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Anker, Alfons

dt., ab 1939 schwed. Architekt und Bausachverständiger, * 1872 Berlin, † 14.12.1958 Stockholm, Rel.: jüdisch, ab 1920 evangelisch (?), Mtgl.: BDA (1920-33), RKBK (-1933), Reichsverband zur Förderung sparsamer Bauweise (1918, Direktor)

 

Alfons Anker um 1955

     
   

Ausbildung, Tätigkeit vor 1933:
1889-91 Studium der Architektur und der Technischen Volkswirtschaft an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg
1891-92 Lehre als Maurer
1892-93 Studienabschluss an der Höheren Technischen Lehranstalt Berlin
1895 Architekt in städtischen Diensten
1896 Architekt in Diensten privater Architekturateliers
1903/05-14 selbstständiger Architekt in Berlin
1914-18 Pionieroffizier im 1. Weltkrieg
1919 Assistent an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg, erste Lehmbausiedlungen
1920 erneut als selbstständiger Architekt tätig
1921 Bestellung zum Bausachverständigen
1923/24-33 Zusammenarbeit mit den Architekten Hans und Wassili Luckhardt
1930 Dozent an den Technischen Hochschulen in Berlin und Weimar

Tätigkeit seit 1933, Exilstationen:
1933 Brüder Luckhardt lösen die Architektengemeinschaft „Brüder Luckhardt und Alfons Anker“ auf
1933-39 freier Architekt in Berlin, allerdings nur wenige kleine Aufträge (Umbauten, Gutachten)
1939 Emigration nach Schweden, Ende seiner Bautätigkeit, schwed. Staatsbürgerschaft
1940 Gründung der „Utlandspublikationen“
1940-45 Assistent bei verschiedenen Stockholmer Architekten, darunter auch bei Håkan Ahlberg

Tätigkeit nach 1945:
1940-55 zahlreiche Veröffentlichungen in deutschen und schwedischen Zeitschriften, Anker experimentiert mit Fotografie und entwickelt u. a. ein Schnellregister für ein Lexikon
1950 Gründung eines Instituts für Internationales Krankenhauswesen (heute: Institut für Gesundheitswissenschaften der TU Berlin)
1958 Ehrensenator der TU Berlin

Bauten/Projekte vor 1933 (Auswahl):
Metallwerksbauten in der Versuchssiedlung Schorlemerallee (13-17a, 19-23a), Berlin-Dahlem, 1924-25
Wettbewerbsentwurf zur Umgestaltung des Alexanderplatzes, Berlin-Mitte, 1929
Kolonie „Am Rupenhorn“ (Haus I, II und III), Berlin-Charlottenburg, 1929-30

Bauten/Projekte 1933-45:
1939-58 keine eigenständigen Bauten in Schweden, jedoch zahlreiche Publikationen

Eigene Schriften (Auswahl):
„Naturbauweisen“, in: Die Umschau, 15/1921 (5): 55-60
„Die deutsche Baustoff-Industrie im Weltkriege“, in: Die Bauwelt, 14/1923 (4)
„Möbel für die Kleinstwohnung. Entworfen von dem Architekten Elias Svedberg, Stockholm“, in: Architektur und Wohnform, 1950/51 (1): 16-22
„Die schwedischen Architekten SAR“, in: Die neue Stadt, 5/1951 (9): 395-397
„Glas im schwedischen Bauwesen“, in: Glasforum, 1953 (3): 28-32
„Eine schwedische Kleinkinderschule“, in: Bauwelt, 44/1953 (25): 493 ff.
„Die Stockholmer ‚Tunnelbahn’“, in: Bauwelt, 45/1954 (10): 185-188
„Das Hotel Malmen in Stockholm“, in: Bauwelt, 45/1954 (11): 209-212
„Das Großgaragenhaus der Stadt Stockholm“, in: Bauwelt, 46/1955 (12): 228 f.
„Kinderkrankenhaus in Bergen/Norwegen“, in: Bauwelt, 46/1955 (34): 667-670

Literatur:
BHE II/1983: 28
AKL 4/1992: 136
HdE
„Persönliches: Alfons Anker 80 Jahre“ in: Bauwelt, 43/1952 (48): 775
„Alfons Anker 80 Jahre“ in: Baumeister, 50/1953 (1): 55
Brüder Luckhardt und Alfons Anker. Berliner Architekten der Moderne (= Schriftenreihe der Akademie der Künste, Bd. XXI), Berlin 1990
Michael Meschke, Marionettisten. Memoarer, Stockholm 2002
www.archinform.de/arch/2183.htm
www.juedische-architekten.de/architek/anker1d.htm

Stiftung/Museum/Nachlass:
Stiftung Archiv der Akademie der Künste Berlin (8 lfm., 1 Planschrank, 9 Modelle)


Bearbeitet von Jessica Schwinn

 

Versuchssiedlung Schorlemerallee 13-17a, 19-23a, Berlin-Dahlem, 1924-25

 

Haus II der Kolonie „Am Rupenhorn“ 24, Berlin-Charlottenburg, 1929-30

 

Wettbewerbsentwurf für die Umgestaltung des Alexanderplatzes, Berlin-Mitte, 1929