Kunstgeschichte

Vorlesungen und Seminare

Wintersemester 2020/2021

Vorlesung "Geschichte der Kunst III - Renaissance und Manierismus
Als Beginn der Moderne lässt sich das Zeitalter der Renaissance mit einigem Recht bezeichnen. Eine solche ‚Moderne‘, die aus der Wiedergeburt antiker Wissenskulturen entstand und die Interaktion von Mensch und Welt grundlegend veränderte, musste eine Kunstsprache entwickeln, die sich vor allem dem Wirken der docta manus, der gelehrten Hand verdankt. Künstler*Innen definierten sich als Intellektuelle, humanistische Diskurse reicherten Malerei und Skulptur mit neuen Themen an und führten zu einer veränderten Auseinandersetzung mit der Konzeption von Natur und Mensch. Einen besonderen Schwerpunkt wird die Vorlesung auf die Geschichte der Ekphrasis legen.
   
Proseminar Grundlagen der Kunstwissenschaft
"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", aber wie gehe ich mit dieser Überfülle an Informationen um? Kunstgeschichte muss sich mit der Bestimmung unterschiedlichster historischer und soziologischer, philosophischer und politischer Kontexte beschäftigen. Bilder, Skulpturen, Architektur gibt es nicht im Singular; immer nimmt das einzelne Werk Bezug auf andere Werke und deren Rezeptions- und Deutungsgeschichte. Der Kurs führt in die Terminologie, die Arbeitstechniken und die Arbeitsmethoden der Bildwissenschaft ein und beleuchtet ein ungemein großes Feld, geht es doch – im Zeichen des visual turn – um den analytischen Umgang mit bewusst gestalteten und geformten Artefakten aus nahezu 2000 Jahren Menschheitsgeschichte.
   
Pro-/Hauptseminar: Amsterdam. Weltkunst und globaler Handel
Sollte man für das 17. Jahrhundert eine europäische „boomtown“ benennen, so wäre es die wirtschaftlich prosperierende, global vernetzte und ständig wachsende Stadt Amsterdam. Von hier aus wurde der Welthandel organisiert, hier zogen die West- und die Ostindische Kompanie ihre Fäden. Die Einwohnerzahl stieg von 40.000 zu Beginn des Jahrhunderts auf rund 240.000 gegen dessen Ende. An allen Ecken der Stadt wurde gebaut. Aber auch die Malerei erlebte einen einzigartigen Aufschwung. Amsterdam zog Künstler aus ganz Holland an und wurde zu einem künstlerischen Laboratorium, das eine große Vielfalt an Ausdrucksformen hervorbrachte und Innovationen begünstigte.
   
Kolloquium für Magistranden*Innen und Doktorand*Innen
Als Werkstatt ist das Kolloquium gedacht, da wir uns gemeinsam den Themen der entstehenden Promotionen und Masterarbeiten widmen und die Magistranden*Innen und Doktorand*Innen die Gelegenheit bekommen sollen, in jedem Stadium ihrer Qualifikationsschrift Teile ihrer Arbeit vorzustellen zu können und im Plenum diskutieren zu lassen. Das Kolloquium steht allerdings interessierten Studierenden jeden Semesters offen, so dass sie sich bereits während des Bachelorstudiums mit den Praktiken forschenden Studierens vertraut machen können.

Sommersemester 2020

Forschungssemester  


Wintersemester 2019/2020

Vorlesung "Geschichte der Kunst I - Das frühe Mittelalter"
Warum ging Karl der Große so gerne schwimmen? Wie bildmächtig waren die öffentlichen Auftritte der Herrschenden, seien es weltliche oder kirchliche Potentaten, inszeniert – ging es doch um die Verbreitung ihres Ruhms? Wie wurden die unterschiedlichen Bild- und Textmedien in einer Zeit eingesetzt, in der die Schriftkultur nur rudimentär verbreitet war? Mit Blick auf die Herrscherikonografie des Mittelalters, die unausgesetzt Antike und Christentum verbindet, stellt sich die Frage nach den ausführenden Künstlern: dem Erfindungsreichtum des artifex widmet sich die Vorlesung und rückt exemplarische Werke in den Fokus. Den Mythos, das Mittelalter sei ein „dunkles“ Zeitalter gewesen, dürfen wir dabei ad acta legen.
   
