Kunstgeschichte
Foto Oral Contemporaries

Oral Contemporaries

An der Polytechnischen Hochschule, heute am KIT in Karlsruhe, konnte man bereits seit 1868 kunsthistorische Kurse belegen, als nämlich Alfred Woltmann auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte berufen wurde. Ganz so weit reicht dieser Kurs nicht in die Vergangenheit zurück, sondern konzentriert sich vielmehr auf das Jetzt und die unmittelbare Zukunft. Daher rührt auch die Abwandlung des Ausdrucks "Oral Histories" in "Oral Contemporaries", auch wenn ersteres sich ebenfalls auf Zeitzeug*innen und deren Erfahrungsschilderungen bezieht.

Insbesondere für angehende Kunsthistoriker*innen, die am Ende ihres Bachelor- oder Master-Studiums stehen, stellt sich die Frage nach dem Wie des Berufseintritts. Das Studium der Kunstgeschichte befähigt dazu, in vielen Bereichen tätig werden zu können, in Karlsruhe sind wir auch um anwendungsnahe Kurse bemüht. Dennoch ist es primär eine generalistische Ausbildung, die Wege offenhält. Wie man sie beschreiten kann, zeigen nun Alumnae und Alumni auf, die am KIT entweder studiert oder gelehrt haben, oder als Kunsthistoriker*innen in Karlsruhe und Umgebung eine spannende Position im Kunst- und Kultursektor ausfüllen. Im Kurs "Oral Contemporaries" kommen wir mit Fachleuten ins Gespräch, die sowohl von ihrem Betätigungsfeld berichten, als auch ihren persönlichen Werdegang schildern. Sie stehen am Höhepunkt ihrer Karriere oder sind bereits in der Lage, einen Rückblick über ihre Arbeitsfelder zu geben. Manche wiederum stehen noch am Anfang ihrer Laufbahn und haben damit die Herausforderungen, den Absprung in die Berufswelt zu schaffen, noch gut im Gedächtnis. Die Interviewten eint der Standort Karlsruhe, viele verbrachten hier, bzw. genauer am KIT, substantielle Teile ihrer Ausbildungsjahre und orientierten sich dann in unterschiedlichste Richtungen. Wie fanden sie dorthin? Wie ergeht es ihnen im Alltag? Entsprach die Erwartung der vorgefundenen Situation? Diese und viele weitere Fragen brennen den orientierungssuchenden und neugierigen Studierenden unter den Nägeln.

Die erste Ausgabe des Kurses führten wir im ersten komplett virtuell absolvierten Semester (Sommersemester 2020) durch. Es stellte sich letztlich als günstig heraus, den Gästen virtuell begegnen zu können, weil wir dadurch mehr Treffen arrangieren konnten. Der Nachteil, das effektive Arbeitsumfeld nicht inspizieren zu können, wie es bei einem Besuch wenigstens zum Teil sicherlich möglich gewesen wäre, liegt freilich auch auf der Hand. Nichtsdestotrotz erwiesen sich die Gespräche als äußerst informativ und instruktiv. Wir konnten mit folgenden Gästen diskutieren:

Sommersemester 2020

  • Dr. Manfred Großkinsky, Galerist, Museumsdirektor, Museum Giersch Frankfurt/Main
  • Dr. Annette Ludwig, Museumsdirektorin, Gutenberg Museum Mainz
  • Mag. Isabel Steppeler, Kulturredakteurin, Badische Neueste Nachrichten
  • Dr. des. Anna Krüger, Nachlassbearbeitung, Projekt Myra Warhaftig, KIT
  • Honorarprof. Dr. Anna Greve, Referatsleiterin Stadt Bremen
  • Mag./MA Felix Mittelberger, Archivar, Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe