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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2010

Proseminar BK II: Museum und Politik. Allianzen und Konflikte

Dr. Anna Greve

Beschreibung:
„Vorbereitung und Durchführung einer Tagung zum Thema Museum und Politik“ lautet der Titel einer Blockveranstaltung, die im Sommer 2010 an unserem Institut stattfinden wird. Das Seminar wird diese Veranstaltung inhaltlich und organisatorisch vorbereiten. Der Einstieg in einzelne Themenkomplexe wird durch Referate erfolgen. Darüber hinaus haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, den formalen Rahmen des Workshops mitzugestalten, sich in der Rolle der Diskussionsleitung auszuprobieren und Buchrezensionen zum Thema zu verfassen, die 2011 in einem Tagungsband publiziert werden.

Wir werden uns dem Widerspruch widmen, dass Museen als öffentliche Kultureinrichtungen essentieller Teil des politischen Systems sind, zugleich aber die Freiheit der Kunst im deutschen Grundgesetz festgeschrieben ist. Wie gehen Museum und Politik mit diesem Widerspruch um? Ist das staatlich subventionierte, öffentliche Museum ein Auslaufmodell? Warum greift die Privatwirtschaft dann zunehmend in Gestalt von Firmenmuseen darauf zurück? Was bedeutet dies für das Museum als Institution und das Berufsverständnis von Kunsthistorikerinnen heute?

Literatur zur Einführung:
Hans Belting: Das Museum. Ein Ort der Reflexion, nicht der Sensation. In: Merkur, Heft 8, 2002, S. 649-662.
James Cuno (Hg.): Whose Muse? Art Museums and the Public Trust, Boston 2003.
Walter Grasskamp: Die Welt als Museum? Nachruf auf eine Metapher. In: Merkur, Heft 11, 2009, S. 1003-1012.
Boris Groys: Logik der Sammlung. Am Ende des Musealen Zeitalters, Wien 1997.
Klaus Heid und Ruediger John (Hg.): Transfer: Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft, Baden-Baden 2003.
Belinda Kazeem u.a. (Hg.): Das Unbehagen im Museum. Postkoloniale Museologie, Wien 2009.
Ulmer Verein (Hg.): Kritische berichte, Heft 4, 2005: Museen im Umbruch.
Peter Noever (Hg.): Das Diskursive Museum, Stuttgart 2001.
Brian O’Doherty: In der weißen Zelle, hg. von Wolfgang Kemp, Berlin 1996.
Uwe Schneede (Hg.): Museum 2000 – Erlebnispark oder Bildungsstätte?, Köln 2000.

Hauptseminar BK I/II: Die Kunst des Mosaiks

PD Dr. Martin Schulz

Beschreibung:
Im Zentrum des Seminars soll vor allem die Geschichte des Mosaiks in den Kirchen Roms vom 4. – 14. Jahrhundert stehen, jedoch nicht ohne Seitenblicke nach Konstantinopel, Venedig, Sizilien und natürlich nach Ravenna. Gefragt wird, an welchen Orten sich welche bildlichen Programme zu welchen historischen Situationen herausbilden. Wie sind die Bezüge der einzelnen Werke untereinander zu sehen? Untersucht werden in diesem Zusammenhang die engen Verflechtungen von Kirchengeschichte und politischer Macht, die sich gerade in Rom beispielhaft studieren lassen. Nicht zuletzt wird das Mosaik, als Besonderheit abendländischer Bild- und Dekorationskultur, aus einer medienhistorischen Perspektive beleuchtet. Lateinkenntnisse sind erwünscht, die Übernahme eines Referates Voraussetzung.

Hauptseminar BK I/II: Kunst und Architektur der Gotik und der Renaissance der Toskana

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Das Hauptseminar dient der Vor- und Nachbereitung der Exkursion zum gleichnamigen Thema. Erster Termin in der ersten Veranstaltungswoche am 15.04.2010 (Anwesenheit für die Teilnehmer Pflicht), die weitere Termine – evtl. ein Blockseminar - werden dort abgesprochen.

Literatur zur Einführung:
Aufgrund der Vielzahl von Einzelthemen handelt es sich bei dieser Literaturliste eher um Übersichtswerke bzw. allgemeinere Literatur zum Thema.