Seminar "Heilig/Unheilig"
Er war einer der eigenwilligsten Künstler des 16. Jahrhunderts: Hans Baldung, genannt Grien (1484/85–1545). Als origineller Interpret traditioneller und Erfinder neuer Bildthemen schuf Baldung sinnliche Allegorien und Aktdarstellungen, drastische Hexenszenen, humanistische Denkbilder und markante Porträts, die als hochkarätige internationale Leihgaben nach Karlsruhe reisen werden: Denn dieses wenig bekannte Œuvre wird in der Großen Landesausstellung im Herbst 2019 einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das praxisnahe Seminar thematisiert im Doppelpass von Forschung und Vermittlung die tiefgreifenden Umwälzungen dieses faszinierenden Zeitalters und zeigt, wie Baldung ein höchst individuelles, oftmals exzentrisches Werk schuf.
   
Seminar "Grundlagen der Kunstwissenschaft"
"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" heißt es, aber wie gehe ich mit dieser Überfülle an Informationen um? Kunstgeschichte muss sich mit der Bestimmung unterschiedlichster historischer und soziologischer, philosophischer und politischer Kontexte beschäftigen. Bilder, Skulpturen, Architektur gibt es nicht im Singular; immer nimmt das einzelne Werk Bezug auf andere Werke und deren Rezeptions- und Deutungsgeschichte. Der Kurs führt in die Terminologie, die Arbeitstechniken und die Arbeitsmethoden der Bildwissenschaft ein und beleuchtet ein ungemein großes Feld, geht es doch – im Zeichen des visual turn – um den analytischen Umgang mit bewusst gestalteten und geformten Artefakten aus nahezu 2000 Jahren Menschheitsgeschichte.


Sommersemester 2019

Vorlesung "Geschichte der Kunst VI - Die Künste des 20. Jahrhunderts"
Alles steht auf dem Prüfstand. Nahezu jede Errungenschaft vorangegangener Kunstepochen scheint im zwanzigsten Jahrhundert zur Disposition zu stehen, sei es die räumliche Strukturierung des Bildraums oder die Versuche des Impressionismus, der Auflösung der Wahrnehmungsdaten noch eine letzte, pointillistische Verfestigung zu schenken. Einfallsreich kann man diese artistischen Spiele nennen, gelten sie doch immer auch ästhetischen und gesellschaftlichen Normen. Nicht allein als Polemik gegen klassische Bildkonventionen, sondern immer auch als Suche nach neuen Bildentwürfen und künstlerischen Antworten ist die Entwicklungsgeschichte des 20. Jahrhunderts zu verstehen – nur, dass es eine solche aus der Sicht der Künstler gar nicht geben kann: Wir bewegen uns also auf einen „Nullpunkt“ zu, da die Kunst erst erfunden werden muss. So, als hätte es sie nie zuvor gegeben. Auf Kubismus und Abstraktion folgen Kunstströmungen, welche die öffentliche Reflexion über die Kunst und ihre Funktionen zum eigentlichen Gegenstand erklären: sei es Dada oder die Aktionskunst des Fluxus. Von den "Väter[n] der modernen Kunst" (Werner Hofmann), Cézanne und van Gogh, Gauguin und Seurat über die klassische Avantgarde und die europäische Nachkriegsmoderne verfolgen wir unverdrossen eine Entwicklungsgeschichte, ehe wir mit der Präsentation der Kunst nach 1945 zumindest den „Ausstieg aus dem Bild“ (Uwe M. Schneede) wagen.
 
   
Seminar "Techniken der Natürlichkeit. Die Künste im Ancient Régime"
Mit vernichtenden Worten wurde das ‚Rokoko‘ bereits kurz nach 1800 beschrieben: Es habe eine unehrenhafte, ja ridiküle Kunstsprache entwickelt, die nicht zuletzt in den hypertrophen Faltungen der Gewänder und den endlosen Linienspielen der Rocaille einer Ununterscheidbarkeit der Wirklichkeitsebenen und damit einer Verwechslung von Kunst und Leben zugearbeitet habe. Wie sehr dieses Rokoko eine eigene Diskurstradition entwickelt hat, die sich im Zeichen des technisch Möglichen, des artifiziell Leichten und Flüchtigen zugleich aber auch als Teil des Projekts Aufklärung verstehen lässt, soll sich im Rahmen des Seminars erweisen: Denn in Sulzers ‚Allgemeine Theorie der Schönen Künste‘ führt bereits 1774 der Weg allein über die Künstlichkeit zurück zum Natürlichen – ist es doch gerade die Natur selbst, die uns die Notwendigkeit von Camouflage und Mimikry vor Augen führt. Die artifizielle Kunstsprache des 18. Jahrhunderts folgt so einer Ästhetik, die den schönen Schein als ihre eigene Wahrheit anerkennt: Welche Sprache spricht dann der disziplinierte Kunst-Körper? Wie werden Rocaille und Capriccio, Ornament und Bewegung zu den »vorzüglichsten Eigenschaften« einer Kunst, die Natürlichkeit qua techné herzustellen versteht?
 
