Home | Impressum | Sitemap | KIT

Sommersemester 2017

Hier finden Sie die Stundenplanübersicht für das Sommersemester 2017!
Änderungen vorbehalten!


Semesterdaten

Semesterbeginn: 1. April 2017
Semesterende: 30. September 2017
Vorlesungsbeginn: 24. April 2017
Vorlesungsende: 29. Juli 2017


Die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen über das Studierendenportal findet in der Zeit von Montag, 13. März 2017 - Mittwoch, 15. März 2017 statt.
Nähere Informationen zur Anmeldung werden in Kürze bekanntgegeben!

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2017

Vorlesungen      
Dienstag, 15.45 - 17.15 Uhr Die Basilika von St. Peter in Rom II -
Frühe Neuzeit
Schulze Eiermann-Hörsaal
Mittwoch, 15.45 - 17.15 Uhr Kunst im Exil 1933 - 1945 Papenbrock Eiermann-Hörsaal
Donnerstag, 9.45 - 11.15 Uhr Geschichte der Kunst III -
Renaissance und Manierismus
Jehle Eiermann-Hörsaal
Proseminare      
Montag, 15.45 - 17.15 Uhr PS/HS BK II: Expressionismus - Malerei im Jahrzehnt der Extreme Jehle Seminarraum
Dienstag, 11.30 - 13.00 Uhr MK: Methoden der Kunstwissenschaft Axtmann Seminarraum
Dienstag, 14.00 - 15.30 Uhr PS/HS BK II: Graphik aus dem
Magazin II
Axtmann Seminarraum
Dienstag, 17.30 - 19.00 Uhr PS/HS BK I: Das Ausstattungsprogramm
von San Francesco in Assisi
Schulze Seminarraum
Mittwoch, 9.45 - 11.15 Uhr BK I: Das Lesen von Bildprogrammen
im Mittelalter - Erzählen, Verweisen,
Darstellen
Schulze Seminarraum
Mittwoch, 11.30 - 13.00 Uhr GK: Grundlagen der Kunstwissenschaft Schulze Seminarraum
Mittwoch, 14.00 - 15.30 Uhr BK II: Geschichte der documenta Papenbrock Seminarraum
Donnerstag, 14.00 - 15.30 Uhr PS/HS BK II: Kunstschauen im
Viktorianischen England und die
Royal Academy of Arts (RAA)
Altinoba Seminarraum
Hauptseminare      
Dienstag, 9.45 - 11.15 Uhr ÄK: Kunst. Künstler. Künstlerwissen.
Zur Geschichte ästhetischer Theorie
seit 1800
Jehle Seminarraum
Mittwoch, 11.30 - 13.00 Uhr HS/PS BK I: Text-Bild-Medium:
Historiographische Großunternehmen
der frühen Gutenberg-Ära
Axtmann Seminarraum
Donnerstag, 8.00 - 9.30 Uhr BK I/II/ÄK: Luther und die Folgen
für die Kunst
Papenbrock Seminarraum
Donnerstag, 11.30 - 13.00 Uhr BK II: Hans Haacke Papenbrock Seminarraum
Übungen      
Montag, 12.00 - 13.30 Uhr Schriften zur Malerei - Sean Scully Voigt Seminarraum
Mittwoch. 15.45 - 17.15 Uhr Einblicke in die Provenienzforschung
der Städtischen Galerie
Pohl Seminarraum
Donnerstag, 15.45 - 17.15 Uhr Expressionismus - Zurück zu den Quellen Förster Seminarraum
Freitag, 9.15 - 10.15 Uhr Ausstellung virtuell - Teil I Klaassen/Muñoz Seminarraum
Freitag, 11.00 - 12.30 Uhr Einführung in die praktische
Denkmalpflege
Diruf Seminarraum
Kompaktwoche
31.07. - 04.08.2017
Grundlagen der Fotografie Engel/Seeland  
Termine s. Ankündigungstext Praxisfeld Museum: Ausstellung und Vermittlung Grunow  
Tutorien      
Montag, 9.45 - 11.15 Uhr Tutorium zu Methoden der
Kunstwissenschaft
Eckstein Seminarraum
Montag, 14.00 - 15.30 Uhr Tutorium zu Grundlagen der
Kunstwissenschaft
Heyer Seminarraum

 

Vorlesung: Geschichte der Kunst III - Renaissance und Manierismus

Prof. Dr. Oliver Jehle
Donnerstag, 9.45 - 11.15 Uhr (Beginn: 27. April 2017)
Eiermann-Hörsaal


Beschreibung:
Wie ein Leitmotiv durchzieht die Kunst der Renaissance der Wunsch, die Orientierung an der Antike und den Drang nach technischer Neuerung zu versöhnen:  Erschließen sich die  Künstler  forschend die Wirklichkeit, streben sie zugleich nach ästhetischer Vollendung in ihren Werken – gilt es doch, die idealen Normen hinter dem Naturvorbild anschaulich werden zu lassen. Revolutioniert die Entdeckung der Zentralperspektive die Malerei, verändert die Hinwendung zum Humanismus nicht weniger nachhaltig das Bild des Menschen. So werden die Grundlagen für eine Kunstsprache gelegt, die in den Jahren um 1500, in der kurzen Zeitspanne der Hochrenaissance gipfeln wird. Auf diese Erneuerung, die Heinrich Wölfflin als „die klassische Kunst“ der Neuzeit bezeichnete,  folgt ab 1510 eine Stilentwicklung, die als Manierismus die Forschung beschäftigt: ein antiklassischer Stil, den man neuerdings als „kühne Avantgarde“ fassen möchte, ein „stylish style“, wie John Shearman schrieb? Allein die konsequent betrieben Weiterentwicklung der Hochrenaissance scheint mit diesem neuen, bildmächtigen Verhältnis zur Realität nicht benannt zu sein, geht es doch um die Neuverhandlung von Proportionen und Zeitenfolgen, Raumstrukturen und Farbverläufen.

Die Vorlesung beschreibt die Anfänge der Renaissance in Florenz, folgt den Entwicklungslinien der Kunst, wie sie die italienischen Fürstentümer hervorbrachten. Schließlich werden wir das wiedererstandene Zentrum Italiens, das Rom Julius II., in den Blick nehmen, ehe wir den Anverwandlung der neuen Kunst in die „Traumfabrik Fontainbleau“ (Tönnesmann) folgen.

 

Literatur:

  • Daniel Arasse, Andreas Tönnesmann, Der europäische Manierismus 1520 –1610, München 1996
  • Michael Baxandall, Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien der Renaissance, Darmstadt 1999
  • Horst Bredekamp, Antikensehnsucht und Maschinenglauben, Berlin 2000
  • Gottfried Boehm, Bildnis und Individuum. Über den Ursprung der Porträtmalerei in der italienischen Renaissance, München 1985
  • Peter Burke, Die europäische Renaissance. Zentren und Peripherien, München 1998
  • Ulrich Pfisterer (Hrsg.), Die Kunstliteratur der italienischen Renaissance. Eine Geschichte in Quellen, Stuttgart 2002
  • David Rosand, Painting in Cinquecento Venice. Titian, Veronese, Tintoretto, New Haven, London 1982
  • John Shearman, Manierismus – Das Künstliche in der Kunst, Frankfurt am Main 198
  • Rudolf Wittkower, Architectural Principles in the Age of Humanism, London 1952

Vorlesung: Die Basilika von St. Peter in Rom II - Frühe Neuzeit

Prof. Dr. Ulrich Schulze
Dienstag,  15.45 – 17.15 Uhr (Beginn: 25.April 2017)
Eiermann-Hörsaal

 

Beschreibung:
Die Basilika von St. Peter in Rom und die dazugehörige Palastanlage sind von Beginn an Schlüsselbauten in der Kunstgeschichte, sowohl was die Architektur als auch die Ausstattung anbelangt. Die Programmatik hat nachhaltige Wirkung erzielt ebenso wie die Einbindung in den städtebaulichen Kontext.

Der zweite Teil der Vorlesung behandelt die Neubauprojekte des 15./17. Jahrhunderts, mit denen der Grabeskirche des Apostels eine bis dato nie gekannte Leitfunktion zuwuchs. Die besten Baumeister der damaligen Welt wechseln sich in der Leitung der Baustelle ab, die besten Maler und Bildhauer sorgen für die Ausstattung.

Mit Gianlorenzo Bernini begann ein neues Kapitel: Die Anbindung des Palastbezirkes und der Hofkapelle an die Basilika wird vollzogen, mit den Kolonnaden und dem Zugang der Scala zur Sala Regia der städtebauliche Kontext manifestiert. Das skulpturale und malerische Programm verfestigt die geistliche Einbindung des Ensembles in ein übergeordnetes Gesamtkonzept, in dem der Kontinuität der päpstlichen Herrschaft eine bedeutsame Rolle zukommt.

In der Vorlesung soll ein Überblick der Geschichte der Architektur ebenso wie der einzelnen Bestandteile der Ausstattung gegeben werden, das Gesamtprogramm soll analysiert werden. Wir wollen St. Peter in seiner Gesamtheit und in seinem historischen wie topographischen Kontext verstehen.