Antal, F., Florentine Painting and its Social Background. The Bourgeois Republic before Cosimo de' Medici Advent to Power: XIV and Early XV Centuries, London 1947
Ackerman, J., The Villa. Form and Ideology of Country Houses, London/Princeton 1990
Alberti, Leon Battista, Della Pittura. Über die Malkunst, Italienisch-Deutsch, hg., übersetzt und kommentiert von Oskar Bätschmann und Sandra Gianfreda, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002
Baxandall, M., Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien des 15. Jahrhunderts, Frankfurt am M. 1977
Benevolo, L., Storia dell’archittetura del Rinascimento. 2 Bde. Bari 1963
Bering, K., Baupropaganda und Bildprogrammatik der Frührenaissance in Florenz - Rom - Pienza, Frankfurt/Bern 1984
Bering, K., Kunst und Staatsmetaphysik des Hochmittelalters in Italien, Essen 1986
Braunfels, W., Mittelalterliche Stadtbaukunst in der Toskana, Berlin 1953
Bowsky, W., Henry VII. in Italy. The Conflikt of Empire and City-State 1310-13, Lincoln 1960
Bowsky, W. K., City and Contado. Military Relationships and Communal Bonds in Fourteenth Century Siena, in: Renaissance, Firenze 1971, 75 98
Burckhardt, J., Die Baukunst der Renaissance in Italien. 3. Aufl. Stuttgart 1891
Burke, P., Culture and Society in Renaissance Italy, London 1972; deutsch: Die Renaissance in Italien. Sozialgeschichte einer Kultur zwischen Tradition und Erfindung, Berlin 1992
Burke, P. Die Renaissance, 4. erw. und erg. Aufl. Berlin 1998
Brucker, Gene A., Florenz in der Renaissance. Stadt, Gesellschaft, Kultur, Reinbek bei Hamburg, 1990
Davidsohn, R., Geschichte von Florenz, 4 Bde, Berlin 1896, 1908, 1912, 1922-27
Esch, A., Kunstförderung im Italien des 15. Jahrhunderts. Fragen zwischen Geschichte und Kunstgeschichte, Opladen 1997
Edgerton, S.H., The Renaissance Rediscovery of Linear Perspective. New York/London 1976
Florenz in der Frührenaissance. Kunst und Literatur in der Sphäre des Humanismus, Festschrift für Paul Oskar Kristeller zum 90. Geburtstag, hg. von Justus Müller Hofstede (Vorwort), Paul O Kristeller, Willi Hirdt, Dieter Schaller, Andreas Tönnesmann
Forster, Kurt. W., Hubert Locher (Hg.), Theorie der Praxis. Leon Battista Alberti als Humanist und Theoretiker der bildenden Künste, Berlin 1999
Leinz, G., Die Loggia Rucellai. Ein Beitrag zur Typologie der Familienloggia, Diss. Bonn 1977
Mack, Charles R., Pienza. The creation of  a Renaissance city, Ithaca 1987
Murray, P., The Architecture of the Italian Renaissance, 2. Aufl. London 1969
Ohly, F., Die Kathedrale als Zeitenraum, in: Schriften zur mittelalterlichen Bedeutungsforschung, Darmstadt 1977 (zuerst in: Frühmittelalterliche Studien 6, 1972)
Panofsky, E., Die Renaissancen der europäischen Kunst, Frankfurt 1979
Patzak, B.; Die Renaissance- und Barockvilla in Italien, Leipzig 1912
Paul, J., Die mittelalterlichen Kommunalpaläste in Italien, Diss. Freiburg 1963
Peyer, H. K., Stadt und Stadtpatron im mittelalterlichen Italien. Wirtschaft, Gesellschaft, Staat, Zürich 1955
Prinz, W., Die Storia oder Die Kunst des Erzählens in der italienischen Malerei und Plastik des späten Mittelalters und der Frührenaissance 1260 – 1460, 2 Bde, Mainz 2000
Rodolico, N., Marchini, G., I Palazzi del Popolo, Milano 1962
Roettgen, S., Wandmalerei der Frührenaissance in Italien, 2 Bde., München 1996
Thoenes, Christoph, „Sprache der Ruinen. Zur Antikenrezeption der Renaissance aus der Sicht der Architekturtraktate“ In: Roma quanta fuit ipsa ruina docet Kolloquium Hertziana 1986, S. 29
Tönnesmann, Andreas, Pienza. Städtebau und Humanismus, München 1990
Wackernagel, M., Der Lebensraum des Künstlers in der florentinischen Renaissance. Aufgaben und Auftraggeber, Werkstatt und Kunstmarkt, Leipzig 1938
Wittkower, Rudolf, Grundlagen der Architektur im Zeitalter des Humanismus, München 1969