   
Seminar "Methoden der Kunstwissenschaft"
Blickt man auf die Etymologie des Begriffs „Methode“, so ist damit nicht allein der Gang einer Untersuchung gemeint, sondern das Verfahren, mit dem wissenschaftliche Erkenntnis erlangt wird. Diesem Weg werden wir folgen und die Methodengeschichte unseres Faches erarbeiten – anhand eines close reading von ausgewählten Texten: Ausgehend von den Künstlerviten Vasaris und den Ekphrasen Winckelmanns folgen wir den Vertretern der Stilanalyse und der Ikonographie, um schließlich Positionen der Künstler-Sozialgeschichte und der Rezeptionsästhetik kennenzulernen. Besonderes Augenmerk werden wir auf das „Vermächtnis und die Zukunft der Ikonologie“ sowie auf die Theorie des Bildakts legen.
 


Wintersemester 2018/2019

Vorlesung "Geschichte der Kunst V - Die Künste des 19. Jahrhunderts"

"Von Jahrhundert zu Jahrhundert“, so schreibt Paul Valéry, lasse „der Dämon der Veränderung […] sein großes Lied von der Rückkehr zur Natur ertönen […].“ Die Natur aber, wie sie sich der Schule von Fontainebleau offenbarte, war ein technisch erreichbares Habitat geworden:  Neu eröffnet, führte die Eisenbahnstrecke nach Melun directement in den Schoß der Schöpfung. Nicht allein die Nutzung neuer Infrastruktur oder die beginnende Industrialisierung beschleunigten den Blick der Maler und des Publikums, auch das Medium der Fotografie führte im Verbund mit massenhaft verbreiteter Illustrationsgrafik zu einer Gesellschaft, die nach immer neuen Bildern hungerte.
Wesentliche ästhetische Denkformationen lassen sich mit Blick auf die Entwicklungen der verschiedenen Gattungen, von der Landschafts- und Genremalerei bis hin zum Porträt  und Stillleben nachzeichnen. Die Künste des  19. Jahrhunderts folgen dabei unterschiedlichsten Strömungen. Versammelt etwa Courbet in einem Atelier Vertreter der Klassengesellschaft seiner Zeit, wird der Begriff der allégorie réelle  in sein Recht gesetzt. Folgen die Künstler hingegen Gautiers und Baudelaires Ruf "L’art pour l’art", befreit sich eine neue Künstlergeneration aus dem Gehege der Konventionen: Décadence als künstlerische Übersteigerung, Symbolismus als bildmächtiger Vertrauensverlust in Wissenschaft und Technik. Ein Jahrhundert herausragender Künstler gilt es zu beleuchten und die Auseinandersetzungen zu schildern, die die Epoche prägten, aber auch die Kontinuitäten des Zeitalters aufzuzeigen.  Dass schließlich die Mechanismen des vielgeschmähten Historismus, den man mit Ralph Gleis „als Ausdruck eines pluralistischen Stilverständnisses“ fassen könnte, die Kunst des 19. Jahrhunderts wie unter einem Brennglas bündelt, soll sich zeigen.

 
   