Einführende Literatur:
Der Petersdom in Rom. Die Baugeschichte von der Antike bis heute, hrsg. Hugo Brandenburg, Antonella Ballardini, Christof Thoenes, Petersberg 2015

Sankt Peter in Rom, 1506 – 2006. Beiträge der internationalen Tagung vom 22. -  25. Februar 2006 in Bonn, hrsg. von Georg Satzinger, München 2008

Maurizio Fagiolo dell'Arco (Hrsg.): Petersdom und Vatikan. Eine Dokumentation über das Zusammenwirken von Päpsten, Malern und Bildhauern, die Petersdom und Vatikan zu einem Wahrzeichen der Christenheit und Denkmal der Kunst machten, Freiburg 1983

Horst Bredekamp: Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung. Bau und Abbau von Bramante bis Bernini, Berlin 2000

Wolff-Metternich, Franz Graf: Die Erbauung der Peterskirche zu Rom im 16. Jahrhundert (= Römische Forschungen der Bibliotheca Hertziana, Bd. XX), Wien/München 1972

Wolff-Metternich, Franz Graf: Die frühen St.-Peter-Entwürfe 1505–1514, aus dem Nachlaß herausgegeben, bearbeitet u. ergänzt von Christof Thoenes (= Römische Forschungen der Bibliotheca Hertziana, Bd. XXV), Tübingen 1987.

Hans Sedlmayr: Der Bilderkreis von Neu St. Peter in Rom (1955), in: Ders.: Epochen und Werke, Bd. 2, Mittenwald 1977, S. 7-44.

Helga Tratz: Die Ausstattung des Langhauses von St. Peter unter Innocenz X., in: Römisches Jahrbuch der Bibliotheca Hertziana, Bd. 27/28, 1991/92, S. 337-374.

Andreas Haus: Der Petersplatz in Rom, Diss., Berlin 1970.

Massimo Birindelli: Ortsbindung. Eine architekturkritische Entdeckung. Der Petersplatz des Gianlorenzo Bernini, Braunschweig 1987.

Christoph Thoenes: Studien zur Geschichte des Petersplatzes, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, XXVI, 1963, S. 97-145.


Teilnahme und mögliche Scheine:

Haupt- und Nebenfachstudenten der Kunstgeschichte, regelmäßige Teilnahme 2 ECTS-LP; bei erfolgreicher Klausur weitere 2 ECTS-LP.

Vorlesung: Kunst im Exil 1933 - 1945

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Mittwoch, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 26. April 2017)
Eiermann-Hörsaal


Beschreibung:
Thema der Vorlesung ist die Emigration bildender Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus. Es geht um die Strukturen und Organisationsformen des künstlerischen Exils in Paris, Prag, London und anderen Exilorten, um die Exilbiographien von Künstlern wie Oskar Kokoschka, Max Beckmann, Paul Klee und vielen anderen, vor allem aber um die Kunstwerke, die in der Emigration entstanden sind und die auf unterschiedliche Weise die Exilerfahrung thematisieren. Dazu werden neuere Ansätze der kunstgeschichtlichen Exilforschung vorgestellt und diskutiert.
Literatur zur Einführung: Widerstand statt Anpassung. Deutsche Kunst gegen den Faschismus 1933-1945, Ausst.-Kat. Badischer Kunstverein Karlsruhe, Berlin 1980. – Kunst im Exil in Großbritannien 1933-1945, Ausst.-Kat. Neue Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin, Berlin 1986. – Exil. Flucht und Emigration europäischer Künstler 1933-1945, Ausst.-Kat. Staatliche Museen zu Berlin, München 1997. – Handbuch der deutschsprachigen Emigration 1933-1945, hg. v. Claus-Dieter Crohn, Patrik von zur Mühlen, Gerhard Paul u. Lutz Winckler, Darmstadt 1998. – Martin Papenbrock (Hg.), Kunst im Exil 1933-1945, Osnabrück 2001 (= Kunst und Politik. Jahrbuch der Guernica-Gesellschaft, Band 3/2001). – Burcu Dogramaci, Karin Wimmer (Hg.): Netzwerke des Exils. Künstlerische Verflechtungen, Austausch und Patronage nach 1933. Berlin 2011.

Vorlesungsplan:
26.04.17          Kunstgeschichtliche Exilforschung seit 1945
03.05.17          Kunst und Politik im Nationalsozialismus
10.05.17          Exil in den Niederlanden
17.05.17          Exil in Belgien
24.05.17          Exil in Frankreich I
31.05.17          Exil in Frankreich II
07.06.17          Exil in der Schweiz
14.06.17          Exil in der Tschechoslowakei I
21.06.17          Exil in der Tschechoslowakei II
28.06.17          Exil in Großbritannien I
05.07.17          Exil in Großbritannien II
12.07.17          Exil in Skandinavien
19.07.17          Exil in den USA
26.07.17          Test

Proseminar/Hauptseminar BK II: Expressionismus - Malerei im Jahrzehnt der Extreme

Prof. Dr. Oliver Jehle
Montag, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 24. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Bekanntlich bildeten sich Anfang des 20. Jahrhunderts Künstlervereinigungen wie Der Blaue Reiter in München  oder Die Brücke in Dresden, deren direkte, emotional gefärbte Malerei die Kunst des Expressionismus hervorbrachte. Starkfarbig, konturverliebt, ausdrucksgesättigt erscheint diese Kunst – aber wie kam es zu diesem ungesehenen Umgang mit den Grundkonstanten der Malerei, mit Farbe und Form? „Wirklichkeitszertrümmerung“, so fasst Gottfried Benn die Grundhaltung des Expressionismus: Eine Neuordnung tradierter Wertvorstellungen, eine bewusste Abkehr von überkommenen Weltbildern und konservativen Haltungen ginge damit einher. Dieser Begeisterung für die kathartischen Kräfte des Krieges wie für Tabubrüche gesellschaftlicher Natur werden wir im Seminar folgen, zudem aber auch die leiseren Positionen betrachten.
 

Literaturempfehlung:

  • Dietmar Elger, Expressionismus. Eine deutsche Kunstrevolution, Köln 2007
  • Burcu Dogramaci und Friederike Weimar (Hrsg.), Sie starben jung! Künstler und Dichter, Ideen und Ideale vor dem Ersten Weltkrieg, Berlin 2014


Organisatorisches:
In der begleitenden Pflicht-Übung Frau Dr. Försters werden zentrale Texte des expressionistischen Zeitalters gemeinsam erarbeitet und Einblicke in die Archiv- und Quellenarbeit gegeben. Zum näheren Verständnis der Epoche lesen Sie bitte für die erste Seminar-Sitzung folgende theoretische Texte (liegen als pdf vor):

  • Kurt Pinthus, Die Überfülle des Erlebens;
  • Georg Simmel, Die Großstadt und das Geistesleben (Textausschnitt);
  • Friedrich Nietzsche, Hinfall der kosmologischen Werte;
  • Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Vorrede (Textausschnitt).
     

Datum

Thema

24.04.

Einführung und Textlektüre (Jehle)

 

08.05.

Expressionismus

  • Der Begriff Expressionismus: Stil oder Ausdruck
  • Die Brücke – eine Künstlergruppe. 1905-1913

15.05.

Die Großstadt als agora

  • Kirchners Straßenszenen (Fünf Frauen auf der Straße; Potsdamer Platz)
  • Georg Grosz‘ Berlin Bilder um 1915

22.05.

Religiöse Motive

  • Emil Nolde: Pfingsten, 1909
  • Wassily Kandinsky, Komposition V (Das Jüngste Gericht), 1911

29.05.

Farbe, Form und Ton

  • Wassily Kandinsky (1866 – 1944), Improvisation VII, 1913.
  • Wassily Kandinsky, Über das Geistige in der Kunst, München ²1912).

12.06.

Der Sturm

  • Herwarth Waldens Ausstellung Erster Deutscher Herbstsalon, Berlin 1913.
  • Die Zeitschrift Der Sturm; Herwarth Walden als Essayist (Einblicke in die Kunst. Expressionismus, Futurismus, Kubismus, Essays 1917; Das Begriffliche in der Dichtung, Essay 1918).
  • Else Lasker Schüler und Franz Marc – Die Postkarten

19.06.

Kein einfaches Beziehungsgeflecht

  • Robert Delaunays orphischer Kubismus, August Macke und Franz Marc
  • Die Künstlergruppe Der Blaue Reiter und: Der Almanach „Der Blaue Reiter“, 1911

26.06.

Exotismus

  • Ernst Ludwig Kirchner und die afrikanische Skulptur
  • Erich Heckels Landschaften 1914 und die Südsee

03.07.

Abstraktion

  • Wassily Kandinsky und Gabriele Münter in Murnau
  • Alexej von Jawlensky und John Cage: Variationen des menschlichen Gesichts ("Ich kann nicht deutsch schreiben und sprechen, aber ich bin sehr freudig, weil ich habe eines ihrer Bilder gekauft: Jetzt ist es in mir. Sie sind mein Lehrer." John Cage, 1935).

10.07.

