrund. Auch soll untersucht werden, ob und inwieweit diese Bildhauer noch in den Traditionen der Gotik verhaftet waren, etwa im so genannten „Internationalen Stil“ um 1400.

Einführungsliteratur zur Kunst der italienischen Renaissance

  • Jacob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien, Stuttgart 1985 (Erstausgabe 1860).
  • Ludwig H. Heydenreich: Italienische Renaissance. Anfänge und Entfaltung in der Zeit von 1400 bis 1460, München 1972 (Universum der Kunst).
  • Herbert Alexander Stützer: Die Italienische Renaissance, Köln 1977.
  • Jan Białostocki: Spätmittelalter und beginnende Neuzeit, Frankfurt/M./Berlin/Wien 1985 (Propyläen Kunstgeschichte, Bd. 7).
  • André Chastel: Die Kunst Italiens, München 1987.
  • Italienische Kunst. Eine neue Sicht auf ihre Geschichte, mit Vorwort von Willibald Sauerländer, Bd. 1/2, Berlin 1987.
  • Wolfgang Braunfels: Dumont Geschichte der Kunst Italiens, Köln 2005.
  • Andreas Tönnesmann: Die Kunst der Renaissance, München 2007.

Fachliteratur zur Skulptur der italienischen Frührenaissance 

  • John Pope-Hennessy: Italian Renaissance Sculpture, New York 1985.
  • Joachim Poeschke: Die Skulptur der Renaissance in Italien, Bd. 1: Donatello und seine Zeit, München 1990.
  • Roberta Olson: Italian Renaissance Sculpture, London/New York 1992.
  • Charles Avery: Florentine Renaissance Sculpture, London 1992.
  • Rolf Toman (Hg.): Die Kunst der italienischen Renaissance. Architektur – Skulptur – Malerei – Zeichnung, Köln 1994.
  • Andrea Niehaus: Florentiner Reliefkunst von Brunelleschi bis Michelangelo, München/Berlin 1998.


Proseminar BK II: Holländische Genremalerei im 17. Jahrhundert

Dr. Anna Greve

Beschreibung:
Als „Goldenes Zeitalter“ der holländischen Malerei gilt das 17. Jahrhundert. Durch die politische Unabhängigkeit von der spanischen Vorherrschaft und den Zusammenschluss der nördlichen Provinzen entsteht ein neues Herrschaftsterritorium, dessen politische, ökonomische und soziale Strukturen sich neu formieren. Das nicht zuletzt durch den regen Kolonialhandel reich gewordene Bürgertum tritt in dieser Zeit als neuer Auftraggeber und Käufer auf einem freien Kunstmarkt auf. Neue Themenkomplexe sind die Folge. Veränderte Wertevorstellungen sowie die Suche nach einer politischen und kulturellen Identität sind in ihnen auszumachen. Dies zeigt sich insbesondere in der Genremalerei, die bis ins 20. Jahrhundert als Spiegel des Alltaglebens verstanden wurde: Das Verhalten von Soldaten in Kriegs- und Friedenszeiten, Frauen und Männer beim Rauchen, Trinken, Spielen, Musizieren und Lesen werden in vorher nicht da gewesenem Umfang bildwürdig. Allerdings erschöpft sich die Funktion dieser Gemälde nicht in einer Abbildung der Wirklichkeit. Die von Erwin Panofsky entwickelte kunsthistorische Methode der Ikonographie hat tiefere Bedeutungsebenen und den großen Symbolgehalt dieser Werke erschlossen. Die Orientierung an Sprichwörtern und Emblemliteratur weist deutliche moralische Mahnungen an die Bildbetrachter und Bildbetrachterinnen in ihren jeweiligen sozialen Rollen auf, appelliert aber gleichfalls an deren Sinn für Humor und Spaß an intellektuellen Interpretationen. In dem Spannungsverhältnis von Naturalismus und Symbolismus findet eine neuartige Reflexion des Mediums Kunst statt, die es entlang von Referaten über einzelne Schlüsselwerke zu erschließen gilt.

Literatur zur Einführung:
Alpers, Svetlana: Kunst als Beschreibung. Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts, Köln 1985.
Brown, Christopher: Holländische Genremalerei im 17. Jahrhundert, München 1984.
Gaethgens, Barbara (Hg.): Genremalerei, Berlin 2002.
Haak, Bob: Das Goldene Zeitalter der holländischen Malerei, Köln 1984.
Schneider, Norbert: Geschichte der Genremalerei. Die Entdeckung des Alltags in der Kunst der Frühen Neuzeit, Berlin 2004.
Zumthor, Paul: Das Alltagsleben in Holland zur Zeit Rembrandts, Leipzig 1992 (Orig. 1959).

