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Schütte-Lihotzky, Margarete (Grete)

österr. Architektin, * 23.01.1897 Wien, † 18.01.2000 Wien, Mtgl.: SDAP (1923-27), KPÖ (ab 1939), DWB

 

Margarete Schütte-Lihotzky, 1935

Ausbildung, Tätigkeit vor 1933:
1913 Graphische Lehr- und Versuchsanstalt Wien
1915-19 Kunstgewerbeschule Wien, Fachklasse Architektur bei Strnad, Tessenow
1919 Praktikum bei Vermeer in Holland (Arbeitersiedlungen)
1920 Wettbewerb Kleingartenkolonie im Wienerwald (2. Preis)
1921-25 Baubüro des Verbands für Siedlungswesen Wien (Siedlungen für ganz Österreich) mit Adolf Loos (Siedlerhaustypen, Einheitsmöbel)
1926 Hochbauamt Frankfurt am Main bei Ernst May, Abteilung Typisierung (Wohnungsbau, Kindereinrichtungen), Projekt: „Wohnung für die berufstätige Frau“, „Frankfurter Küche“
1927 Heirat mit Wilhelm Schütte, keine Kinder
1929 CIAM-Kongress „Wohnung für das Existenzminimum“
1929 zwei Häuser für die Werkbundsiedlung Wien

Tätigkeit seit 1933, Exilstationen:
1930-37 in der UdSSR mit Ernst May und weiteren 15 Architekten und Spezialisten („Brigade May“) zur Planung neuer Städte für die Schwerindustrie (Magnitorsk, Stalinsk), Leitung der Abteilung Schulen, Kinderkrippen, Mitarbeit an Akademie für Architektur in Moskau (Typenprojekte und Typenmöbel für Kinderkrippen)
1934 Vortragsreise nach Japan und China (Richtlinien für Kinderanstalten
1937 Emigration nach Paris, Arbeit im Widerstand, neue deutsche Pässe für 5 Jahre, Richtlinien für Untersuchungsstationen gegen Kindertuberkulose
1938 Emigration in die Türkei, Akademie der Schönen Künste in Istanbul auf Empfehlung Bruno Tauts (Projektierung von Frauengewerbeschulen und Dorfschulen), Mitarbeit im Architekturbüro Ernst Egli/Istanbul, Mitglied der österreichischen Widerstandsbewegung für 2 Jahre
1940-1945 Inhaftierung in Wien und Aichach/Bayern

Tätigkeit nach 1945:
1946 Aufbau einer Abteilung für Kindereinrichtungen am Stadtbauamt in Sofia
1947 selbständige Architektin in Wien
1948 Präsidentin des Bundes Demokratischer Frauen Österreich (IDFF), in den folgenden Jahren Kindergarten- und Wohnhausbauten, Ausstellungsbeteiligungen
1951 Trennung von Wilhelm Schütte
1956 Vortrags- und Studienreise nach China
1962 Expertin für Städtebau bei der UNO
1963 Vortrags- und Studienreise nach Kuba
1964-68 Baukastensystem für Kindertagesheime (nicht verwirklicht)
1966 Bauakademie Berlin-Ost
1986 Bauhauskolloquium Weimar

Bauten/Projekte 1933-45 (Auswahl ausgeführter Bauten):
Kinderklub für 340 Kinder, Magnitogorsk/Ural, 1932
Kinderkrippe für 100 Kinder, Briansk/Ukraine, 1932
Schule für 590 Schüler, Makeewka/UDSSR, 1934
Kinderpräventorien, Paris, 1937
Festturm Brückenkopf Karakoy, Ankara, 1938
Erweiterung Lyzeum, Ankara, 1938
Haus Dr. Kemal Özan, Istanbul, 1939
Haus Nusret Evcen, Istanbul, 1940
Cadde Bostani, Istanbul, 1940
Haus Lüfti Tozan, Istanbul, 1940

Eigene Schriften (Auswahl):
Erinnerungen aus dem Widerstand 1938-45, Hamburg 1985.

Literatur:
Margarete Schütte-Lihotzky. Soziale Architektur. Zeitzeugin eines Jahrhunderts, Ausstellungskatalog Museum für Angewandte Kunst, Wien 1993.
Bernd Nicolai 1998a.
www.htu.tugraz.at/dokumentation/arch/grete.html
www.servus.at/hillinger/1997/497/jeder/jeder.html

Bearbeitet von Jutta Peter

 

Kindergarten, Magnitogorsk, 1932

 

Kindergarten Briansk, 1932

 

Erweiterung Lyzeum, Ankara, 1938 (Modell)

 

Haus Dr. Kemal Özan, Istanbul, 1939