Kontraste: Tonalität und Farbe

  • Paul Klees Aquarelle um 1909
  • Karl Schmidt-Rottluff: Gutshof in Dangst 1910 und Häuser am Kanal 1912

17.07.

Korresponsive Räume? Zersplitterte Dörfer und Landschaften

  • Ludwig Meidner, Das Ich und die Stadt, 1913, Das Eckhaus, 1913
  • Lyonel Feiningers Dorfkirchen, um 1918

24.07.

Schöpfungseinheit? Das Tier und die Empfindung

  • Franz Marc, Der Tiger, 1912 und Die Gelbe Kuh, 1911
  • Tierschicksale, 1913 und Kämpfende Formen, 1914

Themenspeicher

Katharsis

  • „Die Welt aber will rein werden“ – Kunst und Krieg im Spiegel des Blauen Reiters. Georg Trakl, Grodek (Gedicht)
  • Bild und Schrift. Ludwig Meidner als Doppelbegabung

Proseminar BK I: Das Lesen von Bildprogrammen im Mittelalter - Erzählen, Verweisen, Darstellen

Prof. Dr. Ulrich Schulze
Mittwoch, 9.45-11.15 Uhr (Beginn: 26. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Dass Bilder, mittelalterliche Bilder, erzählen, dürfte kaum als große Überraschung gelten. Von einer Bibel der Armen ist da die Rede, die für die des Lesens Unkundigen Texte in Bilder verwandelt. Mit Hilfe der Ikonographie und der Ikonologie versteht es der Kunsthistoriker mit Leichtigkeit, auch komplexe Zusammenhänge zu entschlüsseln. Die Bilder fungieren lediglich als Referenz auf Texte, sind also gleichsam weniger als diese. Aber stimmt das? Wo liegen die besonderen Qualitäten der Bilder bzw. Bildfolgen im Mittelalter? Da wäre zunächst einmal festzustellen, dass die darzustellende Geschichte, anders als in Texten, dem Betrachter in der Regel als Summe, d.h. auf einmal, vorgestellt wird, etwa auf einem Retabel oder an einer Kirchenschiffwand. Der sukzessive Ablauf lässt sich als Folge einzelner Handlungsmomente begreifen, als additive Reihung in sich abgeschlossener Szenen. Allerdings kann die Erzählung auf unterschiedliche Art und Weise und in einem unterschiedlichen Maß organisiert werden. „Von der Kunst des Malers wurde zunehmend gefordert, auf der einen Seite die Szenen als in sich geschlossene Bilder zu konzipieren, auf der anderen aber als erfindungsreicher Dramaturg Bild mit Bild zu einem Zyklus zu verknüpfen, mit einer besonders gestalteten Einleitung, mit Pausen und Zwischenhöhepunkten, der Betonung des zentralen Themas und einem eigenen Schluss, der möglichst den Betrachter auf das Hauptbild im Zentrum zurückverweisen sollte, alles Prinzipien, die letztlich von der damals aufblühenden Rhetorik hergeleitet sind.“ (Robert Suckale)

Auf der anderen Seite steht die „Typologie (von gr. typos, Urbild, Vorbild), in der Auslegungstradition der Bibel die Inbezugsetzung einer Person oder eines Geschehens aus dem Alten Testament (selten auch aus der antiken Mythologie oder aus antiken Legenden), des Typos, mit einer Person oder einem Ereignis aus dem Neuen Testament, des Antitypos. Es geht dabei in erster Linie um „Verheißung“ und „Erfüllung“: Das, was im Alten Testament angekündigt wird, vollendet sich im Neuen Testament (auch Präfiguration genannt).“

Für die Bilder würde das bedeuten, dass sie gleichsam als Durchgangsstation fungierten zur Erkenntnis eines theologischen Dogmas.

Wir wollen in diesem Proseminar an einer Handvoll Beispielen untersuchen, wie diese Denkform funktioniert, wie die „Beziehungsgeflechte“ aufgebaut werden, was sie zu leisten vermögen, wie sie die ästhetische Erscheinungsform beeinflussen. D.h. auch, dass wir die einzelnen Szenen einer Bilderfolge nicht isoliert, sondern umgekehrt bildübergreifend betrachten wollen.


Literatur zur Einführung:
(Die sich direkt oder auch nur indirekt oder an epochenfremden Beispielen mit unserem Thema befasst)

Wolfgang Kemp: Sermo Cororeus, München 1987.

Wolfgang Kemp: Der Text des Bildes, München 1989.

Wolfgang Kemp: Christliche Kunst. Ihre Anfänge. Ihre Strukturen, München 1994.

Wolfgang Kemp: Die Räume der Maler. Zur Bilderzählung seit Giotto, München 1996.

Karl Clausberg: Mittelalterliche Weltanschauung im Bild, z.B. die Visionen der Hildegard von Bingen, oder: Mikrokosmos - Makrokosmos reconsidered und auf den neuesten (Ver-)Stand gebracht, in: Bauwerk und Bildwerk im Hochmittelalter. Anschauliche Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte hrsg. von Karl Clausberg u.a., Gießen 1981.

Hans Belting, Giovanni Bellini: Pietà. Ikone und Bilderzählung in der venezianischen Malerei, Frankfurt am Main 1985.

Magda Antonic: Bildfolge, Zeit- und Bewegungspotential im Franzzyklus der Oberkirche San Francesco in Assisi. Ein Beitrag zur Klärung der Giotto-Frage, Frankfurt am Main u.a. 1991.

Wolfgang Pilz: Das Triptychon als Kompositions- und Erzählform: in der deutschen Tafelmalerei von den Anfängen bis zur Dürerzeit, München 1970.

Peter Krüger: Dürers „Apokalypse“. Zur poetischen Struktur einer Bilderzählung der Renaissance, Wiesbaden 1996.

Antje Maria Neuner: Das Triptychon in der frühen altniederländischen Malerei. Bildsprache und Aussagekraft einer Kompositionsform, Frankfurt am Main u.a. 1995.

Robert Suckale: Rogier van der Weyden: Die Johannestafel. Das Bild als stumme Predigt, Frankfurt am Main  1995.

Robert Suckale, Süddeutsche szenische Tafelbilder um 1420 – 1450: Erzählung im Spannungsfeld zwischen Kult- u. Andachtsbild, in: Text und Bild, Bild und Text, DFG-Symposion 1988, hrsg. von Wolfgang Harms, Stuttgart  1990, S. 15-34.

Prinz, W.: Die Storia oder Die Kunst des Erzählens in der italienischen Malerei und Plastik des späten Mittelalters und der Frührenaissance 1260 – 1460, 2 Bde, Mainz 2000.

Thomas Jäger: Die Bilderzählung. Narrative Strukturen in Zyklen des 18. und 19. Jahrhunderts - von Tiepolo und Goya bis Rethel, Petersberg 1998.

Wilfried Franzen: Die Karlsruher Passion und das Erzählen in Bildern. Studien zur süddeutschen Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts, Berlin 2002.

Wieland Schmied: Bilder zur Bibel. Maler aus sieben Jahrhunderten erzählen das Leben Jesu. Mit einem Vorwort von Wolfgang Huber, Stuttgart 2006.

Wickhoff, Franz: Römische Kunst. Berlin 1912.

Lavin, Marilyn A.: The Place of Narrative. Mural Decoration in Italian Churches. 431-1600. Chicago, London 1990.

Pardey, Andres: Zur Bilderzählung. Strukturen der Narration im Werk Hans Holbein d. J. (Diss.). Basel 1996.

Bernd Mohnhaupt: Beziehungsgeflechte. Typologische Kunst des Mittelalters, Bern u.a. 2000, zugl.: Marburg, Univ.-Diss., 2000


Studierende und mögliche Scheine:

Begrenzt auf Studierende der Kunstgeschichte in den ersten Semestern.
6 ECTS Punkte: regelmäßige Teilnahme + Referat + Hausarbeit (ca. 15 Seiten) - Scheinerwerb nur bei Übernahme eines Referates.

Pro- und Hauptseminar BK I: Das Ausstattungsprogramm von San Francesco in Assisi

Prof. Dr. Ulrich Schulze
Dienstag, 17:30 – 19:00 Uhr (Beginn: 25. April 2017)


Beschreibung:
San Francesco in Assisi ist ein idealer Ort, um die Fragestellung nach der neuen Malerei aufzurollen, das, was Giorgio Vasari als „Rinascimento“ bezeichnet hat, den großen Umbruch in der Kunst des Mittelalters. In Assisi wurde ein neuer Stil entwickelt, ein neues Verhältnis der Maler zur menschlichen Figur, zur Architektur und zum Raum, verbunden mit neuen Erzähl- und Memorierstrategien, was man vor allem mit dem Namen Giotto in Verbindung gebracht hat. Aber: „Wenn ein Genie ... eine Entwicklung wie in einem Brennpunkt vereint, geschieht es leicht, dass sein Name zum Symbol ... des Neuen wird.“ Diese Entwicklung hat uns zu beschäftigen.