Proseminar BK I: Das Erzählen in der mittelalterlichen Kunst

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Dass Bilder, mittelalterliche Bilder, erzählen, dürfte kaum als große Überraschung gelten. Von einer Bibel der Armen ist da die Rede, die für die des Lesens Unkundigen Texte in Bilder verwandelt. Mit Hilfe der Ikonographie und der Ikonologie versteht es der Kunsthistoriker mit Leichtigkeit, auch komplexe Zusammenhänge zu entschlüsseln. Die Bilder fungieren lediglich als Referenz auf Texte, sind also gleichsam weniger als diese. Aber stimmt das? Wo liegen die besonderen Qualitäten der Bilder bzw. Bildfolgen im Mittelalter? Da wäre zunächst einmal festzustellen, dass die darzustellende Geschichte, anders als in Texten, dem Betrachter in der Regel als Summe, d.h. auf einmal, vorgestellt wird, etwa auf einem Retabel oder an einer Kirchenschiffwand. Der sukzessive Ablauf lässt sich als Folge einzelner Handlungsmomente begreifen, als additive Reihung in sich abgeschlossener Szenen. Allerdings kann die Erzählung auf unterschiedliche Art und Weise und in einem unterschiedlichen Maß organisiert werden. „Von der Kunst des Malers wurde zunehmend gefordert, auf der einen Seite die Szenen als in sich geschlossene Bilder zu konzipieren, auf der anderen aber als erfindungsreicher Dramaturg Bild mit Bild zu einem Zyklus zu verknüpfen, mit einer besonders gestalteten Einleitung, mit Pausen und Zwischenhöhepunkten, der Betonung des zentralen Themas und einem eigenen Schluss, der möglichst den Betrachter auf das Hauptbild im Zentrum zurückverweisen sollte, alles Prinzipien, die letztlich von der damals aufblühenden Rhetorik hergeleitet sind.“ (Robert Suckale)
Aus dieser Feststellung soll die Arbeit in diesem Prosminar abgeleitet werden. Bei unserer Betrachtung mittelalterlicher Kunstwerke wollen wir die einzelnen Szenen einer Bilderfolge nicht isoliert, sondern umgekehrt bildübergreifend betrachten, was keine Selbstverständlichkeit ist, hat sich doch die kunsthistorische Forschung meist auf die Einzelbildbetrachtung konzentriert und damit
bildübergreifende Darstellungsformen nur selten erkannt. So wurden Altarbilder, vor allem Predellen, im 19. Jahrhundert oft zersägt und gelangten als Einzelkunstwerke in die Museen der Welt.
Allerdings sind in den letzten Jahren eine Reihe von Studien aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen publiziert worden, die sich mit Bildfolgen verschiedener Bildmedien befassen.
Wir wollen die Betrachtung von Bildfolgen in unserem Seminar zum Schwerpunkt machen, Bekanntes gleichsam unter dem Aspekt des Erzählens neu sichten.

Literatur zur Einführung:
(Die sich direkt oder auch nur indirekt oder an epochenfremden Beispielen mit unserem Thema befasst)

