Kunstgeschichte
Kunst Raum Schiff

Kunst-Raum-Schiff / Art-Space-Ship

Forschungsseminar für BA und MA

Sommersemester 2020

Leitung: Prof. Dr. Inge Hinterwaldner und Mag. Felix Mittelberger
Studierende / Students: Christina Dürr, Kathrin Kuna, Carina Proß, Sven Royeck
studentische Hilfskraft: Alexandra Brjezovskaia
 

Thema: Warum sollte Kunst nur auf festem Boden stattfinden? Was würde passieren, wenn der Ort ihrer Produktion und Präsentation kein neutraler 'white cube' ist, sondern einen markanten Stempel aufsetzt? So gestaltete der österreichische Medienkünstler Armin Medosch (1962-2017) zusammen mit Urs Blaser, René Römert und Antonia Neubacher das Hochseefischereischiff "MS Stubnitz" in ein mobiles Atelier um. Sie luden Kunstschaffende auf und begaben sich 1994 mit ihnen auf die Reise in die baltische See. Beim Anlaufen in jeder Hafenstadt wie Rostock oder St. Petersburg würde sich die an Bord gefertigte Ausstellung "cultural transPort" weiterentwickelt haben und zugleich alle Himmelsrichtungen verbinden. Es war ein dezidiert europäisches und experimentelles Unterfangen, das kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, neugierige Blicke von Kunstschaffenden, Musiker*innen, Aktivist*innen und jungen Leuten vom Westen in den Osten und umgekehrt erlaubte. Kinetische und elektronische Kunst trafen auf dieser selbstbezeichneten „Medienarche“ auf installative Arbeiten oder Tafelmalerei, dazwischen immer wieder Konzerte und Performances.

Herausforderung: Im Seminar werden die auf der Schifffahrt entstandenen Dokumentationsvideos ausgewertet und wissenschaftlich erschlossen. In diesem Rahmen erhalten die Studierenden Einblick in zentrale Bereiche der archivischen Tätigkeit. Anhand und mit Hilfe der Archivdatenbank werden Ihnen archivische Verzeichnungs- und Erschließungstechniken vermittelt. Die Studierenden sichten die audiovisuellen Quellen des Archivbestandes, identifizieren Personen, Orten, Ereignisse und Werke, und setzen dies untereinander in Zusammenhänge. Sie leisten hierbei wertvolle Grundlagenforschung und machen die Quellen erst für die wissenschaftliche Nutzung zugänglich. Anhand der audiovisuellen Primärquellen und unter zu Hilfenahmen von Archivalien aus dem Bestandskontext rekonstruieren die Studierenden hier ein Stück zeitgenössischer Kunstproduktion aus der prä-WorldWideWeb-Ära, für die es neben den im Archiv vorliegenden audiovisuellen Bändern nur wenige Textquellen gibt.

Exklusivität: Diese einzigartige Möglichkeit entsteht durch die Kooperation mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Die Archive der KünstlerInnen und TheoretikerInnen am ZKM | Karlsruhe versammeln ca. 150 Bestände. Den Schwerpunkten des ZKM | Karlsruhe entsprechend konzentrieren sich die Bestände des Archivs auf die WegbereiterInnen und prägenden Persönlichkeiten der Medienkunst, der generativen Künste, kinetischen und computerbasierenden Kunstwerke und der Videokunst. Zusammen mit dem Labor für Antiquierte Videosysteme, welches die Videoarchive restauriert und digitalisiert, sichern und erhalten die Archive des ZKM | Karlsruhe diese Bestände und stellen sie langfristig für die Forschung, für Ausstellungen und Produktionen zur Verfügung.

 

Impressionen aus dem Archivbestand:
Nachlass Armin Medosch. ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe / ZKM-01-0135


 

 


 

 
 

 

 

 

Poster