In Assisi gibt es nicht nur zwei Kirchen übereinander: die Unterkirche und die Oberkirche, wobei beide zudem aus unterschiedlichen Räumen und Raumteilen bestehen, die über unterschiedliche, z.T. aufeinander bezogene malerische Programme verfügen. Es gibt dazu eine Reihe von Kapellen, die eigene Programme unterschiedlicher Maler und Auftraggeber aufweisen.

In diesem kombinierten Pro- und Hauptseminar werden wir diese Programme in ihrer Ikonographie, ihrer Erzählstruktur und in ihrer Stillage analysieren und versuchen, den politischen Kontext zu rekonstruieren, um zu erfahren, warum dieses ausgesprochen „reiche“ Programm für die Kirche eines „armen“ Heiligen entstand.


Einführende Literatur neben der speziellen Giotto-Literatur (z.B. Michael Viktor Schwarz): 

Joachim Poeschke, Wandmalereien der Giottozeit in Italien. 1280-1400, München 2003

Bruno Zanardi, Giotto e Pietro Cavallini. La questione di Assisi e il cantiere medievale della pittura a fresco, Mailand 2002

Elvio Lunghi, The basilica of St. Francis at Assisi. The frescoes by Giotto, his precursors and followers, London 1996

Ellen-Judith Beer, Reflexionen zur Frage der Stillagen bei Giotto. Der „Sonderfall“ Assisi, Versuch einer Annäherung, in: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte, 1993-1994, v. 46-47, p. 55-70

Magda Antonic, Bildfolge, Zeit- und Bewegungspotential im Franziskuszyklus der Oberkirche San Francesco in Assisi. Ein Beitrag zur Klärung der Giotto-Frage, Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris 1991

Hans Belting, Die Oberkirche von San Francesco in Assisi. Ihre Dekoration als Aufgabe und die Genese einer neuen Wandmalerei, Berlin 1977

Bruce Cole, Taddeo Gaddi, Giotto and Assisi, in: Acta Historiae Artium. 1976; 22(1-2): pp. 73-88

Millard Meiss, Giotto and Assisi, New York 1960


Zur Architektur:

Wolfgang Schenkluhn, San Francesco in Assisi: ecclesia specialis, die Vision Papst Gregors IX. von einer Erneuerung der Kirche, Darmstadt 1991

Wolfgang Schöne, Studien zur Oberkirche von Assisi, in: Festschrift Kurt Bauch. Kunstgeschichtliche Beiträge, hrsg. v. Berthold Hackelsberger u. a., 1957. 50 ff.


Teilnahme und mögliche Scheine:

Studierende der Kunstgeschichte aus allen Semestern:

6 (PS) 8 (HS) ECTS Punkte: regelmäßige Teilnahme + Referat + Hausarbeit (ca. 15 (PS)/25 (HS) Seiten)

Proseminar Grundlagen der Kunstwissenschaft

Prof. Dr. Ulrich Schulze
Mittwoch, 11.30 – 13.00 Uhr (Beginn: 26. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Diese Veranstaltung wendet sich an Studienanfänger und dient der Orientierung im Fach Kunstgeschichte. Sie führt in die Gegenstandsbereiche des Faches (Malerei, Graphik, Plastik, Architektur, Stadtplanung, Kunstgewerbe, neue Medien usw.) ein, und zwar sowohl unter technischen Aspekten wie auch unter dem Gesichtspunkt von Funktionen (z. B. Bauaufgaben) und ikonographischen Bedeutungen (z. B. Malereigattungen wie Historienbild, Porträt, Landschaftsmalerei, Stilleben usw.).

Der erste Versuch der (gemeinsamen) Arbeit am Objekt ist die analytische Beschreibung mit dem Ziel, sich über die Objekthaftigkeit und Materialität des jeweiligen Gegenstandes als Medium historischer Bedeutungen bewusst zu werden.


Organisatorisches:
In jeder Sitzung versucht ein Teilnehmer, das Objekt zu beschreiben, ein anderer führt ein Spiegelstrich-Protokoll, das jeweils im darauffolgenden Tutorium besprochen wird. Die kontinuierliche Mitarbeit aller Studierenden durch Diskussionsbeiträge wird erwartet, evtl. kleinere Hausaufgaben sind möglich.

Das begleitende Tutorium von Theresa Heyer, dessen Besuch obligatorisch ist, führt vornehmlich in die Praxis des kunstwissenschaftlichen Arbeitens, die Lektüre wissenschaftlicher Texte und in die wissenschaftliche Terminologie ein.


Literatur zur Einführung:
Allgemein zur Kunstgeschichte:

Ernst H. Gombrich, Die Geschichte der Kunst, London 2001 (Neuauflage).

Udo Kultermann, Geschichte der Kunstgeschichte. Der Weg einer Wissenschaft, überarb. und erw. Neuauflage, Frankfurt/Berlin/Wien: Prestel, 1996.


Zum Studium:
Jutta Held, Norbert Schneider, Grundzüge der Kunstwissenschaft. Gegenstandsbereiche, Institutionen, Problemfelder, Köln/Weimar 2007.

Marcel Baumgarten, Einführung in das Studium der Kunstgeschichte, Köln 1998.

Gegenstandsbereiche und Methodik:
Hans Belting, Heinrich Dilly u. a. (Hg.): Kunstgeschichte. Eine Einführung, 6. überarbeitete und erweiterte Aufl., Berlin 2003.

Marlite Halbertsma, Kitty Zijlmans, Gesichtspunkte. Kunstgeschichte heute, 2. Aufl., Berlin 1995.

Wolfgang Brassat, Hubertus Kohle, Methoden-Reader Kunstgeschichte: Texte zur Methodik und Geschichte der Kunstwissenschaft, Köln 2003.

Einzelne Themen:
Werner Busch (Hg.), Funkkolleg Kunst. Eine Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen, München/Zürich 1997 (und ältere zweibändige Ausg.).

Monika Wagner (Hg.), Moderne Kunst. Das Funkkolleg zum Verständnis der Gegenwartskunst, Reinbek bei Hamburg 1991 (und neuere Aufl.).

Weitere Literatur siehe auch Hilfestellungen für Studienanfänger auf der Homepage.


Studierende und mögliche Scheine:
Studierende des 2. Semesters der Kunstgeschichte: 8 ECTS-Punkte bei regelmäßiger Teilnahme an GK und Tutorium sowie bestandener Klausur in der letzten Sitzung.

Proseminar Methoden der Kunstwissenschaft

Dr. Alexandra Axtmann
Dienstag, 11.30 – 13.00 Uhr (Beginn: 25. April 2017)
Zugehöriges MK-Tutorium von Marion Eckstein: Montag, 9:45 – 11:15 Uhr (Beginn: 24. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Das Proseminar ist ein Pflichtseminar für Studierende im ersten Studienjahr.

Gegenstand des Seminars ist die Methodengeschichte unseres Faches, die wir anhand von Texten erarbeiten werden. Ausgehend von den Künstlerviten Giorgio Vasaris, den Kunstbeschreibungen Johann Joachim Winckelmanns, der Stilanalyse, Ikonographie und Ikonologie, Gender Studies, Sozialgeschichte und Rezeptionsästhetik bis zur Bildwissenschaft sollen wissenschaftliche Methoden der Kunstwissenschaft vorgestellt, diskutiert und auch angewendet werden.


Organisatorisches:
Die Übernahme eines Referates und die kontinuierliche Mitarbeit durch wöchentliche Textzusammenfassungen sind erforderlich. Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt über ILIAS vor Semesterbeginn; die Anmeldefrist wird noch bekanntgegeben.

Ein Tutorium, dessen Besuch obligatorisch ist, führt in die Praxis des kunstwissenschaftlichen Arbeitens ein und dient der Nachbesprechung der im Seminar besprochenen Texte.

Alle für das Seminar relevanten Texte sind in unserer Fachgebiets-Bibliothek vorhanden. Weitere Details hierzu werden nach Referatsvergabe den jeweiligen Referent*innen übermittelt werden.


Mögliche Scheine:

8 ECTS-Punkte

Zu erbringende Leistungen:

  • regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit am MK-Seminar
  • regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit an dem zugehörigen Tutorium

(es sind nur zwei Fehlzeiten möglich)

  • Referat im MK-Seminar mit Thesenpapier und Kurz-Hausarbeit (ca. 5 Seiten, Abgabe bis zum 31.08.2017)
  • Klausur am 18.07.2017
  • im Tutorium Kurzreferate und kleinere Hausaufgaben


Literaturauswahl zur Einführung:

  • Belting, Hans u. a. (Hg.): Kunstgeschichte. Eine Einführung. 5. überarb. Auflage. Berlin 1996
  • Brassat, Wolfgang/ Kohle, Hubertus: Methoden-Reader Kunstgeschichte. Texte zur Methodik und Geschichte der Kunstwissenschaft. Köln 2003
  • Heinrich Dilly (Hg.): Altmeister moderner Kunstgeschichte. 2. Aufl. Berlin 1999.
  • Halbertsma, Marlite/ Zijlmans, Kitty (Hg.): Gesichtspunkte. Kunstgeschichte heute. Berlin 1995
  • Held, Jutta/ Schneider, Norbert: Grundzüge der Kunstwissenschaft. Gegenstandsbereiche, Institutionen, Problemfelder. Köln/Weimar 2007
  • Kultermann, Udo: Geschichte der Kunstgeschichte. Der Weg einer Wissenschaft. Überarb. und erw. Neuaufl. München 1990
  • Paul von Naredi-Rainer (Hg.): Hauptwerke der Kunstgeschichtsschreibung. Stuttgart 2010


Referatsthemen mit Referatstermin:

1. Stilgeschichte (16.05.)
2. Ikonographie und Ikonologie I – Erwin Panofsky (23.05.)
3. Ikonographie und Ikonologie II – Roelof van Straten (30.05.)
4. Ikonologie III – Aby Warburg (06.06.)
5. Ikonik – Max Imdahl (13.06.)
6. Semiotische Kunstgeschichte - Felix Thürlemann (20.06.)
7. Der sozialgeschichtliche Ansatz (27.06.)
8. Der feministische Ansatz (04.07.)
9. Der rezeptionsästhetische Ansatz (11.07.)
10. Bild-Anthropologie (25.07.)