Wolfgang Kemp: Sermo Cororeus, München 1987.
Wolfgang Kemp: Der Text des Bildes, München 1989.
Wolfgang Kemp: Christliche Kunst. Ihre Anfänge. Ihre Strukturen, München 1994.
Wolfgang Kemp: Die Räume der Maler. Zur Bilderzählung seit Giotto, München 1996.
Karl Clausberg: Mittelalterliche Weltanschauung im Bild, z.B. die Visionen der Hildegard von Bingen, oder: Mikrokosmos - Makrokosmos reconsidered und auf den neuesten (Ver-)Stand gebracht, in: Bauwerk und Bildwerk im Hochmittelalter. Anschauliche Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte hrsg. von Karl Clausberg u.a., Gießen 1981.
Hans Belting, Giovanni Bellini: Pietà. Ikone und Bilderzählung in der venezianischen Malerei, Frankfurt am Main 1985.
Magda Antonic: Bildfolge, Zeit- und Bewegungspotential im Franzzyklus der Oberkirche San Francesco in Assisi. Ein Beitrag zur Klärung der Giotto-Frage, Frankfurt am Main u.a. 1991.
Wolfgang Pilz: Das Triptychon als Kompositions- und Erzählform: in der deutschen Tafelmalerei von den Anfängen bis zur Dürerzeit, München 1970.
Peter Krüger: Dürers „Apokalypse“. Zur poetischen Struktur einer Bilderzählung der Renaissance, Wiesbaden 1996.
Antje Maria Neuner: Das Triptychon in der frühen altniederländischen Malerei. Bildsprache und Aussagekraft einer Kompositionsform, Frankfurt am Main u.a. 1995.
Robert Suckale: Rogier van der Weyden: Die Johannestafel. Das Bild als stumme Predigt, Frankfurt am Main  1995.
Robert Suckale, Süddeutsche szenische Tafelbilder um 1420 – 1450: Erzählung im Spannungsfeld zwischen Kult- u. Andachtsbild, in: Text und Bild, Bild und Text, DFG-Symposion 1988, hrsg. von Wolfgang Harms, Stuttgart  1990, S. 15-34.
Prinz, W.: Die Storia oder Die Kunst des Erzählens in der italienischen Malerei und Plastik des späten Mittelalters und der Frührenaissance 1260 – 1460, 2 Bde, Mainz 2000.
Thomas Jäger: Die Bilderzählung. Narrative Strukturen in Zyklen des 18. und 19. Jahrhunderts - von Tiepolo und Goya bis Rethel, Petersberg 1998.
Wilfried Franzen: Die Karlsruher Passion und das Erzählen in Bildern. Studien zur süddeutschen Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts, Berlin 2002.
Wieland Schmied: Bilder zur Bibel. Maler aus sieben Jahrhunderten erzählen das Leben Jesu. Mit einem Vorwort von Wolfgang Huber, Stuttgart 2006.
Wickhoff, Franz: Römische Kunst. Berlin 1912.
Lavin, Marilyn A.: The Place of Narrative. Mural Decoration in Italian Chruches. 431-1600. Chicago, London 1990.
Pardey, Andres: Zur Bilderzählung. Strukturen der Narration im Werk Hans Holbein d. J. (Diss.). Basel 1996.
Wilfried Franzen: Die Karlsruher Passion und das »Erzählen in Bildern». Studien zur süddeutschen Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts.Berlin 2002.

Hauptseminar/ÄK: Die Bilderfrage im konfessionellen Zeitalter

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Ausgangspunkt des Seminars ist die Frage nach den Folgen der Reformation und der katholischen Gegenreformation für die Kunst und die Kunsttheorie des 16. Jahrhunderts. Sowohl protestantische als auch katholische Theologen haben sich in dieser Zeit ausführlich mit der Bilderfrage, d.h. mit der Frage der Darstellbarkeit Gottes und dem kirchlichen Bildgebrauch auseinandergesetzt. Im Seminar sollen die verschiedenen Positionen, von Karlstadt und Luther bis Molanus und Paleotti, vorgestellt und diskutiert und nach ihren Auswirkungen auf die künstlerische Entwicklung des 16. und 17. Jahrhunderts befragt werden.

Literatur zur Einführung:
Hans von Campenhausen: „Die Bilderfrage in der Reformation.“ In: Zeitschrift für Kirchengeschichte, 68/1957: 96-128.
Hubert Jedin: „Das Tridentinum und die Bildenden Künste.“ In: Zeitschrift für Kirchengeschichte, 74/1963: 321-339.
Margarete Stirm: Die Bilderfrage in der Reformation. Diss. Berlin. Heidelberg 1977.
Christian Hecht: Katholische Bildertheologie im Zeitalter von Gegenreformation und Barock. Studien zu Traktaten von Johannes Molanus, Gabriele Paleotti und anderen Autoren. Berlin 1997.

Vorlesung: Geschichte der Kunst II - Das frühe Mittelalter

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Die Vorlesung zur Kunst frühen Mittelalters ist eine von sechs Epochenvorlesungen zur Geschichte der Kunst von der frühchristlichen Zeit bis zur Gegenwart. Sie zeichnet die Grundzüge und Entwicklungslinien der Kunst und Architektur von der Spätantike bis zum Ende der ottonischen Herrschaft nach.