Proseminar BK I: Typologische Kunst im Mittelalter

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Die lexikalische Definition des Begriffs Typologie liest sich etwa so: „Typologie (von gr. typos, Urbild, Vorbild) ist in der Auslegungstradition der Bibel die Inbezugsetzung einer Person oder eines Geschehens aus dem Alten Testament (selten auch aus der antiken Mythologie oder aus antiken Legenden), des Typos, mit einer Person oder einem Ereignis aus dem Neuen Testament, des Antitypos. Es geht dabei in erster Linie um „Verheißung“ und „Erfüllung“: Das, was im Alten Testament angekündigt wird, vollendet sich im Neuen Testament (auch Präfiguration genannt).“
Für die Bilder würde das bedeuten, daß sie gleichsam als Durchgangsstation fungierten zur Erkenntnis eines theologischen Dogmas. Auf der anderen Seite hat man behauptet, daß die mittelalterlichen Bilder eine „vergleichslose Komplexität“ auswiesen, von Individualität der Bilder ist die Rede, ihrer realativen Unabhängigkeit von theologischen Ideen, von Ambivalenz, Vieldeutigkeit und Selbstreflexivität.

Typologie ist eine Denkform. Wir wollen in diesem Proseminar an einer Handvoll Beispielen untersuchen, wie diese Denkform funktioniert, wie die „Beziehungsgeflechte“ aufgebaut werden, was sie zu leisten vermögen, wie sie die ästhetische Erscheinungsform beeinflussen.

Literatur zur Einführung:
Bernd Mohnhaupt: Beziehungsgeflechte. Typologische Kunst des Mittelalters, Bern u.a. 2000, zugl.: Marburg, Univ.-Diss., 2000.

Proseminar BK II: Impressionismus

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:

Neuere Forschungen sehen in der impressionistischen Malerei nicht mehr nur den Beginn der Moderne, sondern erkennen zunehmend die Auseinandersetzung mit der Industrialisierung und dem modernen Großstadtleben. Im Seminar sollen die wichtigsten Künstler des französischen Impressionismus vorgestellt und ihre Hauptwerke vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen interpretiert werden.

Literatur zur Einführung:

  • Timothy J. Clark: The Painting of Modern Life. Paris in the Art of Manet and his Followers. London 1984.
  • Robert L. Herbert: Impressionismus. Paris – Gesellschaft und Kunst. Stuttgart/Zürich 1989.

 

Vorlesung: Baukunst des englischen Mittelalters

PD Dr. Steffen Krämer

Beschreibung:
Schon seit dem Frühmittelalter bestimmte ein stark ausgeprägter architektonischer Eigencharakter die englische Baukunst, der sich bis zur Spätgotik und damit bis zum Ende des Mittelalters weiter fortsetzte. Zwar wurde jede mittelalterliche Stilepoche in England durch die festländische, vorwiegend französische Baukunst beeinflusst, doch blieben nationale Konstanten stets vorherrschend. Aus dem Grunde sprach Nikolaus Pevsner bereits 1956 von der „Englishness of English Art“. Ebenso auffallend ist die schier unerschöpfliche Vielfalt unterschiedlicher Lösungsmuster in der mittelalterlichen Baukunst Englands. Daraus entwickelte sich nicht nur ein breites Spektrum verschiedener Raumtypen, sondern eine ebenso große Fülle von Wand- und Gewölbesystemen, die von den Baumeistern jeweils individuell baukünstlerisch interpretiert wurden. In der Vorlesung sollen in einer chronologischen Abfolge die wichtigsten Prägebauten der mittelalterlichen Baukunst Englands seit der angelsächsischen Epoche erörtert werden, und zwar im Rahmen ihres jeweils besonderen historischen Umfeldes. Durch den Vergleich zur festländischen, vorwiegend französischen Baukunst in den einzelnen Stilepochen werden die nationalen Eigenheiten in der architekturhistorischen Entwicklung Englands deutlich fassbar. Zudem soll die Rezeptionsgeschichte der mittelalterlichen Baukunst Englands seit dem 17. Jahrhundert untersucht werden, bot doch die „Englishness of English Art“ die ideale Grundlage zur nationalen Ausdeutung der mittelalterlichen Baukunst im politischen, teilweise sogar ideologischen Sinne.

Literatur zur Einführung:

  • Nikolaus Pevsner: Das Englische in der englischen Kunst, München 1974.
  • Hans Josef Böker: Englische Sakralarchitektur des Mittelalters, Darmstadt 1984.
  • Günter Kowa: Architerktur der Englischen Gotik, Köln 1990

Vorlesung: Rembrandt

PD Dr. Martin Papenbrock


Beschreibung:

Die Vorlesung konzentriert sich auf die frühen Schaffensperioden Rembrandts, auf seine Zeit in Leiden und die erste Dekade in Amsterdam. Sie schließt ab mit der „Nachtwache“, dem Hauptwerk der frühen 1640er Jahre und dem vorerst letzten großen Auftrag, den Rembrandt erhielt. Die frühen Historienbilder und Porträts werden unter Berücksichtigung der künstlerischen und kulturellen Situation in den Niederlanden, der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen und der religiösen, intellektuellen und wissenschaftlichen Kontexte analysiert.