Für jedes Thema sind zwei Referent*innen vorgesehen.

Proseminar/Hauptseminar BK II: Graphik aus dem Magazin II – Künstlernachlässe in der BLB

Dr. Alexandra Axtmann
Dienstags und in Freitags-Blöcken (Termine werden noch bekanntgegeben)
Beginn: Dienstag,
25. April 2017, 14:00 – 15:30 Uhr
Seminarraum


Beschreibung:
Im WS 2016/17 haben wir in Teil I des Seminars die beiden in der BLB befindlichen Künstlernachlässe von Georg A. Mathéy und Helene Marcarover gesichtet, wissenschaftlich bearbeitet und aus dem umfangreichen Bestand eine Ausstellung konzipiert.

Diese wird unter dem Titel Sprachbilder – Bildersprache am Dienstag, den 11. Juli 2017, um 19 Uhr im Ausstellungsraum der BLB eröffnet werden (Laufzeit der Ausstellung: 12. Juli bis 30. September 2017). Zur Ausstellung wir ein Katalog mit Texten der Studierenden erscheinen.

Im Folgeseminar steht nun die praktische Umsetzung der Ausstellung im Fokus: Hängung/ Platzierung, Beleuchtung, Textredaktion, Gestaltung der Wandtexte und Objektschilder, Führungskonzepte, Begleitprogramm sowie die Nachbereitung und Dokumentation unserer  Nachlasserschließung für die wissenschaftliche Weiterbearbeitung.


Organisatorisches:
Da die inhaltliche Erarbeitung bereits abgeschlossen ist, können nur Teilnehmer des Seminars I am Folgeseminar teilnehmen. Es wird keine Anmeldung über das Studierendenportal geben.


Mögliche Scheine:
4/ 6/ 8 ECTS. Die Modalitäten für die ECTS werden mit den Seminarteilnehmern im Seminar besprochen werden.

 

Proseminar/Hauptseminar BK II: Kunstschauen im Viktorianischen England und die Royal Academy of Arts (RAA)

Dr. Buket Altinoba
Donnerstag, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 27. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Weil es bis zu ihrer Gründung unter der Federführung des berühmten Malers Sir Joshua Reynolds und des Architekten Sir William Chambers im Jahr 1768 keine systematische Kunstausbildung in England gab, etablierte sich die Royal Academy of Arts – als Pendant zur französischen Akademie – in kürzester Zeit zum wichtigen Ort der englischen Bildproduktion. Vor allem im Viktorianischen Zeitalter (1837–1901) erlangte die Institution der RAA, die zu ihren Mitgliedern ausgewählte Maler, Bildhauer und Architekten zählte, eine besonders hohe Reputation, nicht zuletzt, weil sich ihre Kunst in höchstem Maße mit den kulturpolitischen Zielen des Königreichs (im Wettstreit mit anderen europäischen Großmächten) in der Hochphase des Kolonialismus deckte.

Ziel des Seminars ist es neben der Besprechung ihrer bedeutenden Mitglieder, darunter J. M. W. Turner, John Constable oder der Architekt Sir John Soane, zu untersuchen, in wie fern es sich bei der Royal Academy of Arts (RAA) als repräsentierender Körper um eine Stätte künstlerischer Ausbildung, kultureller Inszenierung und nationaler Identität handelt (N. Pevsner: The Englishness of English Art). Die jährlich organisierten Summer Exhibitions ermöglichten der Institution, sich bereits im Jahr 1771 von Staat und Krone finanziell unabhängig zu machen. Anhand dieser zeitgenössischen Kunstschau, die bis heute Werke junger, noch lebender Künstler zeigt, gilt es sowohl über die Geschichte und formale Organisation der Institution als auch über einzelne Werke, die für manchen Skandal sorgten, nachzudenken. Neben den neuen Bildthemen liegt daher ein Schwerpunkt in der kritischen Betrachtung ausgestellter Gemälde, die wie Turners Slave Ship (1840) oder John Bells 1868 ausgestellte Marmorfigur The Octoroon als Erinnerungsbilder an die Sklaverei und Abolition (1833) fungieren. Angesichts des in der Romantik aufkommenden Orientalismus wird schließlich der Beginn der Weltausstellungen (Great Exhibition 1851), die einen erheblichen Anteil an dieser „Mode“ hatten, unter Rückgriff auf postkoloniale Theorien erörtert.


Themen/Referate

  • 1. Termin (27.04.): Überblick und Vergabe der Referate
  • 2. Termin (04.05.): Historischer Überblick und Akademien im Vergleich:
    a) Die Accademia di Belle Arti in Florenz (1563) und Rom (1593); Académie Royale de Peinture et de Sculpture Paris (1648)
    b) Gründung der Londoner Institute: Royal Society of Arts (1754) und Royal Academy of Arts (1768)
  • 3. Termin (11.05.): Die Gründung der RAA (1768) und ihre Mitglieder
    a) „No taste can ever be formed in manufactures“, Sir Joshua Reynolds (1723–1792), Discourse 1, 1769
    b) Sir Thomas Gainsborough (1727–1788) – Ein Konkurrent und Kritiker?
    c) Sir William Chambers (1723–1796) und das Somerset House als neuer Sitz der RAA
  • 4. Termin (18.05.): Polite Culture and female artists
    a) Gruppenporträt und Repräsentation: Johann Zoffany (1733–1810), The Academians of the Royal Academy, 1772
    b) Angelika Kauffmann (1741–1807) und Mary Moser (1744–1819)
  • 25.05. Christi-Himmelfahrt
  • 5. Termin (01.06.): Englische Architektur im 19. Jahrhundert
    a) Architekt Sir John Soane (1753–1837) und der Stil des Regency (1800–1830)
    b) Ein Palast aus Eisen und Glas: Die Great Exhibition 1851
  • 6. Termin (08.06.): ‚The Exhibition’ – Künstler als Konkurrenten
    a) John Constable (1776–1837)
    b) J. M. W. Turner (1775–1851)
  • 15.06. Fronleichnam
  • 7. Termin (22.06.): Kunstkritik I.
    a) John Ruskin (1819–1900): Modern Painters (1843–1860)
    b) Ruskins Einfluss auf die Präraffaeliten (1848)
  • 8. Termin (29.06.): Der Antiakademismus der Präraffaeliten
    a) John Everett Millais, Christus im Haus seiner Eltern, 1850
    b) D. G. Rossetti, Ecce Ancilla Domini, 1849/50
  • 9. Termin (06.07.): ‚Aufsehenerregende’ Exponate / Kunstkritik II.
    c) J. M. W. Turner (1775–1851), Slave Ship, 1840
    d) John Bell (1811–95), The Octoroon 1868
  • 10. Termin (13.07.): Der Orient als „neue Antike“ (Hugo von Hofmannsthal)
    a) Edward Poynter (1836–1919), Israel in Egypt, 1867
    b) Schmidt-Linsenhoff-Lektüre: „Postkolonialismus“, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter und „Ästhetik der Differenz: Postkoloniale Perspektiven“
  • 11. Termin (20.07.): Künstler aus Konstantinopel auf der Summer Exhibition
    c) Amadeo Preziosi (1816–1882), Teilnahme 1863
    d) Osman Hamdi Bey (1842–1910), Teilnahme 1903
  • 12. Termin (27.07.): Die RAA im späten 19. Jahrhundert
    a) Präsident der Royal Academy Frederic Leighton (1830–1896): Maler, Illustrator und Bildhauer 
    b) William Powell Frith, A Private View at the Royal Academy, 1881

Literatur (Auswahl):

  • Roger Benjamin, Orientalism. Delacroix to Klee. Kat. New South Wales 1998.
  • Edmund Burke, Philosophische Untersuchungen über den Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen und Schönen, hg. v. Werner Strube, Philosophische Bibliothek, Band 324, Hamburg 1989.
  • Charlotte Grant, „The choice of Hercules: the polite arts and ‚female excellence’ in eighteenth-century London, in: Elizabeth Eger (Hg.), Women, Writing and the Public Sphere, 1700-1830, Cambridge 2001.
  • Holger Hoock, The King’s Artists – The Royal Academy of Arts and the Politics oft British Culture, 1760–1840, Oxford 2003.
  • Lawrence Klein, „The Third Earl of Shaftesbury and the Progress of Politeness“, in: Eighteenth Century Studies 18.2, 1984-5, S. 200f.
  • Ludwig von Bar, Die Philosophie Shaftesburys im Gefüge der mundanen Vernunft der frühen Neuzeit, Würzburg 2007.
  • Linda Nochlin, „The Imaginary Orient“, in: Exotische Welten - Europäische Phantasien, Ausst. Kat. Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart: Cantz 1987, S. 172-179.
  • Bryony Llewellyn, The Orient observed. Images of the Middle East from the Searight Collection, Ausst.kat. Victoria and Albert Museum, London 1989.
  • John M. MacKenzie, Orientalism. History, theory, and the arts, Manchester, New York 1995.
  • Victoria Schmidt-Linsehoff, ‪Ästhetik der Differenz: Postkoloniale Perspektiven vom 16. bis 21. Jahrhundert. 15 Fallstudien, Band 1, Marburg 2014.
  • Victoria Schmidt-Linsehoff, „Postkolonialismus“, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter, Köln: Deubner-Verlag für Kunst, Theorie und Praxis, Jg. 4, 2002, Heft 7/8, S. 61-72. 