Seminar "Maschinen. Macht: Puppen, Automaten, Cyborg bodies"
Kunstmenschen zu schaffen, ist ein Wunsch, den bereits die Antike kannte. Leonardos Lebensprinzip der ‚forza‘ fasst die Kraft, die alles belebt, in die Metapher einer aufgespannten Feder (Bredekamp 1999), während er gleichzeitig mit Anatomen zusammenarbeitete und Wachsausgüsse von Herzen herstellte. Androiden, Automaten, Maschinen markieren eine Übergangszone: Ihre offengelegte Mechanik schlägt sie der Technik zu, während ihre Hülle sie zum Kunstwerk erklärt. Das 18. Jahrhundert sah nicht erst mit dem l’homme machine die Welt aus dem Geist der Mechanik entstehen, hielt man doch die gelingende Verbindung von Totem und Lebendigem für möglich. Im Seminar werden wir Moulagen kennenlernen, anatomische Theater und Menschen-Automaten, die als Sensationen bestaunt wurden. Aber wir werden auch die Geburt des Prothesenkörpers beobachten, die sich dem ersten Weltkrieg verdankt. Mechanische Wesen, die in ihrer anthropomorphen Gestalt auf den Menschen zurückverweisen – auch dann noch, wenn das Individuelle gelöscht, austauschbar geworden ist, nehmen einen ersten Rang ein in den Werken von Léger und Schlemmer: geschlechtslos, androgyn, das Organische mit dem Mechanischen verbunden. Wie Künstlerinnen, sei es Hannah Höch, Orlan oder Cindy Sherman diese ästhetischen Erfahrungen des mitunter beschädigten Kunstmenschen zu Bildformulierungen von irritierender Kraft verdichten, wird uns in der zweiten Hälfte des Seminars beschäftigen.
 
   
Seminar "Grundlagen der Kunstwissenschaft"

Kunstgeschichte, die sich der Erforschung von Artefakten widmet, muss sich mit der Bestimmung unterschiedlichster historischer und soziologischer, philosophischer und politischer Kontexte beschäftigen. Bilder, Skulpturen, Architektur gibt es nicht im Singular, immer nimmt das einzelne Werk Bezug auf andere Werke und deren Rezeptions- und Deutungsgeschichte. Als Disziplin der Geistesgeschichte verfügt das Fach Kunstgeschichte über ein weites Spektrum an Methoden. Der Kurs führt in die Terminologie, die Arbeitstechniken und die Arbeitsmethoden der Bildwissenschaft ein und beleuchtet ein ungemein großes Feld, geht es doch – im Zeichen des visual turn – um den analytischen Umgang mit bewusst gestalteten und geformten Artefakten aus nahezu 2000 Jahren Menschheitsgeschichte. Der Grundkurs führt in die Gegenstandsbereiche des Faches ein wie Malerei und Zeichnung, Druckgraphik und Buchkunst, Skulptur und Plastik, Architektur und Stadtplanung, Kunstgewerbe, neue Medien und Videokunst, Kunstgewerbe und Design. Wir beleuchten die Gattungen der Malerei: das Historienbild und Porträt, die Landschaftsmalerei und das Stillleben, widmen uns der Architekturterminologie und behandeln so epochen- und gattungsübergreifend die Bildkünste vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Zum wissenschaftlichen Grundverständnis des Fachs Kunstgeschichte gehört dabei die fortgesetzte Arbeit am Bild und der Erwerb praktischen Wissens vor Originalen: In analytischer Beschreibung soll ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass Kunstwerke immer auch in ihrer Objekthaftigkeit und Materialität wahrgenommen werden müssen.

 


Sommersemester 2018

Vorlesung "Geschichte der Kunst V - Romantik. Von der Revolution bis zur Restauration  
Seminar "Die Schwarze Romantik"  
Seminar "Manierismus. Ausdruck-Stil-Manie"  


Wintersemester 2017/2018

Vorlesung "Geschichte der Kunst IV - Barock, Rokoko, Klassizismus"  
Seminar "Caravaggio"  
Seminar "Hans Baldung Grien" - Teil 2  


Sommersemester 2017

Vorlesung "Geschichte der Kunst III - Renaissance und Manierismus  
Seminar "Expressionismus - Malerei im Jahrzehnt der Extreme"  
Seminar "Kunst. Künstler. Künstlerwissen. Zur Geschichte ästhetischer Theorie seit 1800  


Wintersemester 2016/2017

Vorlesung "Geschichte der Kunst II - Das hohe Mittelalter"  
Seminar "Entgrenzung der Künste"  
Seminar "Hans Baldung Grien" - Teil 1  


Sommersemester 2016

Vorlesung "Geschichte der Kunst I - Das frühe Mittelalter  
Seminar "Wiener Moderne"  
Seminar "Ganymed boarding"  
Seminar "Sensations! British Art"  


Wintersemester 2015/16

Vorlesung "Geschichte der Kunst VI - Das 20. Jahrhundert  
Seminar "Skulptur/Zeit. Kunst des Klassizismus"  
Seminar "Faces - Zur Geschichte des Selbstportraits in den Künsten"  
Seminar "Kunst der deutschen Romantik"