Vorlesungsplan:

 

15.04.2010
22.04.2010
29.04.2010

06.05.2010
13.05.2010
20.05.2010
27.05.2010
03.06.2010
10.06.2010
17.06.2010
24.06.2010
01.07.2010
08.07.2010
15.07.2010

 

Einführung
Geschichte des frühen Mittelalters
Spätantike und frühchristliche Kunst und Architektur in Rom, Mailand und Ravenna
Anfänge der mittelalterlichen Buchmalerei
Christi Himmelfart (fällt aus)
Karolingische Kunst und Architektur I
Karolingische Kunst und Architektur II
Fronleichnam (fällt aus)
Karolingische Kunst und Architektur III
Ottonische Kunst und Architektur I
Ottonische Kunst und Architektur II
Ottonische Kunst und Architektur III
Anfänge der mittelalterlichen Glasmalerei
Klausur

Literatur zur Einführung:
Xavier Barral i Altet: Frühes Mittelalter. Von der Spätantike bis zum Jahr 1000. Köln 2002.
Kunibert Bering: Kunst des frühen Mittelalters. Stuttgart 22002.
Hans-Werner Goetz: Europa im frühen Mittelalter 500-1050. Stuttgart 2003.
Bruno Reudenbach (Hg.): Karolingische und ottonische Kunst. München: Prestel 2009.
Norbert Schneider: Geschichte der mittelalterlichen Plastik. Von der frühchristlichen Antike bis zur Spätgotik. Köln 2004.

Hauptseminar BK II: Kunst und Technik. Die Weltausstellung in Paris 1937

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Die Pariser Weltausstellung von 1937, die unter dem Motto „Kunst und Technik im modernen Leben“ stand, war nicht nur eine kulturelle und wirtschaftliche Leistungsschau, sondern auch eine der größten Kunst- und Architekturausstellungen des frühen 20. Jahrhunderts. Zugleich war sie – vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs – ein ideologisches Kräftemessen der verschiedenen politischen Lager in Europa. Im Seminar werden die künstlerischen und architektonischen Beiträge der verschiedenen Länder, insbesondere Frankreichs, Spaniens, der Sowjetunion und Deutschlands in den Blick genommen und auf ihre künstlerische und politische Bedeutung befragt.

Literatur zur Einführung:
Catherine B. Freedberg: The Spanish Pavilion at the Paris World´s Fair. 2 Bde. New York­/London 1986.
James D. Herbert: Paris 1937. Worlds on Exhibition. Ithaca/London 1998.
Paris 1937. Cinquantenaire de l'Exposition Internationale des Arts et des Techniques dans la Vie Moderne. Ausst.-Kat. (Musée d'Art Moderne). Hg. v. Betrand Lemoine. Paris 1987.
Paris–Paris 1937–1957. Ausst.-Kat. (Centre Georges Pompidou, Paris). München 1981.

Proseminar BK II: Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus

PD Dr. Martin Papenbrock

Beschreibung:
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderten sich die künstlerischen Verhältnisse in Deutschland. Im Proseminar werden die unterschiedlichen und keineswegs widerspruchsfreien Reaktionen der Künstler auf die nationalsozialistische Kunstpolitik untersucht. Dabei geht es ebenso um die vom Staat geförderte Kunst und Architektur wie um die oppositionelle Exil- und Widerstandskunst.

Literatur zur Einführung:
Brenner, Hildegard: Die Kunstpolitik des Nationalsozialismus. Reinbek 1963.
Hinz, Berthold: Die Malerei im deutschen Faschismus. München 1974.
Widerstand statt Anpassung. Deutsche Kunst im Widerstand gegen den Faschismus. Berlin 1980.
Merker, Reinhard: Die bildenden Künste im Nationalsozialismus. Köln 1983.
"Entartete Kunst" – Das Schicksal der Avantgarde im Nazi-Deutschland. München 1992.

Hauptseminar BK I/II: Umbau. Programmatische Veränderungen in Kirchenbauten

Prof. Dr. Jürgen Krüger

Beschreibung:
Kirchenbauten werden häufig wegen ihrer Stilreinheit geschätzt. Dies ist allerdings meist ein Konstrukt der Denkmalpflege des 19. oder 20. Jahrhunderts. Die Wirklichkeit sieht eben anders aus: Kirchen wurden, wie viele andere Gebäude auch, ständig verändert und oft umgebaut. Besonders groß waren die Umbaumaßnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg.
In dem Seminar sollen wichtige Einzelfälle näher analysiert werden. In einem ersten Teil sollen historisch weit zurückliegende Fälle untersucht werden, aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Im zweiten Teil werden regionale Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit untersucht.