  • Victor Segalen, Die Ästhetik des Diversen. Versuch über den Exotismus, Frankfurt a.M. 1994. Aus dem Französischen von Uli Wittmann. Originalausgabe Essai sur l'Exotisme, une Esthétique du Divers, Paris: Scénario 1904-1918. 

  • Mary Anne Stevens (Hg.), The Orientalists: Delacroix to Matisse. European Painters in North Africa and the Near East, Ausst. Kat. Royal Academy of Arts, London 1984, London 1984.
  • John Sweetman, The Oriental Obsession. Islamic Inspiration in British and American Art and Architecture 1500-1920, Cambridge 1988.

 

Proseminar BK II: Geschichte der documenta

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Mittwoch, 14.00 - 15.30 Uhr (Beginn: 26. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Die Documenta in Kassel gehört zu den bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Zu Beginn ging es um die Rehabilitierung der modernen Kunst, die während der NS-Zeit als verfemt galt. Ihren politischen und programmatischen Anspruch verlor die Ausstellung auch in der Folgezeit nicht. Im Seminar soll die Geschichte der Documenta anhand der einzelnen Ausstellungen von 1955 bis 2012 rekonstruiert und diskutiert werden. Geplant ist darüber hinaus der gemeinsame Besuch der Documenta 14 im Rahmen einer Tagesexkursion.

Literatur zur Einführung: Mythos Documenta. Ein Bilderbuch zur Kunstgeschichte. Köln 1982 (= Kunstforum International, Bd. 49); Stationen der Moderne. Die bedeutendsten Kunstausstellungen des 20. Jahrhunderts in Deutschland, Ausst.-Kat. Berlin 1988; Hans Eichel (Hg.): 60 Jahre documenta. Die lokale Geschichte einer Globalisierung. Berlin, Kassel 2015.

Seminarplan/Referate:

24.04.17          Einführung
03.05.17          documenta I (1955)
10.05.17          documenta II (1959)
17.05.17          documenta III (1964)
24.05.17          documenta IV (1968)
31.05.17          documenta V (1972)
07.06.17          documenta VI (1977)
14.06.17          documenta VII (1982)
21.06.17          documenta VIII (1987)
28.06.17          documenta IX (1992)
05.07.17          documenta X (1997)
12.07.17          documenta XI (2002)
19.07.17          documenta XII (2007)
26.07.17          documenta XIII (2012)

Hauptseminar/Proseminar BK I: Text – Bild – Medium: Historiographische Großunternehmen der frühen Gutenberg-Ära

Transdisziplinäres Seminar der Kunstgeschichte, Germanistischen Mediävistik und Europäischen Kultur- und Ideengeschichte (Euklid)/ Geschichte
Dr. Alexandra Axtmann / Prof. Mathias Herweg / Prof. Marcus Popplow
Mittwoch, 11:30 – 13:00 Uhr (Beginn: 26. April 2017)
Ort wird noch bekanntgegeben


Beschreibung:
Das 1493, im Jahr nach der Entdeckung der 'Neuen Welt', in Nürnberg gedruckte Monumentalwerk mit dem Titel Buch der Croniken und geschichten mit figuren und pildnissen von anbeginn der welt bis auf dise unsere zeit (kurz: 'Weltchronik') gehört mit der Gutenberg-Bibel zu den bahnbrechenden Ereignissen der Mediengeschichte. Es ist vieles in einem: Bilderbuch, Geschichtsbuch, Enzyklopädie, Städte- und Länderkunde.

Kompiliert hat es der Humanist und Arzt Hartmann Schedel, der es zugleich durch das Zusammenwirken von Text und Bild und eine planvolle Marktstrategie zu einem gewaltigen Erfolg werden ließ. In einer Zeit massiver Umbrüche in Technik, Kultur und Gesellschaft bot die letzte mittelalterliche und erste frühmoderne Chronik den Zeitgenossen Gewissheit über ihren Platz in der Welt und in der Geschichte, wozu namentlich auch die bis heute berühmtesten Abschnitte des Werks, die reich bebilderten Stadtbeschreibungen beitrugen.

Das transdisziplinäre Seminar bietet die Chance, das Werk aus unterschiedlichen Fachperspektiven zu erörtern: die Text-Bild-Symbiose aus kunsthistorischer, die Gattung Weltchronik aus literaturwissenschaftlicher, das Konzept von Geschichte aus geschichtswissenschaftlicher, die mehreren hundert Stadtansichten aus Sicht von Architektur und Städtebau. Hinzu kommt der medienwissenschaftliche Meilenstein: eine neue Technik und ihre Marktgesetze, das Zusammenwirken von Handschrift und Drucker – für kein anderes Unternehmen der Frühdruckzeit ist beides so gut dokumentiert wie für dieses.

Zum Vergleich bietet sich der etwas spätere, aber nie gedruckte Fall der Würzburger Chronik des Lorenz Fries (1546) an, auch sie reich bebildert, und noch mehr als Schedel von hohem Quellenwert für Alltagsgeschichte und 'Volkskunde' der Lutherzeit. Beide Werke sind in modernen Editionen verfügbar.

 

Organisatorisches:
Die Teilnehmerzahl setzt sich aus Studierenden der oben genannten Studienfächer zusammen. Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der ersten Sitzung am 26.04.2017.

Das Seminar ist für Studierende ab dem 5. Fachsemester vorgesehen und eher als Hauptseminar gedacht. Eine Teilnahme von interessierten Studierenden der ersten Fachsemester ist jedoch möglich; die Mitarbeit und Beteiligung an den Diskussionen wird erwartet.

Es wird ein Seminarapparat in der Badischen Landesbibliothek eingerichtet werden.

Es wird eine zweitägige Exkursion nach Nürnberg (GNM, Stadtrundgang, Dürer-Haus etc.) stattfinden.
Datum: Freitag, 30.06. bis Samstag, 1.07.2017.
Weitere Details: eine Übernachtung in der Jugendherberge, eigene Anfahrt; Kosten: Fahrtkosten mit Fahrtkostenzuschuss. Mehr Informationen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.


Mögliche Scheine:
2/ 4/ 6/ 8 ECTS-Punkte
Abgabefrist der Hausarbeiten: Donnerstag, 05.10.2017.


Literaturauswahl zur Einführung:

  • Faksimile-Edition (verkl.): Schedel, Hartmann: Die Schedelsche Weltchronik (Nachdruck der deutschen Ausgabe von 1493). Nachwort von Rudolf Pörtner. Dortmund 1978
  • Stephan Füssel (Hg.): Weltchronik 1493. Faksimile der kolorierten Gesamtausgabe von 1493. Köln 2001
  • Lorenz Fries. Chronik der Bischöfe von Würzburg 742-1495, 6 Bände, hg. von Ulrich Wagner und Walter Ziegler, Würzburg 1992-2004
  • Bayerische Staatsbibliothek (Hg.): Welten des Wissens. Die Bibliothek und Weltchronik des Nürnberger Arztes Hartmann Schedel (1440–1514). München 2014
  • Füssel, Stephan (Hg.): 500 Jahre Schedelsche Weltchronik. Akten des interdisziplinären Symposions vom 23./24. April 1993 in Nürnberg ( =Pirckheimer Jahrbuch 9)
  • Hernad, Béatrice und Franz Joseph Worstbrock: „Schedel, Hartmann“. In: ²Verfasserlexikon 8 (1992), Sp. 609-621
  • Herweg, Mathias: „Hartmann Schedel, Chronicon“. In: Welterfahrung und Innovation. Epochenwandel in der Buchmalerei des 15. Jahrhunderts. Ausst.-Kat. BLB Karlsruhe. Luzern 2015, S. 31-36
  • Anton Koberger. Zum 500. Todestag des Druckers der Schedelschen Weltchronik. Kat. Stadtbibliothek Nürnberg. Nürnberg 2013
  • Kummer, Christiane: Die Illustration der Würzburger Bischofschronik des Lorenz Fries aus dem Jahre 1546. Ein Hauptwerk Martin Segers und seiner Werkstatt. Diss., Würzburg 1995
  • Posselt, Bernd: Konzeption und Kompilation der Schedelschen Weltchronik. Diss., Wiesbaden 2015
  • Reske, Christoph: Die Produktion der Schedelschen Weltchronik in Nürnberg. Diss., Wiesbaden 2000 (= Mainzer Studien zur Buchwissenschaft 10)
  • Zahn, Peter: Albrecht Dürer und die Holzschnitte der Schedelschen Weltchronik. In: Gutenberg-Jahrbuch 77(2002), S. 124-144