Vorlesungsplan:

 

20.10.2010
27.10.2010
03.11.2010
10.11.2010
17.11.2010
24.11.2010
01.12.2010
08.12.2010
15.12.2010
22.12.2010
12.01.2011
19.01.2011
26.02.2011
02.02.2011
09.02.2011

 

Einführung
Rembrandt und seine Zeit
Rembrandt und Lastman: Frühe Historienbilder
Frühe Selbstbildnisse
Rembrandt und der niederländische Caravaggismus
Rembrandts frühe Paulus-Bilder
Rembrandt und Huygens
Mythologische Bilder
Bilder der Wissenschaft
Die Passionsserie
Rembrandts Kunsttheorie: Die Blendung Simsons
Rembrandt und das Judentum: Das Fest des Belsazar
Die „Nachtwache“
Perspektiven der Rembrandt-Forschung
Klausur

Literatur zur Einführung:

  • Svetlana Alpers: Kunst als Beschreibung. Die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts. Köln 1985.
  • Svetlana Alpers: Rembrandt als Unternehmer. Sein Atelier und der Markt. Köln 1989. –
  • Kurt Bauch: Die Kunst des jungen Rembrandt. Heidelberg 1933.
  • Kurt Bauch: Der frühe Rembrandt und seine Zeit. Berlin 1960.
  • Kurt Bauch: Rembrandt. Gemälde. Berlin 1966.
  • Abraham Bredius: Rembrandt. Gemälde. Wien 1935.
  • J. Bruyn, B. Haak, S.H. Levie, P.J.J. van Thiel, E. van de Wetering: A Corpus of Rembrandt Paintings. 3 Bde. (I: 1625-1631, II: 1631-1634, III: 1635-1642). Den Haag/Boston/Lon-don 1982 ff. (Rembrandt Research Project).
  • Horst Gerson: Rembrandt. Gemälde. Amsterdam 1969.
  • Cornelius Hofstede de Groot: Die Urkunden über Rembrandt (1575-1721). Den Haag 1906.
  • Arnold Houbraken: De groote schouburgh der nederlantsche konstschilders en schilderessen. 3 Bde. Amsterdam 1718-1721.
  • Kat. London 1999: Rembrandts Selbstbildnisse. National Gallery, London. Stuttgart 1999.
  • Carl Neumann: Rembrandt. Berlin 1902. – Michael North: Kunst und Kommerz im Goldenen Zeitalter. Köln 1992.
  • Erwin Panofsky: „Rembrandt und das Judentum.“ In: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, 18/1973: 75-108.
  • Gary Schwartz: Rembrandt. Sämtliche Gemälde in Farbe. Stuttgart/Zürich 1987.
  • Seymour Slive: Rembrandt and his Critics. Den Haag 1953.
  • Walter L. Strauss, Marjon van der Meulen: The Rembrandt Documents. New York 1979.
  • Christian Tümpel: „Ikonographische Beiträge zu Rembrandt (I) u. (II).“ In: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, 13/1968: 95-126 (I) u. 16/1971: 20-38 (II).
  • Christian Tümpel: Rembrandt in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg (Rowohlt) 1977.
  • Christian Tümpel: Rembrandt. Mythos und Methode. Antwerpen 1986. – Paul Zumthor: Das Alltagsleben in Holland zur Zeit Rembrandts. Leipzig 1992 (urspr. Paris 1959).

Vorlesung: Geschichte der Kunst II - Das hohe Mittelalter

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Die Vorlesung zur Kunst hohen Mittelalters ist eine von sechs Epochenvorlesungen zur Geschichte der Kunst von der frühchristlichen Zeit bis zur Gegenwart. Sie gibt einen Überblick über die Entwicklungslinien der Kunst und Architektur vom 12. bis zum 14. Jahrhundert an Hand ausgewählter repräsentativer Beispiele, die ausführlich interpretiert werden sollen. Es werden alle Kunstgattungen behandelt (Architektur, Skulptur, Glas-, Wand- bzw. Buchmalerei), auch wird auf Institutionen und Organisationsformen der Kunstproduktion sowie auf  die kunsttheoretische bzw. kunsttechnische Literatur des Mittelalters eingegangen.


Literatur zur Einführung:

  • Hermann Fillitz, Hg.: Das Mittelalter I, Berlin 1969 (Propyläen Kunstgeschichte, Bd. 5)
  • Otto von Simson, Hg.: Das Mittelalter II. Berlin 1972 (Propyläen Kunstgeschichte, Bd. 6)