Ziel des Seminars ist, dass die Studierenden auch komplexe Zusammenhänge im Baugeschehen weit ab von der „Schul-Baugeschichte“ analysieren lernen. Weitere Ziele betreffen:

  • Einüben von Fachrecherchen
  • Einüben von Vortragstechniken
  • Anfertigen einer schriftlichen Hausarbeit
  • Architekturbeschreibung

Proseminar BK II: Expressionismus

Prof. Dr. Ulrich Schulze 

Beschreibung:

„Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.“

Weltende heißt das expressionistische Gedicht von Jakob van Hoddis, am 11. Januar 1911 in der Berliner Zeitschrift „Der Demokrat“ erstmals erschienen. Man kann daran bereits erkennen, dass der Expressionismus auch als ein Protest gegen die damals bestehende Ordnung und das Bürgertum begriffen werden muss. Seine Entstehung steht in engem Zusammenhang mit der Lebensreformbewegung der Jahrhundertwende, man berief sich auf Nietzsche, tradierte künstlerische Formen wurden zertrümmert, der Naturalismus verachtet, weniger als der Impressionismus ein Stil als vielmehr eine Art geistige Haltung. Ernst Ludwig Kirchner 1906 im Programm der „Brücke“: „Mit dem Glauben an Entwicklung an eine neue Generation der Schaffenden rufen wir alle Jugend zusammen, und als Jugend, die die Zukunft trägt, wollen wir uns Arm- und Lebensfreiheit verschaffen gegenüber den wohlangesessenen älteren Kräften. Jeder gehört zu uns, der unmittelbar und unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt.“
Das sind natürlich auch zentrale Themen des Seminars: Die beiden herausragenden Künstlervereinigungen der „Brücke“ aus Dresden, (1905-1913) mit den Hauptvertretern Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Mueller und Max Pechstein sowie die „Neue Künstlervereinigung München“. Aus ihrer Mitte ging die Redaktion des „Blauen Reiters“ hervor, vor allem Marc und Kandinsky führten die Malerei bis hin zur Abstraktion. Abgelehnt vom wilhelminischen Salon des späten 19. Jahrhunderts geriet sie in den zwanziger und dreißiger Jahre in das Blickfeld einer nationalistisch orientierten Kunstszene und stand mit Barlach und Nolde unmittelbar davor, zum Aushängeschild einer deutsch-nationalen Kunstgesinnung zu werden. Allerdings erschienen dann die Werke der Expressionisten als entartete Kunst auf der gleichnamigen Ausstellung der Nationalsozialisten in München und wurden aus den Sammlungen der Museen eliminiert, die Künstler wurden verfolgt und erhielten Mal- und Ausstellungsverbot.
Die Themen des Seminars ergeben sich aus den zu behandelnden Künstlern, allerdings nicht beschränkt allein auf die Malerei, auch die expressionistische Skulptur wird behandelt ebenso wie die Architektur des Expressionismus, deren sozialutopischer Aspekt z.B. bei Bruno Taut ins Licht rückt.

Literatur zur Einführung:
Hamann, R. und J. Hermand: Expressionismus (Deutsche Kunst und Kultur von der Gründerzeit bis zum Expressionismus, Bd. 5), Berlin 1975
Paul Vogt: Expressionismus. Deutsche Malerei zwischen 1905-1920, Köln 1979;
Ausst.-Kat. Museum der Weltkulturen Frankfurt, Ernst Ludwig Kirchner und die Kunst Kameruns, 2008
Ausst.-Kat. Zur Weltsicht des Expressionismus - Werke 1905-14, Bielefeld 1985
Ausst.-Kat. Expressionisten. Die Avantgarde in Deutschland 1905-20, Berlin 1986
Otto F. Best: Theorie des Expressionismus, Stuttgart 1986
Donald E. Gordon: Expressionism. Art and Idea, New Haven, London 1987
Andreas Hüneke: Der Blaue Reiter. Dokumente einer geistigen Bewegung, Leipzig 1991
Horst Jähner: Künstlergruppe Brücke. Geschichte einer Gemeinschaft und das Lebenswerk ihrer Repräsentanten, Berlin 1984
Marit Werenskiold: The Concept of Expressionism. Origin and Metamorphoses. Oslo 1984
Die Tunisreise. Klee - Macke – Moilliet, hrsg. von Ernst-Gerhard Güse, Stuttgart 1982