Hauptseminar BK I/II/ÄK: Luther und die Folgen für die Kunst

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Donnerstag, 8.00 - 9.30 Uhr (Beginn: 27. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Reformation und Bilderstürme hatten gravierende Folgen für die Kunst und die Kunsttheorie des 16. Jahrhunderts. Intensiv wurde in dieser Zeit über die Bilderfrage, das heißt über die Darstellbarkeit Gottes und den kirchlichen Bildgebrauch gestritten. Im Seminar sollen die Positionen der Reformatoren zur Bilderfrage und zu den Bilderstürmen vorgestellt und diskutiert, die protestantische Bildpropaganda untersucht und die Geschichte und die bildliche Dokumentation der Bilderstürme in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden nachgezeichnet werden. Je nach Themenwahl besteht die Möglichkeit, HS BK I, HS BK II oder ÄK-Scheine zu erwerben.

Literatur zur Einführung: Helmut Feld: Der Ikonoklasmus des Westens. Leiden 1990. – Werner Hofmann (Hg.): Luther und die Folgen für die Kunst. München 1983. – Margarete Stirm: Die Bilderfrage in der Reformation. Diss. Berlin. Heidelberg 1977.

Seminarplan / Referate:

27.04.17          Einführung
04.05.17          Geschichte der Reformation
11.05.17          Andreas Bodenstein von Karlstadt zum Bildersturm
18.05.17          Protestantische Bilderstürme in Deutschland und der Schweiz
25.05.17          Christi Himmelfahrt (fällt aus)
01.06.17          Martin Luther zur Bilderfrage
08.06.17          Martin Luther in Porträts des 16. Jahrhunderts
15.06.17          Fronleichnam (fällt aus)
22.06.17          Ulrich Zwingli zur Bilderfrage
29.06.17          Protestantische Bildpropaganda gegen den Papst
06.07.17          Johannes Calvin zur Bilderfrage
13.07.17          Bilderstürme in den Niederlanden
20.07.17          Protestantische Bildpropaganda in den Niederlanden
27.07.17          Schlussdiskussion

Hauptseminar BK II: Hans Haacke – Concept Art

Prof. Dr. Martin Papenbrock
Donnerstag, 11.30 - 13.00 Uhr (Beginn: 27. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Der in Köln geborene Hans Haacke, der seit den 1960er Jahren in den USA lebt und arbeitet, gilt als einer der bedeutendsten Konzeptkünstler des 20. Jahrhunderts. Sein Werk zeichnet sich durch ein ausgeprägtes kunstsoziologisches Bewusstsein, eine entsprechende Theoriebildung, vor allem aber durch brisante politische Themen und den Drang zur politischen Aufklärung aus. In seinen Installationen konfrontiert er den Betrachter mit den politischen und sozialen Hintergründen des Kunstbetriebs oder kontrastiert Selbstdarstellungen von Staat und Wirtschaft mit Hinweisen auf historische oder aktuelle Verbindungen zu totalitären Regimes. Im Seminar sollen seine wichtigsten Installationen vorgestellt, ihre politischen Hintergründe rekonstruiert und ihre Rezeption auf der Basis der öffentlichen Diskussionen, die sie ausgelöst haben, untersucht und erörtert werden.    

Literatur zur Einführung:
Walter Grasskamp, Molly Nesbit, Jon Bird: Hans Haacke. London 2004; Hans Haacke – wirklich. Werke 1959-2006. Ausstellungskatalog (Akademie der Künste Berlin, Deichtorhallen Hamburg). Hg. v. Robert Fleck und Matthias Flügge. Düsseldorf 2006; Gabriele Hoffmann: Hans Haacke. Art into Society – Society into Art. Weimar 2011.

Seminarplan/Referate:
27.04.17          Einführung
04.05.17          Politische Kunst nach 1945 / Künstlerische Biographie Hans Haacke
11.05.17          Frühe Arbeiten:
                      a) Fotonotizen (documenta 2, Kassel, 1959
                      b) Real Time Systems (1966-70)
18.05.17          Technik im Ausstellungsraum:
                      a) Recording of Climate in Art Exhibition (New York Cultural Center, 1970)
                      b) News (u.a. Städtische Kunsthalle, Düsseldorf, 1969)
25.05.17          Christi Himmelfahrt
01.06.17          Besucherbefragungen:
                      a) Gallery-Goers’ Birthplace and Residence Profile, Part 1 (Howard Wise Gallery, New York, 1969)
                      b) Gallery -Goers’ Residence Profile, Pt. 2 (Gal. Paul Maenz, Köln 1970)
                      c) MOMA-Poll (Museum of Modern Art, New York, 1970)
08.06.17          Thema Immobilienbesitz und -veräußerung:
                       a) Shapolsky et al. Manhattan Real Estate Holdings, a Real-Time Social System, as of
                          May 1, 1971 (Guggenheim Museum, New York, 1971)
15.06.17          Fronleichnam
22.06.17          Thema Kunstförderung:
                       a) Manet-Projekt (Galerie Paul Maenz, Köln, 1974)
                       b) Der Pralinenmeister (Galerie Paul Maenz, Köln, 1981)
29.06.17          Thema Berufsverbote:
                       a) Die prognostische Erkenntnistheorie des Gewährbietens, dargestellt am Beispiel
                           des Ausbildungsverbots der Christine Fischer-Defoy (Frankfurter Kunstverein, 1976)
06.07.17          Thema Apartheid:
                       a) A Breed Apart (Museum of Modern Art, Oxford, 1978)
                       b) Toch denk ik …/Philips (Van Abbemuseum, Eindhoven, 1979)
                       c) The Saatchi Collection (Simulations) (Victoria Miro Gallery, London, 1987)
13.07.17          Thema Nationalsozialismus:
                       a) Kontinuität (documenta 8, Kassel, 1987)
                       b) Und Ihr habt doch gesiegt (Kulturfest. „Steirisch. Herbst“, Graz 1988)
                       c) Germania (Biennale, Venedig, 1993)
20.07.17          Der Bevölkerung (Reichstagsgebäude, Berlin, 2000)
26.07.17          Schlussdiskussion

Übung: Einführung in die praktische Denkmalpflege

Dr. Hermann Diruf
Freitag, 11.00 - 12.30 Uhr (Beginn: 28. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Mit der Lehrveranstaltung soll ein Überblick über das Praxisfeld der der Bau- und Kunstdenkmalpflege vermittelt werden. So ist daran gedacht, die vielfältigen Aufgaben und Ziele dieser Bereiche an ausgewählten Beispielen  vorzustellen und die Ereignisse kritisch zu beurteilen. Ein besonderer Schwerpunktbereich wird in der Übung vor Architekturobjekten  auf die Denkmalkunde (Inventarisation) und ihre wissenschaftliche Erfassung gelegt.  

Für die Teilnehmer/innen sind zu einzelnen Themenbereichen Kurzreferate Voraussetzung.

Übung: Grundlagen der Fotografie


Christoph Engel, Dipl.-Des. (FH)
Bernd Seeland, Fotografenmeister

Workshop als Kompaktwoche
31.07. - 04.08.2017
10.00 – ca. 17.00 Uhr

Studienwerkstatt Fotografie

8 Teilnehmer
Anmeldung ab dem 3. Fachsemester BA und 1. Fachsemester MA möglich, ggf. als Nachrücker

Beschreibung:
In der Veranstaltung werden in einem ersten Teil die theoretischen und praktischen Grundlagen der Fotografie anhand praktischer Übungen mit verschiedenen Kameraformaten und -systemen vermittelt.
Der theoretische Teil umfasst sowohl die Geschichte der Fotografie, die Grundlagen der Fototechnik als auch die Analyse fotografischer Bilder sowie eine Anleitung zum Verstehen der Wirkungsweisen in der Fotografie.
Der praktische Teil gibt einen Überblick über die verschiedenen Kamerasysteme, die Bildgestaltung, der Einsatz vom Licht, Labortechniken sowie den Umgang mit digitalen Bilddateien und das Basiswissen in der elektronischen Bildbearbeitung.
Der zweite Teil der Veranstaltung behandelt die konkrete Auseinandersetzung mit einer künstlerischen Position in der Fotografie in Form eines Kurzreferates und der Ausarbeitung einer eigenen praktischen Fotoarbeit.