Vorlesung: Kunst und Architektur der Gotik und der Renaissance der Toskana

Prof. Dr. Ulrich Schulze

Beschreibung:
Die Vorlesung ist als Ergänzung des Hauptseminars und Exkursion zum gleichnamigen Thema gedacht, steht aber selbstverständlich allen interessierten Studenten der Fakultät offen. Behandelt werden vor allem „typische“ Themen der Zeit vom 13. bis 16. Jahrhundert, einer Zeit, in der sich politisch der Übergang von der Herrschaft der Kommune zum frühen Absolutismus vollzieht. Dieser Vorgang wird in zahllosen Kunst- und Bauwerken deutlich, z.B. in der sukzessiven Ausgestaltung der städtischen Piazza mit ihren öffentlichen Bauten und Bildwerken, aber auch im Bau und in der Ausstattung der Kathedralen wie der Kirchen der Bettelorden. Der Privatpalast und die Loggia treten als weitere Aufgaben hinzu, all dies stets im Zusammenhang mit stadtplanerischen Aspekten zu begreifen. Es ist klar, daß hier neben der Betrachtung des Einzelwerks vor allem der Blick auf die Ensemblebildung gerichtet werden muß, auf gewachsene Kontexte, den Wettstreit der Bau- und der Bildwerke.

Literatur zur Einführung:
Braunfels, W.: Mittelalterliche Stadtbaukunst in der Toskana, Berlin 1953.
Burke, P.: Die Renaissance in Italien. Sozialgeschichte einer Kultur zwischen Tradition und Erfindung, Berlin 1992.

Hauptseminar BK II: Zeitgenössische Kunstfotografie

PD Dr. Martin Schulz

Beschreibung:
Die Fotografie als ein künstlerisches Medium ist aus der zeitgenössischen Kunst nicht mehr wegzudenken und bildet sogar eines der größten Spektren der gegenwärtigen Kunstproduktion. Im Seminar sollen einzelne Positionen genauer besehen und gebündelt werden, gerade auch in einem kulturellen Vergleich, da die Fotografie zugleich eines der ersten global genutzten Bildmedien ist. Doch auch Rückblicke in die Geschichte der Fotografie als Kunstmedium sowie die Lektüre zu einschlägigen Texten der Fototheorie sollen die Veranstaltung ergänzen.

Hauptseminar BK II: Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert - Aufbruch in die Moderne

Prof. Dr. Erika Rödiger-Diruf

Beschreibung:
Auf keinem Gebiet der Malerei spiegelt sich die Rasanz der künstlerischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im 19. Jahrhundert so deutlich wie in der Landschaftsmalerei. Zunächst missachtet als „Moos oder Flechte am Stamm der großen Kunst“, nämlich der Historienmalerei, wird die Landschaftsmalerei zunehmend zum Spiegelbild der individuellen Weltsicht sowie zum emotionalen Selbstausdruck des Künstlers. Ihr Aufstieg beginnt nach der Französischen Revolution bald nach 1800 und manifestiert sich zunächst in den polaren Gegensätzen: Romantik (Caspar David Friedrich) und Klassizismus (Josef Anton Koch). Sucht Friedrich im Naturbild die Korrespondenz zu seiner inneren Befindlichkeit und zu neuartig formulierten, christlichen Glaubensinhalten, kultiviert Koch – im Rückgriff auf Nicolas Poussin – eine ideale Naturvorstellung mit mythisch-historischem Inhalt. Daran anknüpfend entwickelt sich in Rom bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts eine Kategorie der Landschaftsdarstellung, die unter dem Etikett der Deutsch-Römer subsumiert wird und in Arnold Böcklin ihren Höhe- und Endpunkt erreicht.
Die für die europäische Avantgarde innovativen Entwicklungen in der Landschaftsmalerei kommen jedoch ab etwa 1830 in Frankreich auf. Impuls gebend hierbei wirkt um 1825 zunächst die englische Malerei (John Constable), nicht zuletzt bedingt durch die naturwissenschaftliche Entdeckung meteorologischer Phänomene sowie einer naturnahen und spontan vorgetragenen Farbigkeit: Wurde bis dahin die Ölstudie vor der Natur lediglich als Hilfsmittel und Vorstufe für die im Atelier erarbeitete Komposition einer Landschaft angesehen und der Öffentlichkeit vorenthalten, erhält diese nunmehr zunehmend den Status eines autonomen Bildes.
In Frankreich sind es die so genannten Künstler von Barbizon, die im Sommer von Paris aus auf’s Land ziehen – insbesondre in die wildwüchsige Landschaft bei Fontainebleau -, um dort ihre Eindrücke direkt vor der Natur festzuhalten (paysage intime). Die Emotionen finden nicht nur in dem freien Pinselduktus und unprätentiösen Motiven ihren Ausdruck, sondern auch in ökologischen und gesellschaftskritischen Aspekten. Allein schon der Rückzug in die „unberührte“ Natur stellt eine kritische Abkehr vom Großstadtleben, aber auch eine gegen die akademischen Regeln gerichtete Haltung dar. Eine ähnlich gerichtete Haltung führt in der Folgezeit unter anderem in Holland (ab 1870) zur so genannten Haager Schule und Ende der 1880er Jahre zur Gründung der deutschen Künstlerkolonie in Worpswede bei Bremen.

Bahn brechend wird in Paris nach der Revolution von 1848 der kompromisslose Realismus Gustave Courbets sowohl in malerischer als auch in motivischer Hinsicht: Courbets materialorientierte Malweise in den Naturmotiven wirkt ebenso revolutionär wie die Tatsache, dass er der Landbevölkerung in großformatigen Bildern eine Würde zugesteht, wie sie bis dahin nur die privilegierte Gesellschaftsschicht für sich beansprucht hat. – Demgegenüber stilisiert sein Generationsgenosse Jean Francois Millet die Landschaft und überhöht das Bauerntum im Sinne einer alttestamentarischen Archaik. - In Deutschland sind es vor allem Hans Thoma und Max Liebermann, die sich ab den 1870er Jahren der agrarischen Landschaft und der in ihr lebenden Bevölkerung zuwenden.
Der entscheidende und irreversible Durchbruch zur Moderne erfolgt in Frankreich mit dem Impressionismus. Protagonist ist hier Claude Monet, dessen Gemälde von 1872 „Impression, soleil levant“ der Richtung den Namen gibt. Farbtheoretische und wahrnehmungsästhetische Überlegungen forcieren die Vernachlässigung des Gegenständlichen zugunsten einer bis dahin unbekannten, scheinbar flüchtigen Erfassung der Landschaft nach Gesichtspunkten momentaner Licht- und Luftreflexe.
In einem weiteren Schritt systematisiert Georges Seurat ab Mitte der 1880er Jahre die Farbgebung im Sinne einer additiven Farbmischung, des so genannten Pointillismus, und einer streng durchkomponierten, geometrisierenden Bildtektonik.
Indem Seurat bereits 1891 stirbt, setzt sein Weggefährte Paul Signac den Siegeszug des Pointillismus fort, freilich in einem spontaneren malerischen Vortrag.

Die Entbindung der Malerei aus bis dahin gültigen Bildgesetzen wie die Perspektive, die dreidimensionale Gegenstandbeschreibung und eine realistische Farbgebung führt zur Autonomie der Bildwirklichkeit, zur Befreiung der bildnerischen Mittel. Es ist Paul Cezanne, der diesen entscheidenden Schritt in den Darstellungen des Mont Ste-Victoire um 1900 vollzieht. In seinen Kompositionen der „Badenden“ versöhnt Cezanne im Malerischen wie im Motiv den Gegensatz von Mensch und Natur.

Es sind vor allem zwei Künstler, die in den letzten zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts im Spiegel der Landschaft und in dem Verhältnis von Mensch und Natur ihren subjektiven Empfindungen gesteigerten Ausdruck geben: Vincent van Gogh und Paul Gauguin. Neuartig anmutende Bildfindungen, eine expressive, weitgehend gegenstandsunabhängige Farbigkeit und die individuelle Formensprache lassen ihre Gemälde zum Ausdrucksträger einer psychischen oder imaginierten Wirklichkeit werden. Van Gogh, seelisch gefährdet, wählt hierfür vor allem die Landschaft in Südfrankreich. Gauguin – angeekelt von den Lebensbedingungen in der modernen Zivilisation - sucht dagegen primitive Ursprünglichkeit, das „irdische Paradies“ zunächst in der Bretagne, dann in der Südsee.