Literatur:
Charlotte Cotton, Fotografie als zeitgenössische Kunst
Deutscher Kunstverlag, Berlin, 2011
Stephen Shore, Das Wesen der Fotografie
Phaidon, Berlin, 2009
Robert Hirsch, Mit der Kamera Sehen.
Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2008

Mögliche Scheine:
2 ECTS-Punkte

Unkostenbeitrag für Verbrauchsmaterialien:
10,00 Euro pro Teilnehmer

Übung: Expressionismus – Zurück zu den Quellen

Dr. Katja Förster
Donnerstag, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 27. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
Die Expressionisten, insbesondere die Künstler des Blauen Reiter-Kreises, haben eine Unmenge an schriftlichen Dokumenten hinterlassen, die dem Leser quasi „aus erster Hand“ wichtige biografische, künstlerische, kunst- und kulturpolitische Informationen liefern. Während der eine Teil dieser Dokumente, wie das Manifest der Brücke, Kandinskys Traktat „Über das Geistige in der Kunst“, sein autobiografischer Rückblick von 1913 oder auch der von Kandinsky und Marc herausgegebene Almanach „Der Blaue Reiter“, für die Öffentlichkeit bestimmt waren und wohlüberlegte Formulierungen und Gedankengänge beinhalten, war der andere, weit größere Teil, nämlich die Korrespondenzen, nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen. Aber gerade diesen spontan notierten, privaten Mitteilungen an Malerfreunde und -kollegen, an Verleger, Galeristen und Museumsleiter, die bisher nur zum Teil ediert vorliegen, ist es zu verdanken, dass wir ein annähernd authentisches Bild von der damaligen Kunstszene, den Problemstellungen und Anfeindungen der Künstler, ihrem eigenen künstlerischen Ringen und anderem mehr besitzen.

Die Veranstaltung ist als Ergänzung zum Pro- und Hauptseminar „Expressionismus – Malerei im Jahrzehnt der Extreme“ konzipiert. Anhand ausgesuchter Texte, Essays und Korrespondenzen wird die Bedeutung des Quellenstudiums für das wissenschaftliche Arbeiten aufgezeigt.

 

Übung: Praxisfeld Museum: Ausstellung und Vermittlung

Dr. Sonja Grunow

Blockseminar Termine:
Mo, 24.04.17, 09:00-12:00 Uhr Einführung und Referatsvergabe, Seminarraum
Fr, 12.05.17, 10:00-17:00 Uhr Praxistag, Museen vor Ort
Fr, 09.06.17, 10:00-17:00 Uhr Praxistag, Museen vor Ort
Fr, 23.06.17, 10:00-17:00 Uhr Praxistag, Museen vor Ort


Beschreibung:
Die Ausstellung ist das zentrale Medium, über welches das Museum mit dem Besucher kommuniziert. Doch nach welchen Kriterien werden Ausstellungen gestaltet und was macht eine gute Ausstellung aus? Gibt es objektbedingte Vorgaben und Unterschiede in geschichtlichen, naturkundlichen oder kunstorientierten Ausstellungen?

Dabei ist zu beachten, dass sich die Art und Weise, wie Museen ihre Sammlungen präsentieren, in den letzten Jahrzenten verändert hat. Da nicht alle Ausstellungen zur selben Zeit fertiggestellt wurden, ergibt sich ein Feld von verschiedenen Darbietungsformen: Als Schausammlung, mit partizipatorischen Elementen oder als inszenierte Darstellung der Geschichte.

Karlsruhe besitzt eine umfassende Museumslandschaft, die neben Kunsthalle, Naturkundemuseum oder Landesmuseum auch kleine unbekannte Museen wie Verkehrsmuseum oder das Museum im Ständehaus bietet. In der Übung sollen Konzepte und Methoden verschiedenartiger Museumsausstellungen untersucht und verglichen werden, um so die vielfältigen Möglichkeiten der Besucherkommunikation zu beleuchten.

Organisatorisches:
Für den Besuch der verschiedenen Museen, insbesondere zur Vorbereitung des eigenen Referats, wird der Kunsthistorikerausweis vom Institut für Kunstgeschichte empfohlen.

Zu erbringende Leistung / Mögliche Scheine:
Jede Teilnehmerin stellt eine Ausstellung/Museum in einem 30-minütigen Referat vor und erstellt ein Handout mit den wesentlichen Kriterien der Präsentation.

 

Übung: Ausstellung virtuell - Teil I

Dr. Alice Anna Klaassen und Dr. Jesús Muñoz Morcillo (ZAK)
Freitag, 9.15 – 10.45 Uhr (Beginn: 28. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
In der Veranstaltung, die sich auf einen Zeitraum von zwei Semestern erstreckt, soll eine virtuelle Ausstellung mit Werken aus den Sammlungen der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, dem ZKM und der Städtischen Galerie konzipiert werden. Anschließend werden die ausgewählten Exponate seitens der TeilnehmerInnen in Form einer Kurzführung vorgestellt und die einzelnen Vor- bzw. Beiträge als Film geschnitten. Eine im Rahmen der Übung eigens gestalteten Webseite wird als Plattform dienen, so dass die Ausstellung bereits während der Entstehung mittels der sozialen Netzwerke (z. B. Facebook, Twitter, Instagram) beworben werden kann. Neben dem filmischen Beitrag sollen kleinere Essays zu den einzelnen Werken sowie ein Einführungstext zur Ausstellung auf der entwickelten Homepage veröffentlicht werden. Ziel ist es, einem Besucher einen virtuellen Rundgang durch eine Ausstellung (lesend, sehend und hörend) zu ermöglichen. Die Übung findet in Kooperation mit dem ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale statt. Eine Einführung in Moderation, Filmtechnik und -schnitt ist Teil der Übung. Bitte beachten Sie, dass Ihre Teilnahme für zwei Semester bindend ist.

Termine: Alle weiteren Details zum Ablauf sowie die Inhalte der einzelnen Termine erfahren Sie in der ersten Sitzung.

Übung: Einblicke in die Provenienzforschung der Städtischen Galerie

Dr. Claudia Pohl
Mittwoch, 15.45 - 17.15 Uhr (Beginn: 26. April 2017)
Seminarraum


Beschreibung:
„Provenienzfoschung gehört zum Methodenkanon der Kunstgeschichte: Sie widmet sich der Erforschung der Herkunft und Geschichte von Objekten unterschiedlichster Gattungen- von Gemälden bis zu Gebrauchsgegenständen des Alltags. Wer sich für die Geschichte privater und öffentlicher Sammlungen, von Museen und Galerien interessiert, kommt um sie nicht herum.“

Mit der Unterzeichnung der „Washingtoner Erklärung“ 1998 hat die Provenienzforschung eine enorme Bedeutung gewonnen; die Unterzeichnerstaaten, darunter Deutschland verpflichteten sich, Objekte, die während der NS-Zeit beschlagnahmt wurden, in den Beständen der Museen und Sammlungen ausfindig zu machen und nach deren  rechtmäßigen Eigentümern zu suchen um „faire und gerechte Lösungen“ zu finden. Der seit langem betriebenen Provenienzforschung an den Museen kommt spätestens seit dem Fall Gurlitt - dem Schwabinger Kunstfund 2014 – nun auch in der Öffentlichkeit eine erhöhte Aufmerksamkeit zu.

Die Veranstaltung soll mit dem Thema Provenienzforschung vertraut machen und einen Einblick geben in die wissenschaftlichen Ansprüche, die diese besondere Arbeit erfordert. Dazu gehören Methoden zur Datengewinnung am Objekt, das Auffinden externer Materialien und die Nutzung von Datenbanken. In Karlsruhe wird nicht nur an den beiden Landesmuseen sondern auch am Generallandesarchiv und der Städtischen Galerie verstärkt Provenienzforschung betrieben. Neben der Städtischen Galerie sind Besuche im Generallandesarchiv und im Stadtarchiv geplant; die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Übung: Schriften zur Malerei - Sean Scully

Dr. Kirsten Voigt
Montag, 12.00 - 13.30 Uhr
1. Termin: Wird noch bekanntgegeben
Seminarraum


Beschreibung:

Sean Scully ist einer der produktivsten, konsequentesten und bedeutendsten abstrakten Maler der Gegenwart. Seine geometrisch gebauten Bilder zeugen von ebenso viel konzeptueller Strenge wie spontanem emotionalem Engagement. Mehr als viele seiner Zeitgenossen und immer originell reflektiert Scully aber auch das eigene Schaffen und die Kunst von Kollegen – wie van Gogh, Morandi oder Rothko – in Texten, mitunter in kurzen Statements, zuweilen in ausführlichen Essays und schließlich natürlich auch in Interviews. Drastisches, Existenzielles, Zufälliges, Überraschendes findet sich neben Lyrischem, vor klaren Urteilen scheut der Maler, der heute in den USA und Deutschland lebt, nicht zurück. In der Übung wollen wir Scullys Texte lesen und diskutieren. Seine Schriften liegen in einer Textsammlung („Inner“, Verlag Hatje Cantz) auf Englisch vor. Wir werden uns also auch ans Werk des gemeinsamen Übersetzens machen.